Conti: Reifen für Elektrobusse im Test

Continental und VDL erprobten auf dem Testgelände Contidrom Reifenprototypen für Stromer.

Continental testet mit VDL derzeit Reifenprototypen für Elektrobusse auf dem Testgelände Contidrom. Im Fokus ist dabei u.a. das Nassverhalten der Pneus. (Foto: Continental AG)
Continental testet mit VDL derzeit Reifenprototypen für Elektrobusse auf dem Testgelände Contidrom. Im Fokus ist dabei u.a. das Nassverhalten der Pneus. (Foto: Continental AG)
Redaktion (allg.)
von Claus Bünnagel

Die Elektromobilität fordert auch von den Reifenherstellern neue Entwicklungskonzepte. Technologisch besonders anspruchsvoll ist die Entwicklung von Pneus für Elektrostadtbusse. Continental und VDL haben ihr Know-how nun gebündelt und entwickeln in einer gemeinsamen Entwicklungspartnerschaft erste Reifenprototypen. Diese werden derzeit auf dem Contidrom, dem Testgelände von Continental, getestet. Michael Koch, Produktentwicklung Continental Lkw-Reifen, erklärt dazu:

"Wie bei allen Elektroantrieben sind die Busreifen bei der Anfahrt und der Beschleunigung einem höheren Drehmoment ausgesetzt."

Für Reifen an E-Bussen im ÖPNV gibt es weitere Besonderheiten, die über die Erfahrungen aus bisherigen Projekten für E-Fahrzeuge hinausgehen:

"Gerade im innerstädtischen Verkehr sollen Fahrzeuge sehr leise unterwegs sein, um den Komfort des E-Motors durch Reifengeräusche nicht zu beeinträchtigen."

Reifen und Rekuperation

Die Rekuperation der Stromer bedeutet für die Antriebsachsreifen im Vergleich zum herkömmlichen Bremsmanagement eine zusätzliche Beanspruchung. Dementsprechend müssen ihre Reifen anderen Belastungen standhalten als Pneus für Busse mit Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig sollen sie genauso lange halten und den gleichen Sicherheitsanforderungen entsprechen wie Busreifen für konventionelle Antriebe. 

Die Zielkonflikte – insbesondere zwischen Laufleistung, Brems- und Handlingperformance – sind technisch anspruchsvoll. Sie stellen uns Conti laut Koch vor neue Anforderungen, aber es sei klar, dass man "keine Kompromisse bei Widerstandsfähigkeit und Bremsleistung" eingehen werde. "Die Sicherheit steht für uns an erster Stelle."

Wettlauf der Ideen 

Noch rollen die Fahrzeuge von VDL auf dem Contidrom auf Versuchsreifen mit handgeschnitzten Profilen aus dem Prototypenbau in Hannover-Stöcken. In der Regel dauert der Entwicklungsprozess vom ersten Prototypen bis zur Serienfertigung drei bis fünf Jahre. Bei den E- Busreifen soll es schneller gehen. Koch sagt dazu:

"Wir können bei dieser Konzeptreifenentwicklung unabhängig von bereits existierenden Reifengenerationen entwickeln. Das gibt uns die Freiheit, völlig neue Konzepte und Ideen auszuprobieren. Sollten sich diese als erfolgreich erweisen, werden wir sie sehr schnell umsetzen und mit in die Entwicklung der nächsten Reifenlinie einbringen."

Dadurch könne die Entwicklungszeit signifikant verkürzt werden und Continental schneller auf die Marktanforderungen reagieren. Der Zeitfaktor spielt beim Wettlauf der Ideen um die bestmögliche Lösung eine wichtige Rolle. Denn angesichts der rasanten Entwicklung des E-Mobility-Segments steigt auch der Bedarf an passenden Reifen. 

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