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City-Logistik: Amazon nimmt 100 E-Vans von Mercedes in Dienst

Pilotprojekt unter Beteiligung von Daimler, Innogy, Lueg und den Amazon-Partnern will die Möglichkeiten der E-Mobilität in der Lieferpraxis-Praxis in Bochum ausloten.

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Johannes Reichel

In einer Kooperation haben Daimler, der Online-Großhändler Amazon, das Energietechnologieunternehmen Innogy sowie der Fahrzeughändler Lueg in Bochum ein integriertes Projekt zur City-Logistik gestartet. Im Mittelpunkt steht dabei der Flotteneinsatz von 100 Elektro-Transportern vom Typ eVito, die angefangen mit 30 Fahrzeugen am Standort Bochum bald auch in Düsseldorf und anderen Amazon-Logistikzentren in Dienst gestellt werden sollen. Der Online-Händler hat über seine Transportpartner bereits Erfahrungen mit dem Vorgängermodell des eVito, dem Vito E-Cell, gesammelt, die noch immer im Einsatz sind.

Darauf aufbauend wollen die beteiligten Partner jetzt einen Musteranwendungsfall schaffen, der dann in größerem Rahmen auf andere Standorte übertragen werden soll. Zur Vorbereitung hat der Energieversorger Innogy die Ladeinfrastruktur am Depot erstarkt und die Infrastruktur inklusive Lademanagement zur gleichmäßigen Auslastung und 30 Ladesäulen geschaffen, die über 22 kW Ladeleistung verfügen. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Nur so mache Elektromobilität Sinn, betonte die Leiterin Elektromobilität bei Innogy, Elke Temme. Man zeige mit dem Pilotprojekt, welche Einsparungen auch im gewerblichen Bereich möglich sind, so die E-Mobility-Expertin.

Die zum Start des Projekts 30 Fahrzeuge sollen über Nacht geladen werden, im Bestfall dauert der Ladevorgang der E-Transporter sechs Stunden. Als Projektkoordinator fungierte mit der Lueg AG ein Fahrzeughändler, der auch Wartung und Service für die Fahrzeuge teils vor Ort und das Parkraummanagement auf dem Areal übernimmt. Die Fahrzeuge werden den sogenannten Transportpartnern von Amazon im Leasing von Daimler zur Verfügung gestellt. Der Hersteller verspricht über die Laufzeit eine Kostenneutralität zu den konventionellen Diesel-Modellen.

Die E-Transporter werden in den KEP-Verkehren aus dem stadtnahen Depot in 13 umliegende Städte und die Bochumer City im Einsatz sein und sollen in der Disposition keine Einschränkungen zu konventionellen Fahrzeugen aufweisen, schildert ein Amazon-Verantwortlicher die Anforderungen. Maximal betragen die täglichen Strecken auf den Liefertouren bis zu 80 Kilometer. Der Amazon-Logistik-Chef Deutschland Bernd Gschaider bezeichnete das Projekt als wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zu massentauglicher nachhaltiger City-Logistik für die Letzte Meile. Den Kunden seien ein Ein geringerer Kraftstoffverbrauch, weniger oder am besten keine Emissionen und höchste Flexibilität bei Lieferfahrten wichtig.

Als weiteres Pilotprojekt soll im Rahmen des sogenannten "BaseCamp" in Bochum der von der Daimler- Innovationstochter Lab1886 mit der Josef Paul GmbH & Co.KG aus Passau entwickelte, digitale Fahrzeugscanner integriert werden. Bei einer 30-sekündigen Durchfahrt wird der Fahrzeugzustand durch Kameras dokumentiert. Die Bilder stehen auf einer Softwareplattform sofort digital zur Verfügung. Dadurch soll die Schadensquote an den Fahrzeugen sinken und das Handling für die Fuhrparkmanager erleichtert werden.

Was bedeutet das?

Daimler glaubt fest an die Elektromobilität, erst recht im Nutzfahrzeugbereich setzt man dabei voll auf den batterieelektrischen Antrieb als klar abgegrenzte Alternative zum Diesel. Für dessen Marktdurchsetzung braucht es aber Leuchtturmprojekte, wie die Kooperation mit Hermes und jetzt mit Amazon und deren Partnern. Nur so lassen sich die nötigen Erfahrungen sammeln, um derartige Settings zu übertragen. Denn für die E-Mobilität braucht es deutlich mehr als nur den Fahrzeugvertrieb und ein gutes Produkt. Es braucht ein komplettes "Ökosystem", wie der Hersteller nicht müde wird zu betonen. Nur dann rechnet es sich für die Kunden - und nur dann klappt's auch mit dem vielbeschworenen Markthochlauf.

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