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City-Planung: Ford ermittelt per KI beste Standorte für Ladesäulen

Autobauer Ford will mittels Algorithmus die künftige Nutzung von E-Fahrzeugen in Städten unterstützen. Die KI soll strategisch sinnvolle Standorte für Ladesäulen berechnen. So könnte bereits eine kleine Anzahl neuer Ladepunkte für große Verbesserungen sorgen.

Mit dem Joint-Venture IONITY will Ford ein leistungsstarkes Schnellladenetze in Europa aufstellen, die neue KI unterstützt Städte bei der Planung der Ladeinfrastruktur. | Foto: IONITY
Mit dem Joint-Venture IONITY will Ford ein leistungsstarkes Schnellladenetze in Europa aufstellen, die neue KI unterstützt Städte bei der Planung der Ladeinfrastruktur. | Foto: IONITY
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Redaktion (allg.)
von Julian Kral

Als großer Kritikpunkt für die Umstellung auf Elektromobilität gilt, dass Ladestationen oftmals genau dann nicht verfügbar sind, wenn sie gebraucht werden. Dem will Fahrzeughersteller Ford mit seinen neuen Konzept Abhilfe schaffen: Ein intelligenter Algorithmus soll die vorteilhaftesten Standorte für neue Schnellladestationen identifizieren. Datenwissenschaftler des Unternehmens haben laut Ford hierfür Fahrdaten, die auf einer Gesamtstrecke von mehr als einer Million Kilometer gewonnen wurden, in ihre Berechnungen einfließen lassen.

Im Rahmen des Ford City Data Solutions Report, der im Dezember 2018 veröffentlicht wurde, hat Ford im Großraum London 160 Transporter mit einem Gerät zur Datenerfassung ausgestattet und die Erkenntnisse aus umgerechnet mehr als 15.000 Fahrzeug-Einsatztagen ausgewertet. Der Algorithmus orientiert sich dabei an den gefahrenen Routen und insbesondere an den Orten, an denen die Fahrzeuge abgestellt und geparkt wurden, so der US-amerikansiche Autobauer. Nach eingehender Analyse kam das Team zu der Schlussfolgerung, dass es möglich wäre, den Zugang zum mobilen Laden schon durch den Einsatz einer relativ kleinen Anzahl von strategisch sinnvoll positionierten Schnellladestationen deutlich zu verbessern.

"Unsere Fähigkeit, die riesigen Mengen an gewonnenen Fahrdaten zu analysieren, kann entscheidend dazu beitragen, die Städte der Zukunft zu entwickeln", sagte John Scott, Projektleiter, City Data Solutions, Ford Smart Mobility. "Ford hat es sich zur Aufgabe gemacht, intelligente Fahrzeuge für eine intelligente Welt zu liefern - einschließlich Elektrofahrzeuge für sauberere und ruhigere Städte. Zudem wollen wir unsere Daten für eine möglichst effiziente Investition in die notwendige Infrastruktur nutzen".

Datenaufzeichnungen, die im Gegensatz zu Simulationen von real eingesetzten Fahrzeugen erfasst werden, könnten Städten ermöglichen, die Ladeinfrastruktur für die E-Moblität effektiver zu planen, auch mit Blick auf ihr Budget, erklärt Ford.

Ladestationen im Defizit

Schnellladestationen bieten eine Batterieladung von bis zu 80 Prozent in 30 bis 40 Minuten. Mittlerweile gibt es mehr als eine Million Elektroautos in Europa, und bis 2040 geht Ford davon aus, dass Elektrofahrzeuge weltweit den Großteil aller Neuwagenverkäufe und ein Drittel aller Flotten ausmachen werden. Allerdings gebe es bereits Bedenken hinsichtlich eines möglichen Defizits bei der Bereitstellung von Ladestationen, so der Automobilhersteller.

"Elektrifizierung verändert die Art und Weise, wie wir unsere Fahrzeuge bewegen und betanken. Das Nachladen von Elektrofahrzeugen unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Autos, bei denen das Nachfüllen mit Benzin oder Diesel nur fünf Minuten dauert", fügt Scott hinzu. "Beim Auffinden zusätzlicher Ladepunkte haben wir den tatsächlichen Einsatz von Fahrzeugen berücksichtigt, um das Ladestationen-Netzwerk künftig den realen Aktivitäten von Autofahrern anzupassen".

Erst kürzlich hat Ford in Amsterdam sein neues Fahrzeug-Portfolio vorgestellt, darunter 16 elektrifizierte Modelle, vom kleinen Familienauto bis hin zu einem vom Ford Mustang inspirierten Performance-SUV, sowie einem batterie-elektrischen Ford Transit-Transporter. Mit der Gründung von "IONITY" will Ford gemeinsam mit weiteren Automobilherstellern zudem die Weichen für den Aufbau eines leistungsstarken Schnellladenetzes für Elektrofahrzeuge in Europa stellen. Die Errichtung und der Betrieb von insgesamt rund 400 Schnellladestationen bis 2020 nennt das Unternehmen als besonders wichtige Schritte, um Elektromobilität auch auf Langstrecken zu gewährleisten und damit im Markt zu etablieren.

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