Corona: Auch Porsche, Skoda und Toyota stoppen ihre Produktion

Jetzt fahren auch Porsche, Skoda und Toyota ihre europäischen Werke herunter.

Kaum richtig gestartet, schon wieder gestoppt: Die Fertigung des Porsche Taycan. | Foto: Porsche
Kaum richtig gestartet, schon wieder gestoppt: Die Fertigung des Porsche Taycan. | Foto: Porsche
Gregor Soller

Das war abzusehen: Ab dem 21.3.2020 setzt Porsche die Produktion zunächst für zwei Wochen aus. Der Sportwagenhersteller reagiert damit nach eigenen Angaben auf die „erheblich beschleunigte Infektionsrate durch das Coronavirus und die daraus resultierenden Empfehlungen der Behörden“. Neben dem primären Schutz der Belegschaft ließen auch Engpässe bei globalen Lieferketten eine geordnete Produktion derzeit nicht mehr zu. Parallel bereitet sich Porsche auf einen Rückgang der Nachfrage vor und sichert mit den getroffenen Entscheidungen seine Finanzkraft ab. Das Stammwerk Zuffenhausen und der Produktionsstandort Leipzig bleiben ab Samstag (21.03.2020) geschlossen. Die Schritte erfolgen in einem geordneten Prozess und in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, erklärt dazu:

„Mit diesen Maßnahmen leistet unser Unternehmen seinen Beitrag, die Belegschaft zu schützen und die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die tatsächlichen Folgen sind noch nicht absehbar. Für Prognosen ist es deshalb zu früh. Klar ist, dass 2020 ein sehr herausforderndes Jahr wird“

Neben dem Aussetzen der Produktion hat Porsche eine Reihe von verschärften Maßnahmen entschieden: So gilt unter anderem ein Stopp für Dienstreisen, das ‚mobile Arbeiten‘ wurde stark ausgeweitet und Besprechungen sollen nur noch per Video oder Telefonkonferenz stattfinden.

Auch Skoda schließt seine Werke

Mittlerweile kann sich auch Skoda dem Schließungsstrudel nicht mehr entziehen: Die Werke Mlada Boleslav, Kvasiny und Vrchlabi werden am Mittwoch, den 18.3.2020 um 22.00 Uhr heruntergefahren. Das geht aus einem Schreiben der Firmenleitung an die Mitarbeiter hervor. Die Maßnahme gilt zunächst für rund zwei Wochen. Die Beschäftigten erhalten zu Beginn des Produktionsstopps 70 Prozent ihres Durchschnittseinkommens, in der zweiten Woche 75 Prozent. Skoda möchte das finanziert dies zunächst aus eigenen Mitteln finanzieren.

Mittlerweile gebe es auch in Tschechien nach Behördenangaben 396 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Deshalb hatte die Regierung in Prag bereits den Notstand ausgerufen und die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt, aber von behördlich angeordneten Betriebsschließungen abgesehen, denn in Tschechien ist die Autoindustrie noch wichtiger als in Deutschland, wie Regierungschef Andrej Babis erklärt: „Skoda-Auto ist ein Schlüsselbetrieb für unsere Wirtschaft und hat den größten Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt.“ Zumal Skoda 2019 ein Rekordjahr feierte: Im vorigen Jahr liefen erstmals mehr als 900.000 Autos von den Bändern der tschechischen Skoda-Werke.

Toyota lässt den Yaris schneller "auslaufen"

Auch Toyota schließt wegen der Coronavirus-Krise alle Werke in Europa, darunter auch das britische Werk in Burnaston. Auch der Standort in der Türkei ist betroffen. Das Werk im französischen Valenciennes war schon am Montag, den 16.3.2020 geschlossen worden. Dort wurde noch der auslaufende Yaris produziert, dessen Nachfolger nach der Sommerpause starten soll. soll dort der neue Yaris hergestellt werden. Daran halte man Stand heute fest, doch das Produktionsende des aktuellen Modells zog man jetzt vier bis sechs Wochen vor. Das britische Burnaston und am kleinen Standort Deeside wurde am Mittwochmorgen, den 18.3.2020 die Produktion eingestellt, ebenso an den polnischen Standorten Walbrzych und Jelcz-Laskowice. Am Donnerstag, en 19.3.2020 soll dann das Gemeinschaftswerk im tschechischen Kolin folgen. Es wird als Joint-Venture gemeinsam mit PSA betrieben. Am Samstag, den 21.3.2020 soll dann noch das Werk in der Türkei die Fertigung stoppen.

Die Teileversorgung des Autohandels werde laut Toyota aber weiterlaufen: Alle Händler in Europa könnten ihre jeweiligen Ansprechpartner bei Toyota Europe weiterhin per Mail oder telefonisch erreichen. Außerdem behalte man an den jeweiligen Standorten eine „Minimal-Mannschaft“ vor Ort, um geplante Neuan- und Wieder-Hochläufe in der Zukunft sicherzustellen.

Was bedeutet das?

Der Corona-Virus zwingt die komplette (Auto)-Industrie zum geordneten Shut-Down. Ob sich dahinter eine gesteuerte Finanzkrise wegen Überschuldung mit dramatischen Folgen verbirgt oder ob die Fabrikationen wie in China in einigen Wochen wieder anlaufen können, bleibt derzeit noch offen. Hoffen wir auf Letzteres.

 

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