Corona-Krise: Auch Nissan schwer betroffen

Mehreren Presseberichten zufolge könnten mehr als 20.000 Stellen abgebaut und das Europa-Programm verschlankt werden.

Auf der CES 2020 zeigte Nissan die seriennahe Version des Ariya Concept, das noch in diesem Jahr in Serie gehen könnte. | Foto: G. Soller ira
Auf der CES 2020 zeigte Nissan die seriennahe Version des Ariya Concept, das noch in diesem Jahr in Serie gehen könnte. | Foto: G. Soller ira
Gregor Soller

Auch Nissan macht die Corona-Krise massiv zu schaffen. Nachdem das Bündnis mit Renault und Mitsubishi nach dem Abgang von Carlos Ghosn in eine schwere Krise geriet, verschärfte sich die jetzt noch. So sollen bei der jetzt geplanten Restrukturierung mehr als 20.000 Stellen abgebaut werden, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag, den 24.5.2020 unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete. Noch Mitte 2019 sollten nur rund 12.500 Stellen wegfallen.

In Europa könnte das Programm außerdem verschlankt werden auf die erfolgreichen Crossover-Modelle Juke, Qashqai, XTrail und den kommenden Stromer Ariya. Außerdem dürfte Nissan im Van-Segment mit Renault-Derivaten weiter aktiv bleiben. Im härtesten Fall könnte die Arbeitsteilung künftig so aussehen, dass Nissan für SUV und Crossover zuständig ist und Renault sich auf Kompaktwagen und Vans fokussiert. Die Elektrifizierung können alle Partner mit der neuen Plattform, die jetzt Gott sei Dank steht, gemeinsam weitertreiben. Mitsubishis Part ist hier noch nicht geklärt. Ein Aktivposten ist auch Nissans Erfahrung beim bidirektionalen Laden, welches auch in Europa massiv vorangetrieben werden soll.

Am 28. Mai will Nissan mit der Jahresbilanz die mittelfristigen Ziele für die kommenden Jahre bekanntgeben. Es wird erwartet, dass auch Nissan seinen Sparkurs verschärft. Medienberichten der vergangenen Woche zufolge sollen die jährlichen Kosten um 300 Milliarden Yen (das sind rund 2,5 Milliarden Euro) gesenkt werden.

Was bedeutet das?

Die Corona-Krise hat den Druck auf die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi massiv erhöht: es muss massiv gespart werden und die Marken werden sich teils neu erfinden müssen – denn nur die ohnehin schon ausgedünnten Paletten weiter zusammenzustreichen, wird Absatzerfolge und Margen nicht nach oben bringen.

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