Conti: Immer mehr Aufträge in E-Mobilität

Das deutsche Technologieunternehmen vermeldet verstärkte Auftragseingänge. Vor allem, weil auch der Markt für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge spürbar Fahrt gewinnt.

Neben Softwarelösungen und der Beratung beim Design der E/E-Architektur bietet Continental ein breites Portfolio von Komponenten und Lösungen für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge an. (Gerafik: Continental AG)
Neben Softwarelösungen und der Beratung beim Design der E/E-Architektur bietet Continental ein breites Portfolio von Komponenten und Lösungen für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge an. (Gerafik: Continental AG)
Johannes Reichel
von Claus Bünnagel

Der Hannoveraner Technologiekonzern Continental hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten umfangreiche Aufträge für mehrere Steuerungskomponenten rund um die Fahrzeugelektronik in elektrisch angetriebenen Nutzfahrzeugen verzeichnen können – darunter DC/DC-Wandler sowie Steuerungskomponenten für den Ladevorgang und für das Thermomanagement.

"Der Nutzfahrzeugbereich steht – im Unterschied zum Pkw-Markt – noch am Anfang der Transition hin zu einer emissionsfreien Mobilität. Wir spüren aber, dass der Markt trotz der großen Herausforderungen bezüglich der Reichweiten und Ladeinfrastruktur deutlich Fahrt aufnimmt. Zudem werden in Zukunft nachhaltige Antriebe vor dem Hintergrund ambitionierter Klimaschutzziele und des weiter steigenden Güterverkehrs erheblich an Bedeutung gewinnen", zeigte sich Ismail Dagli, Leiter des Geschäftsfelds Smart Mobility bei Continental, überzeugt.

Ganzheitlicher Ansatz

Dabei setze man nicht nur auf Hardwarekomponenten, sondern folge einem ganzheitlichen Ansatz, so der Anbieter: Die E-Mobilitätsexperten des Hannoveraner Unternehmens offerierten von der Anforderungsdefinition über Beratung und Design zur elektrisch-elektronischen Architektur (E/E-Architektur) und der Entwicklung der Softwarelösung bis zur Serienproduktion praktisch alle Schritte aus einer Hand. Dazu zählten auch Soundmodule, intelligente Sensoren zur Batterieüberwachung, Batteriemanagementsysteme, Ladekontrollsysteme, Hochvoltkabel und weitere Lösungen.

Dynamic Charging

Eine weitere Lösung, an der die Ingenieure von Continental zusammen mit Siemens Mobility arbeiten, ist der Pantograf für das Dynamic Charging, also das Laden der E-Batterie während der Fahrt mit Strom aus Oberleitungen. Die „Nationale Plattform Zukunft der Mobilität“, eine Innovationsinitiative des Bundesverkehrsministeriums, empfiehlt 4.000 km Autobahn bis 2030 mit der Oberleitungstechnologie auszustatten.

"Besonders für den Schwerlastverkehr könnte dies eine optimale Lösung für die Zukunft sein, weil damit lange Wartezeiten beim Aufladen an Ladesäulen vermieden werden und die Batterie deutlich kleiner dimensioniert werden kann. Wir glauben daran, dass Dynamic Charging die größten Chancen hat, in diesem Bereich die CO2-Emissionen signifikant zu senken – auch gegenüber anderen Technologien, die etwa Wasserstoff oder andere synthetische Kraftstoffe nutzen", meint Alex Rupprecht, bei Continental verantwortlich für die Entwicklung des Pantografen.

Zudem hat Continental Sensoren zum Schutz von E-Batterien entwickelt. Von diesen Investitionen soll künftig auch der Nutzfahrzeugbereich profitieren.

"Wir planen, in der Zusammenarbeit mit den Pkw-Kollegen unser Sortiment systematisch auszuweiten. Denn oftmals können die Pkw-Komponenten mit leichten Modifizierungen übernommen werden", erklärte Dagli weiter.

Hardware aus Kunststoff und Gummi für E-Trucks und -Busse

Mit dem Stadtbusreifen Conti Urban hat Continental schon im vergangenen Jahr ein Modell speziell für Elektrobusse im Stadtverkehr mit erhöhtem Lastindex entwickelt. Die Tragfähigkeit des Pneus orientiert sich an den höheren Fahrzeuggewichten der Stromer. Schon seit 2016 betreibt das Unternehmen mehrere Entwicklungspartnerschaften u.a. mit allen großen Nutzfahrzeugherstellern, um Reifen auch auf die Anforderungen von E-Trucks und E-Bussen auszurichten.

Daneben kommen die von ContiTech entwickelten Hochleistungskunststoffe auch im Nutzfahrzeugbereich zum Einsatz. So besitzen die Elektrobusse eines großen Busherstellers Achsluftfedern, die den hohen Anforderungen im Stadtverkehr entsprechen. Für noch mehr Komfort in der Fahrgastkabine sorgen zudem Motorlagerungen, die die teils hochfrequenten Schwingungen des Elektromotors dämpfen und so dabei helfen, unangenehm hohe Pfeif- und Dröhngeräusche zu verhindern. Zudem entwickeln die Ingenieure von Continental Leitungssysteme für Elektrofahrzeuge. Dabei können die Kühl- und Wärmeleitungen im Elektro-Lkw bis zu 100 Einzelrohre und -schläuche sowie zahlreiche Übergangselemente umfassen.

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