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Compleo eTower 200: Einstieg in den HPC Markt

Sie haben sich das lange überlegt bei Compleo und sich mit der Mutter Kostal im Rücken dafür entschieden: Man steigt mit dem eTower 200 in den HPC-Markt ein und will hier auch gleich neue Maßstäbe setzen.

Mit dem eTower 200 steigt Compleo ins Segment des HPC-Ladens ein. Vorerst mit 200 kW Ladeleistung. | Foto: Compleo
Mit dem eTower 200 steigt Compleo ins Segment des HPC-Ladens ein. Vorerst mit 200 kW Ladeleistung. | Foto: Compleo
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Gregor Soller

Die Pressekonferenz war kurz und knackig: Christian Müller Winterberg, Vice President Research und Developement, der Chefentwickler des eTower 200 und Compleo-CEO Jörg Lohr, präsentierten kurz, knackig und ehrlich ihren neuen eTower 200, mit dem man das Portfolio ins HPC-Laden erweitert. Der HPC Markt wächst: Laut Lohr sollen bis 2028 über 150.000 HPC-Ladepunkte entstehen.

Der neue eTower 200 wurde komplett in Deutschland entwickelt und wird auch hierzulande gebaut. Man beobachtete, dass auch im öffentlichen und halböffentlichen Bereich immer öfter Ladeleistungen gefragt sind, die binnen zehn Minuten bis zu 200 km Reichweite bringen. Laut Müller-Winterberg seien die Installationen von HPC-Parks mittlerweile die Regel, nicht mehr die Ausnahme, eben auch im öffentlichen und halböffentlich Bereich.

Noch wichtiger sei aber, das zuverlässige Funktionieren, was bisher durchaus nicht immer gegeben war. Denn beim HPC-Laden fließen bis zu bis zu 500 Ampere, die wollen gekühlt werden und deshalb kommt es auf eine intelligente Luftströmung an. Müller-Winterberg weiß:

„Kunden kaufen nicht das Produkt, sondern Verfügbarkeit der Ladeleistung“

Höchste Effizienz bei kompaktem Design sollen den HPC-Lader auszeichnen. Er bietet eine modulare Stromverteilung, ein tatsächlich „ikonisches“ Beleuchtungskonzept über die ganze Senkrechte und einen "Single Point of Service"-Ansatz, was laut PR-Mitteilung Installation, Betrieb und Nutzung erheblich vereinfachen soll.

Das Herzstück sind laut Müller-Winterberg klar die eigenentwickelten leistungselektronischen Siliziumkarbid-Lademodule, die es ermöglichen, neue normative und zahlreiche marktspezifische Anforderungen umzusetzen, darunter die Implementierung netzdienlicher Funktionen. Die modulare Technologie des eTower 200 ermöglicht ultraschnelles Laden mit einer Spitzenleistung von 200 kW und einem Wirkungsgrad von mehr als 96 Prozent. Die Module erlauben zudem hohe Schaltfrequenzen. Das Leistungsmodul sei auch das Kernknowhow, das man in house habe. Klar musste man für den neuen eTower die Regelschleifen anpassen, aber musste hier nicht komplett bei null beginnen.

Sieben unabhängige Leistungsmodule erlauben eine dynamische und smarte Stromzuteilung

Dank eines hochmodernen Stromverteilungssystems auf Basis von sieben unabhängigen Leistungsmodulen, die Compleo komplett in Deutschland entwickelt hat, kann der eTower Strom dynamisch und intelligent verteilen. Die Ladetechnologie passt sich dabei kontinuierlich an die jeweilige Ladesituation an und maximiert stets die Leistung. Jedes Leistungsmodul liefert bis zu 920 Volt und 72 Ampere, wodurch Fahrer ihr Elektrofahrzeug in kürzester Zeit aufladen und ihre Fahrt fortsetzen können. Sämtliche in den Modulen verwendeten Leistungshalbleiter sind auf modernster Siliziumkarbid (SiC)-Basis gefertigt. Durch die vollständige Abschaltung der Leistungsmodule im Standby-Betrieb, kann der Ruhestromverbrauch auf ein Minimum reduziert werden.

Zusatzeinnahmen für den Betreiber durch extra Energiezuteilung

Durch die Verwendung von kompakten 29-kW-Modulen verteilt die Ladestation automatisch die verfügbare Leistung so, dass beide Fahrzeuge jederzeit ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen können. Für Betreiber bedeutet dies eine Steigerung des Energieabsatzes um bis zu 35 MWh pro Jahr, was sich in zusätzlichen Einnahmen von mehreren Tausend Euro niederschlagen kann. Die Annahme dafür sind bei Compleo acht Ladungen am Tag bei 50ct/kWh. Referenzfahrzeuge: Tesla Model 3 LR mit 15% Start-SOC und ein Audi e-tron 55 mit 20% Start-SOC.

Da man auch in Park- und Tiefgaragen zielt, hat man die Höhe auf 2,0 Meter beschränkt. Und beim Aufbau auch an Installateure und Service-Techniker gedacht, wie Müller-Winterberg erklärt. Basis ist nämlich immer eine Installationsplatte, auf die der Tower dann einfach draufgehoben werden kann – nicht nur per Kran, sondern bei Bedarf auch per Stapler. Darüber hinaus erfordert der Austausch, die Aufrüstung oder Wartung keine Kräne oder schweres Werkzeug.

Für den Service genügt eine große Tür vorn. Damit kann er auch an der Wand installiert werden

Der eTower soll den kleinsten Servicebereich in der Klasse von 200 kW HPC-Ladern bieten: Alle Komponenten des Ladesystems sind über eine einzige Servicetür erreichbar, die zum belegten Parkplatz hin ausgerichtet ist. So kann der eTower 200 auch direkt vor Wänden platziert werden, was zu einer noch effizienteren Raumnutzung führt. Dies eröffnet eine breitere Palette von Standortmöglichkeiten und maximiert die Flexibilität bei der Installation. Dank seiner niedrigen Höhe – ebenfalls die geringste seiner Klasse – lässt sich der eTower selbst an Orten mit begrenzter Raumhöhe wie etwa Parkhäusern oder unter Dächern aufstellen.

Einfacher Anschluss, mehrstufige simple Installation

Zudem vereinfacht der innovative Wire Hub den Installationsprozess erheblich. Er hält alle notwendigen Versorgungsleitungen sicher und geschützt, reduziert den Montageaufwand und senkt damit die Installationskosten. Der eTower 200 ist exakt auf die Anforderungen von Ladepunktbetreibern (Charge Point Operator, kurz CPO) zugeschnitten. Sie sollen später von optimaler Rentabilität und effizientem Betrieb profitieren. Die Ladetechnologie passt sich flexibel an den individuellen Energiebedarf jedes einzelnen Elektrofahrzeugs an, um eine optimale und effiziente Ladung zu gewährleisten. Für den Anschluss hatte man den üblichen 185-200 Quadratquerschnitt im Blick. Dafür bietet man einen sogenannten „Wire Hub“ mit Kabelanschlüssen auf einer Vormontageplatte, die man vorbereiten kann. Der Tower wird dann nur noch „draufgesteckt“.

Bei einem Servicefall sorgt eine hohe Redundanz für die nahtlose Fortsetzung des Betriebs. Selbst wenn ein Leistungsmodul in den Servicemodus wechselt, bleibt die Leistungsfähigkeit aller anderen Module unbeeinträchtigt und liefert weiterhin Strom. Außerdem bietet man einen Fernzugriff über eine zweite SIM-Karte: So ist dem Techniker eine Ferndiagnose respektive ein Fernservice möglich und die Diagnosedaten müssen nicht komplett über das OCCP-Backend laufen.

Im Zuge des rasanten Aufbaus von DC-Schnelladestruktur werden die Netze zunehmend belastet und Netzbetreiber vor Herausforderungen gestellt. Ziel ist die Sicherstellung der Netzstabilität. Durch das integrierte Active-Frontend im Modul kann neben Wirkleistung auch Blindleistung bei Bedarf für das Netz bereitgestellt werden, um die Netzspannung zu stabilisieren. Integrierte, ausgeprägte Regel- und Filterstufen tragen zudem zur Reduzierung der Oberwellen und Störemissionen bei.

Doch auch die Nutzer hatte man im Blick, die laut CEO Jörg Lohr nicht immer optimale Ladeerlebnisse hätten, was auch für alte Compleo-Station gelten würde, wie er selbstkritisch anmerkt. Weshalb man eine klare Bedien- und Anzeigenstruktur schuf. Die LED-Ladestandsanzeige ermöglicht es E-Autofahrern, den Ladezustand (State of Charge, kurz SOC) des angeschlossenen Fahrzeugs auch aus der Entfernung zu erkennen. Dies erleichtert die Auswahl eines geeigneten Ladepunkts, insbesondere wenn alle anderen bereits belegt sind.

Ein belastbares, helles Allwetter-Display gewährleistet eine zuverlässige Anzeige unabhängig von den Wetterbedingungen. Vier robuste, wetterfeste Tasten ermöglichen eine einfache Bedienung und einen barrierefreien Zugang.

Bitte leise Laden: Leise Lüfter und der Kamineffekt halten die Geräusche gering

Ein weiterer heikler Punkt beim HPC-Laden ist die Geräuschentwicklung, weshalb man hier auf den „leisesten Betrieb in seiner Klasse“ geachtet hat. In Zahlen heißt das, dass der eTower 200 mit unter 55 dB betrieben werden kann, was den Einsatz in Wohngebieten ohne störende Geräuschbelästigung ermöglichen soll. Dazu nutzt man laut Kamineffekt: Die meisten HPC-Lader werden laut Müller Winterberg horizontal be- und entlüftet. Bei Compleo zieht man die Ansaugluft von unten und entlüftet nach oben raus und nutzt dafür eine laminare Luftströmung, was leisere Lüfter ermöglicht.

Wichtig: Komfortable und rechtssichere Ladevorgänge

Nutzer des neuen eTower 200 profitieren von einem erheblich vereinfachten und beschleunigten Bezahlvorgang. Zahlungen lassen sich direkt durchführen, ohne dass eine zusätzliche Anmeldung oder Registrierung erforderlich ist. Die HPC-Ladelösung ist für alle gängigen Debit- und Kreditkarten ausgelegt, wodurch die bevorzugte Zahlungsmethode ohne Einschränkungen gewählt werden kann. Das integrierte Payment Terminal führt systematisch eine Vorabautorisierung durch. Diese Prüfung gewährleistet, dass die verwendeten Zahlungsmittel über ausreichend Deckung verfügen, was CPOs zuverlässige Transaktionen und sorgenfreie Auszahlungen garantiert.

Dank Digital Receipt erhält man alle Abrechnungen direkt aufs Smartphone

Das Speicher- und Anzeigenmodul, kurz SAM, gewährleistet kWh-genaue und eichrechtskonforme Abrechnungen, unabhängig von der Einbindung in bestehende Backend-Systeme. Es zeigt die Menge der geladenen Energie unmittelbar an und speichert diese für eine spätere Überprüfung. Dank der Plug-and-Play-Funktionalität entsteht kein zusätzlicher Aufwand bei der Inbetriebnahme – es ist direkt einsatzbereit. Das Payment Terminal des eTower macht den physischen Belegdrucker überflüssig. Stattdessen erhalten Kunden via Digital Receipt-Funktion Zugang zu einem digitalen Belegserver, der es ihnen ermöglicht, ihre Zahlungsbelege sicher und bequem online abzurufen – auch Tage nach dem Ladevorgang. Jörg Lohr, CEO von Compleo, freut sich dann auch:

„Mit der Einführung des eTower starten wir ein neues Kapitel in der Geschichte von Compleo. Die Technologie hinter unserer HPC-Lösung ist das Ergebnis beständiger Innovationsarbeit und unseres Entschlusses, auch in schwierigen Phasen den Kurs zu halten und weiterhin wegweisende Lösungen im Bereich der Elektromobilität zu entwickeln“,

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Christian Müller-Winterberg, Vice President Research & Development von Compleo, ergänzt: „Nur wenige Marktteilnehmer verfügen über die Kernkompetenz zur Entwicklung von leistungselektronischen Lademodulen. Wir sind stolz darauf, diese einzigartige Fähigkeit in unserem Unternehmen zu haben. Dadurch können wir unseren Innovationsweg für DC-Schnellladesäulen beschleunigen und gleichzeitig flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren.“

Und die gehen weiter: Kostal hatte eine bidirektionale DC-Box in der Planung, die ab 1.1.2024 in die Compleo-Entwicklung integriert wird, was Lohr klar als „Vertrauensbeweis“ sieht. Zumal man gegenseitig voneinander profitiert: Die Assembly erfolgt im Hause Compleo, aber man kann da noch viele Effizienzen heben, indem man die gesamte Produktion unter einem Dach zusammenzieht. Kostal kennt sich in Sachen , Leistungsmodule aus, ist Tier 1-Zulieferer der Autoindustrie und das ermögliche laut Lohr einen „signifikanten Schritt“ in Sachen Qualität, zumal Kostal über 56 Standorte in 21 Ländern hat. Das mache es viel einfacher, Module und Komponenten zu beschaffen, die auf Herz und Nieren geprüft sind. So konnte Compleo auch seinen Supply Chain optimieren. Und man kann viele Komponenten direkt sourcen und auf Zukäufe verzichten, zumal Kostal einen engen Draht zu Halbleiterherstellern habe oder wie es Müller Winterberg formuliert:

„Silizumkarbid ist das Gold im Halbleiterbereich“

Womit Compleo eine „goldene Zukunft“ bevorstehen könnte.

Was bedeutet das?

Die Integration in die Kostal-Gruppe half Compleo und CEO Lohr zieht gerade alle „Strippen“ gerade, heißt: Er hebt Synergien mit der neuen Mutter, stellt Forschung und Entwicklung auf eine neue Basis und richtet das Programm von Compleo komplett neu aus: Von der AC-Box bis zum HPC-Schnelllader, er einst vielleicht auch 400 kW kann…

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