Corona-Krise: BMZ Group verlagert Akkuproduktion zu Medizintechnik

Beatmungsgeräte statt Autos: Batteriespezialist nutzt hohe Lagerbestände und baut die Kapazität der eigenen Medizintechniksparte aus, in der man unter anderem Akkus für Beatmungsgeräte fertigt.

Breit aufgestellt: Neben Akkus für E-Fahrzeuge, E-Stapler und Pedelecs fertigt BMZ auch für Medizintechnikhersteller. Hier wird die Kapazität jetzt stark erhöht. | Foto: BMZ Group
Breit aufgestellt: Neben Akkus für E-Fahrzeuge, E-Stapler und Pedelecs fertigt BMZ auch für Medizintechnikhersteller. Hier wird die Kapazität jetzt stark erhöht. | Foto: BMZ Group
Johannes Reichel

Der Karlsteiner Batteriespezialist BMZ Group hat im Zuge der Corona-Krise die Produktion umgestellt und forciert jetzt die Produktion von Li-Ionen Akkus für verschiedene Anwendungen im medizinischen Bereich. Dazu zählten insbesondere Kunden, die Beatmungsgeräte herstellen und deren Anfragen sich teils um 50 Prozent erhöht haben, wie der Anbieter mitteilte. Dieser fertigt ansonsten auch komplette und skalierbare Lithium-Ionen-Akkusysteme für den Automotive-Sektor und hier für Pkw ebenso wie für Busse, aber auch für E-Stapler und E-Nutzfahrzeuge. Außerdem entwickelt und liefert man Gesamtsysteme für Pedelecs und E-Bikes.

Man habe sich frühzeitig auf verschiedene Marktsegmente diversifiziert, um volative Marktveränderungen abfangen zu können, so der Anbieter. Das Spektrum reicht von Energiespeichers für Akkuschreiber bis hin zu stationären Systemen zur Energiespeicherung oder Antriebsakkus für Bagger oder Gabelstaplern, aber eben auch eine Medizintechniksparte.

"Wir alle machen gerade ungewollt einen Stresstest durch. Jeder ist betroffen vom Corona-Virus. Für uns steht der Schutz der Gesundheit ganz oben", erklärte BMZ-Gründer und CEO Sven Bauer.

Daher habe man auch nicht lange nachdenken müssen, als die laut Bauer verzweifelte Anfrage von Herstellern von Beatmungsgeräten an die Firma kam. Man sei in der glücklichen Situation, auf einen hohen Lagerbestand zurückgreifen zu können. Das ermögliche nun, die Akkuproduktion im Bereich Medizintechnik zu steigern. Hierfür wurde eigens ein neues Team aufgestellt, um die Fertigung hier hochzufahren.

Man nutze hier auch intern alle Möglichkeiten der Personalplanung und ermögliche Mitarbeitern etwa, ihre Kinder mit in die Firma zu bringen, um die hohe Nachfrage nach Akkus zu bedienen. Mitarbeiter, die vor kurzem in einem Risikogebiet unterwegs gewesen seien, blieben auch ohne Symptome sicherheitshalber zu Hause.

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