Daimler: Globaler Akkuverbund wächst

Unter der Federführung des sächsischen Standorts der Accumotive in Kamenz entsteht ein globaler Batterieverbund. Für Hybrid-, Plug-in- und BEV-Modelle stieg die Produktion auf eine halbe Million Systeme.

Ausbau Ost: Im sächsischen Kamenz entstehen nicht nur die Kapazitäten, sondern auch die Kompetenzen für den weltweiten Aufbau eines Batterienetzwerks. | Foto: Daimler
Ausbau Ost: Im sächsischen Kamenz entstehen nicht nur die Kapazitäten, sondern auch die Kompetenzen für den weltweiten Aufbau eines Batterienetzwerks. | Foto: Daimler
Johannes Reichel

Der Daimler-Konzern hat den Ausbau seines globalen Batterieverbundes angekündigt, um der steigenden Nachfrage nach Energiespeichern in seinen Fahrzeugen nachkommen zu können. Das Unternehmen setzt dabei auf den Aufbau eines globalen Batterie-Produktionsverbunds und investiert dazu mehr als eine Milliarde Euro. Wie angekündigt, werde der Verbund künftig aus neun Batteriefabriken an sieben Standorten in Europa, Nordamerika und Asien bestehen. Der hundertprozentigen Mercedes-Benz Tochter Accumotive im sächsischen Kamenz komme dabei eine besondere Rolle zu, als Kompetenzzentrum für den globalen Batterie-Produktionsverbund.

Bald eine halbe Million Batteriesysteme

Der Standort produziert seit 2012 Antriebsbatterien für elektrische und elektrifizierte Fahrzeuge von Mercedes-Benz und Smart sowie leichte Nutzfahrzeuge. Nach Inbetriebnahme des von Anfang an als CO2-neutral konzipierten zweiten Werks im Jahr 2018, habe die MB-Tochter ihre Produktionskapazitäten und -volumina sukzessive gesteigert und übersteigt demnächst das jährliche Produktionsvolumen eine halbe Million Batteriesysteme für Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und rein elektrische Fahrzeuge. Das Werk bereite sich zudem auf den nächsten Meilenstein der Produkt- und Technologiemarke EQ vor, die auch rein elektrisch angetriebene Varianten im Kompaktsegment bringt.

Vor allem bei den vollelektrischen Fahrzeugen will man nachlegen

Bisher gibt es zwar in jedem Segment verschiedene elektrifizierte Modelle an, sie verfügen aber meist nur über eine Teilelektrifizierung vom 48-Volt-Bordnetz (EQ Boost), über Plug-in-Hybride (EQ Power) und in der Ausnahme einen vollelektrischen Antrieb (EQ) wie beim EQC oder bald dem Großraumvan EQV. Der Fokus liege dabei ganz klar auf der schrittweisen Erhöhung des Anteils rein elektrisch fahrender Fahrzeuge im Mercedes-Benz Cars Portfolio, verspricht der Hersteller. Bis Ende dieses Jahres will die Marke fünf vollelektrische Modelle sowie 20 Plug-in-Hybride anbieten. Mehr als zehn vollelektrische EQ-Modelle werden in wenigen Jahren in Serie sein, kündigt der Hersteller weiter an. Damit soll in weniger als 20 Jahren die Neuwagenflotte von Mercedes-Benz Cars CO2-neutral werden und 2030 will das Unternehmen mehr als 50 Prozent des Pkw-Absatzes mit Plug-in- Hybriden oder vollelektrischen Fahrzeugen erzielen.

„Der Standort Kamenz ist einer der Pioniere der Batterieproduktion weltweit und in seiner Funktion als Kompetenzzentrum eine Art Blaupause für die Werke in unserem globalen Batterie-Produktionsverbund“, erklärt Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz AG, Produktion und Supply Chain Management.

Nach Kamenz, Bangkok und Peking werde der nächste Standort, der seine Batterieproduktion aufnimmt, in Kürze Jawor in Polen sein, gefolgt von Werken um Stuttgart sowie Tuscaloosa in den USA. Jedes neue Werk profitiert von den Erfahrungen der anderen Werke, kündigte Burzer weiter an. Aufgrund der engen Vernetzung und einer konsequenten Digitalisierung der Produktionsprozesse würden alle Standorte des globalen Mercedes-Benz Batterie-Produktionsverbunds von der Kompetenz in Kamenz profitieren. Der Standort Kamenz verfügt über zwei Batteriefabriken und hat eine Produktions- und Logistikfläche von insgesamt 80.000 Quadratmetern. Die zweite 2018 in Betrieb genommene Batteriefabrik setzt auf hochmoderne Anlagen und nutzt vielfältige Industrie 4.0-Technologien.

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