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CVO-Fuhrparkbarometer: Flottenmanager sehen Handlungsbedarf wegen Dieseldebatte

Jedes Jahr befragt Arval mit CSA Research Flottenmanager, um daraus das „CVO Fuhrpark-Barometer » zu erstellen. 2018 änderten sich manche Einschätzungen grundlegend.

 

Die Dieseldebatte hat in den Flotten ein Umdenken hin zur Elektromobilität ausgelöst. | Foto: G. Soller
Die Dieseldebatte hat in den Flotten ein Umdenken hin zur Elektromobilität ausgelöst. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Für das CVO Fuhrpark-Barometer 2018 (CVO steht für Corporate Vehicle Observatory) führte CSA Research im Auftrag von Arval wieder 3718 Interviews mit Flottenleitern und Fuhrparkmanagern in Europa und der Türkei. Die wichtigste Änderung im Vergleich zu 2017: Mittlerweile schlägt die Dieseldebatte auch auf deutsche Flotten durch, wie Katharina Schmidt, Head of Consulting Vehicle Observtory, erklärt: Fast ein Viertel aller deutschen Unternehmen erfährt bereits konkrete Auswirkungen der Dieseldebatte auf den Fuhrpark. Was Schmidt nicht nur negativ sieht, denn Deutschland holt damit auch bei alternativen Antrieben im Antriebsmix auf und setzt verstärkt auf Elektromobilität, was laut Schmidts Einschätzung sonst vielleicht nicht so zügig von statten gegangen wäre.

In Deutschland wurden dazu 302 Interviews geführt. Die Befragung berücksichtigte alle Unternehmens- und Flottengrößen von unter zehn Mitarbeitern bis zu über 1.000 Mitarbeitern respektive von Flottengrößen mit weniger als zehn Fahrzeugen, bis hin zu Flotten mit 50 Fahrzeugen und mehr. Dabei deckt die Studie alle relevanten Branchen vom Baugewerbe über Industrie, Dienstleistungen und Handel ab.

Das derzeit bestimmende Thema, speziell im Flottenmanagement, ist die aktuelle Dieseldebatte. 23 % der befragten deutschen Unternehmen gaben an, dass die Debatte bereits Einfluss auf ihre Car Policy genommen hat. Dieser Anteil wächst sogar auf 42 %, nimmt man Unternehmen hinzu, die konkrete Auswirkungen erst innerhalb der nächsten drei Jahre erwarten. Unternehmen, die die Auswirkungen der Dieseldebatte bereits spüren, bemerken dies in erster Linie in Form eines Wechsels zu alternativen Antrieben (65 %), steigenden Flottenkosten (39 %) sowie steigenden Verwertungsrisiken (29 %) (Mehrfachnennungen waren hier möglich).

Dazu tragen viele äußere Einflüsse bei: Einfahrtsverbote in Städte und die neue Verbrauchs- und Emissionsmessung. Das neue Testverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty vehicles Test Procedure), welches die Herstellerangaben näher an reelle Fahrbedingungen bringen soll, wurde bereits im September 2017 eingeführt. Ab September 2018 müssen alle neuen Fahrzeuge eine Typgenehmigung bei der Erstzulassung nach dem neuen WLTP-Standard (EU-Norm 6c) aufweisen. Jedoch gehen nur 16 % der deutschen Befragten davon aus, dass der neue Testzyklus innerhalb der nächsten drei Jahre Einfluss auf ihren Fuhrpark nimmt. Europaweit rechnen hingegen ganze 44 % der Studienteilnehmer mit Auswirkungen durch das neue Messverfahren, das die gemessenen und bewerteten Verbräuche in der Tat merklich erhöht. Und damit vor allem den Fuhrparks Sorgen bereiten dürfte, die eine CO2-Policy eingeführt haben: „Dass das WLTP-Messverfahren hierzulande mehrheitlich noch nicht als relevanter Faktor angesehen wird, sehen wir vor allem als eine Herausforderung mangelnder Aufklärung. Und auch, dass 60 % aller befragen Unternehmen bislang noch gar keine Schadstoffemissionen in ihrer Fuhrparkstrategie berücksichtigen, zeigt, dass noch eine gewisse Wegstrecke vor uns liegt“, wundert sich Schmidt, aber: „Die Ergebnisse der diesjährigen Studie zeigen ganz klar: Der Energiewandel hält langsam, aber sicher, Einzug im Fuhrpark. Die öffentliche Dieseldebatte hat dazu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Statt dem Diesel als einziger Option setzen viele Unternehmen mittlerweile auf einen bedarfsgerecht ausgestalteten Antriebsmix auf Basis unterschiedlicher Fahrt- und Streckenprofile.“

Der Einsatz von alternativen Technologien wie Hybridantrieben, Elektromobilität oder Gas- und Brennstoffzellentechnologien wird bei deutschen Fuhrparkmanagern auch dieses Jahr in Deutschland noch skeptischer betrachtet als in vielen anderen EU-Staaten. Dennoch nimmt die Akzeptanz im internationalen Vergleich stark zu. Mit 38 % der deutschen Unternehmen, die bereits mindestens eine neue Technologie implementiert haben, liegt Deutschland nur noch knapp unter dem europäischen Durchschnitt (44 %). Besonders der Einsatz von Elektroantrieben verzeichnet eine steigende Tendenz: Hierzulande haben bereits 28 % der befragten Unternehmen Elektroantriebe in ihren Fuhrpark implementiert oder planen einen zeitnahen Einsatz. Damit liegt Deutschland sogar vor dem Durchschnittswert aller befragten europäischen Länder von 26 %. Wie im Vorjahr hängt die Attraktivität neuer Energien oder Technologien aber von der Unternehmensgröße ab: Je größer die Firma, umso eher wird auf neue Technologien gesetzt. Während von den Unternehmen über 1.000 Mitarbeitern bereits 75 % alternative Antriebe implementiert haben oder dies für die nächsten drei Jahre vorsehen, sind es bei Unternehmen unter 10 Mitarbeitern lediglich 23 %. Diese Tendenz gilt für ganz Europa und ist vor allem dem finanziellen Spielraum bei großen Firmen geschuldet.

Das CVO Fuhrpark-Barometer 2018 ist ab sofort verfügbar. Die gesamte Studie kann ab sofort kostenlos unter www.arval.de/cvo angefordert werden.

Was bedeutet das?

In Deutschland spürt man die starke Verzahnung zwischen Flotten und Autoindustrie. Noch 2017 galt der Diesel oft als „gesetzt“ und die Dieseldebatte hatte nur einen geringen Einfluss auf die Fuhrparks. Deren Vorteil: sie hat das Umdenken hin zu neuen Antriebstechnologien massiv beschleunigt.

 

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