Corona-Virus: Britische Autohersteller sollen Medizintechnik herstellen!

Die Corona-Krise hat auch die Insel erreicht und treibt dort seltsame Blüten: Die britische Regierung hat bei einer Reihe von lokalen Autoproduzenten gefragt, ob sie einen Teil ihrer Kapazitäten für die Herstellung medizinischer Geräte abtreten könnten.

Unter anderem bei Jaguar-Land Rover wurde angefragt, ob man auch Medizintechnik produzieren könne. | Foto: Jaguar-Land Rover
Unter anderem bei Jaguar-Land Rover wurde angefragt, ob man auch Medizintechnik produzieren könne. | Foto: Jaguar-Land Rover
Gregor Soller

Wie die Automotive News Europe berichtet, soll die britische Regierung jetzt in Großbritannien tätige Autohersteller wie Ford, Jaguar Land Rover, Honda und PSA angefragt haben, die Machbarkeit der Herstellung medizintechnischer Geräte zu überprüfen und dafür Fertigungskapazitäten zu schaffen. So wurde Honda wurde nach der Möglichkeit gefragt, in Swindon eventuell Ventilatoren herzustellen. Das Vauxhall-Werk in Ellesmere Port soll eine ähnliche Anfrage erhalten haben.

Prinzipiell wäre eine Umschichtung einer Produktion für Gehäusekomponenten, Lüfter oder Hardwareteile möglich, doch Fahrzeug-und Medizintechnik sind zwei ganz verschiedene Paar Stiefel! Denn die Herstellung von Medizintechnik unterliegt besonderen Gesetzen und fordert extreme Hygienestandards, mit denen Autohersteller keinerlei Erfahrung haben. So müssten die Bereiche für Medizintechnik komplett vom restlichen Werk separiert werden!  Darüber benötigen diese Geräte spezielle elektronische Komponenten, die korrekt integriert und verschaltet werden müssten – auch dazu müsste man spezielle Experten an Bord holen.

Was bedeutet das?

Die Corona-Krise treibt Großbritanniens Regierung zu skurrilen Anfragen: Da erkundigt die Regierung tatsächlich bei den Autoherstellern, ob sie auch Medizintechnik produzieren können – was theoretisch vielleicht ginge, aber einen wochen- wenn nicht gar monatelangen Vorlauf bräuchte….

 

Printer Friendly, PDF & Email