Daimler Trucks: Eigene Sparte für Fuel-Cell-Entwicklung

Neue GmbH soll als Vorläufer des Joint-Ventures mit Volvo dienen und die Brennstoffzellen-Kompetenzen bündeln. Mit Rolls-Royce will man zudem FC-Stationärsysteme bauen.

Duo mit Fuel-Cell-Expertise: Andreas Gorbach (links) und Christian Mohrdieck (rechts) werden Geschäftsführer des neuen Brennstoffzellen-Tochterunternehmens Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG. | Foto: Daimler
Duo mit Fuel-Cell-Expertise: Andreas Gorbach (links) und Christian Mohrdieck (rechts) werden Geschäftsführer des neuen Brennstoffzellen-Tochterunternehmens Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG. | Foto: Daimler
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Die Daimler Truck AG forciert die Entwicklung von Brennstoffzellensystemen mit der Gründung der Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG. Dafür sei der organisatorische und rechtliche Rahmen für die Bündelung aller konzernweiter Brennstoffzellen-Aktivitäten geschaffen, so der Hersteller, der zugleich Dr. Andreas Gorbach (45) und Prof. Dr. Christian Mohrdieck (60) als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft bestellte. Beide verfügten über umfangreiche Erfahrung mit konventionellen und alternativen Antrieben, insbesondere Brennstoffzellensystemen, heißt es weiter.

Der Lkw-Bauer hatte erst im April dieses Jahres gemeinsam mit der Volvo Truck Group eine allerdings nicht bindende Vereinbarung zur Gründung eines neuen Joint Ventures zur serienreifen Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern wie beispielsweise im stationären Einsatz geschlossen. Die Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG soll später in dieses geplante Joint Venture übergehen. Die Volvo Group werde hierfür 50 Prozent des Unternehmens erwerben, skizziert man weiter.

„Die Brennstoffzelle ist eine entscheidende CO2-neutrale Lösung für Lkw im schweren Fernverkehr. Davon sind unser zukünftiger Joint Venture-Partner, die Volvo Group, und wir überzeugt", erklärte Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG und Mitglied des Vorstands der Daimler AG.

In der Sparte wolle man die Kompetenz und die Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten Entwicklung rund um die Brennstoffzelle bei Daimler bündeln – und mit dem Know-how in Sachen Lkw kombinieren, so Daum weiter.

Joint-Venture mit Rolls-Royce für Stationär-Systeme

Konkrete Chancen zur Kommerzialisierung der Brennstoffzellen-Technologie durch das geplante Joint Venture mit der Volvo Group zeige etwa auch die von der Daimler Truck AG und dem britischen Technologiekonzern Rolls-Royce plc geplante Kooperation im Bereich stationärer Brennstoffzellensysteme, die kürzlich bekannt gegeben wurde. Der Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce plant, für die von ihm entwickelten und vertriebenen Notstromgeneratoren der Produkt- und Lösungsmarke MTU in Rechenzentren zukünftig auf die Brennstoffzellensysteme aus dem geplanten Joint Venture und die langjährige Expertise von Daimler auf diesem Gebiet zu setzen. Im Rahmen des Daimler-Konzerns hat man rund um die Brennstoffzelle mit seinem Standort in Nabern/Deutschland, derzeit Hauptsitz der Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH, sowie weiteren Produktions- und Entwicklungsstätten in Deutschland und Kanada in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits bedeutendes Know-how aufgebaut, gibt der Lkw-Hersteller an.

 

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