Continental investiert in KI-Start-up Recogni

Continental will auf die wachsenden Anforderungen mobiler und autonomer Fahrzeugsysteme reagieren und arbeitet mit Recogni an einer neuen Chip-Architektur.

Das neue Chip-Design durch Recogni soll Fahrerassistenzsysteme und Sensorik weiter voranbringen. | Bild: Continental
Das neue Chip-Design durch Recogni soll Fahrerassistenzsysteme und Sensorik weiter voranbringen. | Bild: Continental

Die zunehmende Vernetzung und Automatisierung moderner Fahrzeugsysteme zielt auf eine hoch technisierte Sensorik ab, die ihre Umwelt noch feiner und präziser wahrnehmen kann. Das hat auch Continental erkannt und eine Minderheitsbeteiligung am deutsch-amerikanischen Start-up Recogni erworben. Der Chip-Hersteller ist auf Künstliche Intelligenz (KI) im Bereich Autonomes Fahren spezialisiert, die Objekterkennung in Echtzeit ermöglicht. Zusammen mit Continental will man an einer neuen Chip-Architektur für künftige Fahrzeuggenerationen arbeiten, um durch die neuen Prozessoren eine schnellere Verarbeitung von Sensordaten zu ermöglichen und automatisiertes und autonomes Fahren Schritt für Schritt weiter voranzutreiben.

Steigender Bedarf

Kommende Chip-Generationen sollen binnen Sekunden mehrere Gigabyte an Daten verarbeiten, bei einer wesentlich höheren Dichte an Chips im Fahrzeug als es bisher der Fall war. Continental spricht von einer Vielzahl an hochauflösenden Umfeldsensoren, wie Radar, Kamera und Lidar, wo früher nur eine „einfach Schwar-Weiß-Kamera“ installiert wurde.

„Ohne schnelle Chips keine Vernetzung, keine Automatisierung und kein autonomes Fahren,“ so Frank Petznick, Leiter der Continental-Geschäftseinheit Fahrerassistenzsysteme. „Mit unserer eigenen Forschung für neue Chip-Designs, den strategischen Partnerschaften mit großem Chip-Herstellern wie NVIDIA und der Investition in Recogni legen wir die Basis für die Deckung des zukünftigen Bedarfs an hoch spezialisierten Prozessoren für Sensormodule und Steuergeräte und für unsere mächtigen Hochleistungscomputer im Fahrzeug.“

Potenzial und Realitätsfähigkeit

Das technologische Bündnis wurde durch das Continental-eigene Start-up co-pace in die Wege geleitet. Der Konzern spricht von einem „weltweiten Team an Technologieexperten“, die auf Recogni aufmerksam wurden und seit bereits 18 Monaten eng zusammenarbeiten, um sowohl die technische Realisierung als auch die theoretische Wirksamkeit der neuen Chip-Architektur zu testen.

„Noch ist zwar alles Theorie, aber unsere Simulationen zeigen, dass wir eine zigfach schnellere Auswertung unserer Sensordaten erwarten können, sobald die Recogni-Chips das erste Mal im Einsatz sind“, kommentiert Annika Ratte-Front, Leiterin künstliche Intelligenz des Continental-Geschäftsbereichs ADAS.

Laut Continental geht man davon aus, ab 2026 mit dem neuen Chip-Ansatz in Serienproduktion zu gehen. Sowohl Continental als auch Recogni haben Stillschweigen über die Höhe der Beteiligung vereinbart.

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