Corona-Krise: VW startet schrittweise Wiederanlauf der Werke

Volkswagen-Produktion nimmt sukzessive wieder Betrieb auf und setzt etliche Hygienemaßnahmen um, die teils auf Erfahrungen aus chinesischen Werken beruhen. "Mit der Pandemie Routinen anpassen".

Abstand halten: Neben Masken setzt VW in der Produktion auf genug Abstand sowie Schutzfolien zwischen den Arbeitsplätzen. | Foto: VW
Abstand halten: Neben Masken setzt VW in der Produktion auf genug Abstand sowie Schutzfolien zwischen den Arbeitsplätzen. | Foto: VW
Johannes Reichel

Die Werke der Marke Volkswagen Pkw fahren die Produktion stufenweise wieder an. Zuerst nehmen in der Woche ab dem 20. April die Werke in Zwickau und Bratislava (Slowakei) die Fertigung auf. In der Woche ab dem 27. April beginnt der Wiederanlauf der Produktion in den übrigen deutschen Produktionsstätten sowie in Portugal, Spanien, Russland und USA. Im Laufe des Monats Mai soll dann sukzessive auch in Südafrika, Argentinien, Brasilien und Mexiko wieder produziert werden. Mit den Beschlüssen der Bundes- und Landesregierungen sowie den Lockerungen von Maßnahmen in weiteren europäischen Staaten seien die Rahmenbedingungen geschaffen worden.

„Darauf hat sich Volkswagen in den letzten drei Wochen intensiv vorbereitet. Neben der Erarbeitung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs zum Gesundheitsschutz der Belegschaft, haben wir auch den Wiederaufbau unserer Lieferketten vorangetrieben“, erklärt Ralf Brandstätter, COO der Marke Volkswagen.

Für die Volkswagen Werke in Deutschland gelte damit weiter Kurzarbeit, die Zahl der Kurzarbeitenden werde aber je nach Anlauf schrittweise zurückgefahren, heißt es. Der Anlauf erfolge entsprechend der derzeitigen Verfügbarkeit von Teilen, der staatlichen Auflagen in Deutschland und Europa, der Entwicklung in den Vertriebsmärkten und den sich daraus ergebenden Fahrweisen in der Produktion.

„Wir fahren die Produktion und Logistik gestaffelt und wohlgeordnet wieder hoch. Mit einem 100-Punkte-Plan sorgen wir für sichere Arbeitsplätze und maximalen Gesundheitsschutz“, skizziert Andreas Tostmann, Vorstand für Produktion und Logistik der Marke Volkswagen.

Bernd Osterloh, Vorsitzender des Betriebsrats, fügte hinzu:

„Eine Situation wie jetzt haben wir noch nie erlebt. Ich weiß aber: Die Motivation bei den Kolleginnen und Kollegen ist riesig, endlich wieder loszulegen. Wiederanläufe gibt es nach jedem Werksurlaub, damit haben wir große Erfahrung. Jetzt mit der Pandemie müssen wir unsere Routinen dafür anpassen",

Eine Antwort darauf sei die neue Vereinbarung zum Gesundheitsschutz. Mit rund 100 Maßnahmen halte man das Infektionsrisiko so gering wie möglich. "Aber machen wir uns nichts vor: Anfangs werden die neuen Abläufe bei den Kolleginnen und Kollegen Fragen und Bedenken auslösen. Unter diesen Umständen haben wir noch nie Fahrzeuge entwickelt, gebaut und vertrieben. Zeit für Antworten ist jetzt wichtiger als die täglichen Produktionszahlen", appelliert Osterloh.

Components first: Versorgung mit den Teilen entscheidend

Die Volkswagen Group Components hat bereits seit dem 6. April damit begonnen, die Produktion schrittweise zunächst in ihren Werken in Braunschweig und Kassel, ab 14. April auch in Salzgitter, Chemnitz und Hannover Komponente sowie an den polnischen Standorten wieder anzufahren, um zunächst die Versorgung der Fahrzeugproduktion in China sicherzustellen.

Aus Sicht von Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen Group Components war der schrittweise Anlauf der Werke wichtig, um die Belieferung der Übersee-Werke abzusichern. Nun gelte es, unter Einhaltung umfangreicher Schutzmaßnahmen den gesamten Produktionsverbund anzufahren und markenübergreifend alle fahrzeugproduzierenden Werke mit Komponenten zu versorgen.

Erfahrungen aus China als Basis: Bisher kein Covid-19-Fall

Beim Wiederanlauf greift das Unternehmen auch auf die Erfahrungen beim Hochlauf seiner Produktionsstätten in China zurück, wo eine Vielzahl von konsequenten Maßnahmen zum Gesundheitsschutz erfolgreich umgesetzt wurden. 32 der dortigen 33 Werke produzieren bereits wieder. Es sei bisher kein Fall von Covid-19 in der dortigen Belegschaft aufgetreten.

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