Conti-Technologie im BMW iX: Bayerns Ruhm und Preußens Beitrag

Zulieferkonzern verweist auf Schlüsseltechnologien im BMW-Flaggschiff, wie Hochleistungsrechner, Head-Up-Display, Ultra-Breitband-Empfänger, Panorama-Glasdach oder Fahrerkamera.

Nahtlos integriert: Viele Schlüsseltechnologien des BMW iX stammen aus der Entwicklung von Conti. | Foto: BMW
Nahtlos integriert: Viele Schlüsseltechnologien des BMW iX stammen aus der Entwicklung von Conti. | Foto: BMW
Johannes Reichel

Das Technologieunternehmen Continental hat auf seinen Beitrag essentieller Schlüsseltechnologien im neuen BMW iX hingewiesen. So integriert der Vollformat-Elektro-SUV der Münchner etwa den Cockpit-Hochleistungsrechner, der die steigende Softwarekomplexität sowie den rapide wachsenden Funktionsumfang im Cockpit bewältigen soll. Außerdem stellt der Computer die nötige Rechenleistung für die Funktionen im Head-Up-Display des Zulieferers sowie die großflächige Displaylandschaft im Fahrzeug zur Verfügung. Zusammen mit der im digitalen Kombiinstrument integrierten Fahrerkamera, liefere damit wesentliche Bausteine für eine nahtlose Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug und ein neuartiges Nutzererlebnis, wie die Hannoveraner werben.

„Das Nutzererlebnis wird für Fahrzeugkäufer zu einem immer wichtigeren Entscheidungskriterium. Mit unseren Bausteinen für eine intuitive, sichere, aber vor allem attraktive Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug im BMW iX sowie unseren Kompetenzen bei Softwareentwicklung und Systemintegration helfen wir auch, die nachhaltige Mobilität zu fördern“, meint Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender von Continental.

Hochleistungsrechner bildet Fundament für Infotainment-Welt

Die Elektronik-Architektur im BMW iX überbrücke die Lücke von der heutigen verteilten zu einer integrierten und zentralisierten Fahrzeugarchitektur der Zukunft, skizziert Conti weiter. Statt auf mehrere elektronische Steuergeräte zurückzugreifen, konzentriert das neue Elektro-Fahrzeug der Münchner die Rechenleistung verschiedener Funktionen in einigen wenigen Zentralrechnern. Der leistungsstarke Cockpit-Domänencontroller von Continental sei etwa verantwortlich für verschiedene Softwarefunktionen und verwaltet alle Ein- und Ausgangsgeräte im Fahrzeuginnenraum zentral auf einer einzigen elektronischen Steuereinheit. Dabei verschmelzen auch Funktionen aus Infotainment und Instrumentierung, so dass sie fortan frei konfigurierbar seien, wirbt der Tech-Konzern weiter. Das ermögliche maximale Personalisierung für Fahrer und Passagiere sowie größere Gestaltungsfreiheit im Fahrzeugdesign.

Offen für Drittanbieter

Der zentrale Hochleistungsrechner öffne zudem außerdem das System für Drittanbieter-Apps und Cloud-Dienste und unterstützt eine hardwareunabhängige Softwareintegration. In Kombination mit Over-the-Air-Softwareaktualisierungen schaffe dies Aktualität und Erweiterbarkeit für das Cockpit. Gerade im Anzeigesystem in der Windschutzscheibe sowie mit der Fahrerkamera des Zulieferers im gebogenen Display werde dieser Ansatz ersichtlich. Das Head-Up-Display projiziert Informationen wie Geschwindigkeit, Warnmeldungen und Hinweispfeile für die Navigation, in das direkte Sichtfeld des Fahrers. Die nahtlos ins digitale Kombiinstrument integrierte Fahrerkamera des BMW iX analysiert Kamerabilder zur Kopfposition, -richtung, Augenöffnung sowie Blickrichtung des Fahrers und sorgt so dafür, dass der Fahrer bei Ablenkung vom Verkehrsgeschehen sowie mangelnder Aufmerksamkeit aufgrund von Ermüdung gewarnt wird.

Steuergeräte für Bremse, Fahrwerk, Airbag

Weitere elektronische Sicherheitskomponenten der aktiven und passiven Sicherheit von Continental, beispielsweise Steuergeräte für Bremse, Fahrwerk und Airbag sowie Sensorik, tragen zudem ihren Teil zur Fahrsicherheit bei. Conti liefert auch die Sendeempfängermodule für das Elektrofahrzeug BMW iX. Als wesentlicher Baustein für den schlüssellosen Zugang per Smartphone messen die Module des Mobilitätszulieferers die Entfernung vom Smartphone zum Fahrzeug. Dies erlaube eine präzise Lokalisierung des digitalen Schlüssels für einen passiven Zugang und Motorstart, ohne dass der Fahrer dabei das Smartphone in die Hand nehmen muss.

Basis für Carsharing mit Familie und Freunden

Dank Ultra-Breitband-Technologie (Ultra-Wideband, UWB) bietet die Lösung erstmals maximalen Komfort verbunden mit deutlich verbesserter Sicherheit gegenüber Relais-Angriffen (Man-in-the-Middle), wirbt der Hersteller. Zum Beispiel seien Fahrzeugdiebe nicht länger in der Lage, das Schlüsselsignal abzufangen und zu verlängern, um sich Zugang zu verschaffen. Der Fahrzeughalter könne zudem über die My BMW App vom Fahrzeughersteller bis zu fünf digitale Schlüssel gleichzeitig generieren und diese bequem mit Familie und Freunden teilen.

Gemeinsamer Standard der Car Connectivity

Entwickelt wird der globale Standard für den passiven Fahrzeugzugang im industrieübergreifenden Car Connectivity Consortium (CCC). Hier kooperieren Unternehmen aus der Automobilindustrie, Smartphone-Hersteller und Technologieunternehmen, um die Vernetzung zwischen Smartphone und Fahrzeug voranzutreiben. Ziel des CCCs sei es auch, weitere Anwendungen für die Fahrzeuglokalisierung auf Basis der UWB-Technologie zu identifizieren. Continental widmet sich im CCC damit gemeinsam mit anderen renommierten Unternehmen wie BMW und Apple der Grundlagen-Entwicklung des UWB-Funkstandards für Fahrzeugzugang.

Induktives Laden und Nahfeldkommunikation

Darüber hinaus ist es im BMW iX möglich, das mobile Endgerät auf dem Smartphone-Terminal von Continental mit integrierter Nahfeldkommunikation-Schnittstelle (Near Field Communication, NFC) abzulegen und induktiv aufzuladen, wie Conti weiter schildert. So werde automatisch eine Verbindung zwischen Telefon- und Infotainmentsystem hergestellt. Zudem lasse sich das Fahrzeug auch per NFC öffnen, sollte der Akku des Smartphones einmal leer sein.

Keine Verdunkelungsgefahr: Intelligentes Panoramadach

Mit der Steuerung für die sogenannte Sky Lounge wollten die Conti-Ingenieure auch das Panoramadach "intelligent" machen. So lasse sich die große Glasfläche je nach Lichtverhältnissen elektrisch abdunkeln. Zum angenehmen Raumklima sollen auch verschiedene Oberflächenmaterialien wie Bezüge für Instrumententafel, Türbrüstung und Sitzflächen, von Continental beitragen. Das verwendete Dekormaterial Acella Lux etwa soll hohen Komfort und emissionsarme Materialeigenschaften kombinieren. Reifenseitig biete man zudem verschiedene Sommer- und Winterpneus für den BMW iX an, die sich durch kurze Bremswege als auch durch gute Handlingeigenschaften auf trockener und nasser Fahrbahn auszeichneten, wie man abschließen anmerkt.

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