Werbung
Werbung

China: Stromer und Plug-ins wachsen weiter

Im Juli 2023 wurden in China rund 780.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkauft – das sind 31,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, aber etwas weniger als im Juni 2023 mit 806.000 „New Electric Vehicles“.

BYD wächst in China auch im Juli weiter. | Foto: G. Soller
BYD wächst in China auch im Juli weiter. | Foto: G. Soller
Werbung
Werbung
Gregor Soller

China setzt den Weg Richtung Elektrifizierung fort:  780.000 „NEV“ bedeuten den zweitbesten Monatswert des laufenden Jahres. Laut den Zahlen der China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) wurden im Juli 2023 rund 541.000 BEV und 239.000 PHEV abgesetzt. Nicht in Fahrt kommt die Brennstoffzelle: Auch sie gehört zu den „NEV“, aber im Juli 2023 wurden gerade einmal 200 neue Brennstoffzellenautos zugelassen. Unsere Kollegen von Electrive.Net haben die Zahlen mal aufgedröselt und Interessantes entdeckt.

Vor allem die Plug-ins legen wieder massiv zu, Stromer machen ein Drittel des Marktes

Während die Brennstoffzelle also eine Randerscheinung bleibt, bedeuten die 541.000 BEV im Jahresvergleich ein Plus von 18,2 Prozent, mit Blick auf den Juni (573.000 BEV) aber einen Rückgang um 5,6 Prozent. Die 239.000 Plug-in-Hybride entsprechen auf Jahressicht einem Wachstum von 77 Prozent. Damit folgten die „New Electric Vehicles“ im Großen den Verbrennern, bei denen die Zahlen weniger stark ausfielen. Über alle Antriebsarten hinweg wurden im Juli 2023 insgesamt rund 2,39 Millionen Neuwagen in China zugelassen (+1,4 Prozent zum Juli 2022, -9 Prozent zum Juni 2023). Damit lag der NEV-Anteil bei 32,7 Prozent. Im Juni war die Stückzahl mit 806.000 New Energy Vehicles zwar größer, deren Anteil lag aber nur bei 30,7 Prozent.

BYD verkauft trotz Rückgang gegenüber Juni 2023 noch mehr Einheiten

BYD legte entgegen der Marktabschwächung von Juni auf Juli weiter zu: Die Marke konnte 262.161 NEV zulassen und übertraf so das Juni-Ergebnis um fast 10.000 Fahrzeuge. Davon sind 261.105 NEV Pkw und 1.056 NEV-Nutzfahrzeuge. Die Aufteilung BEV zu PHEV liegt bei BYD in China ungefähr bei je der Hälfte. 2023 hat BYD damit bis Juli 1.517.798 Autos verkauft: Das ist ein extremes Wachstum, verglichen mit den 1,69 Millionen Fahrzeugen im Gesamtjahr 2022, doch für 2023 plante BYD ursprünglich die Drei-Millionen-Marke zu knacken, was jetzt knapp werden könnte.

Der Abstand von BYD zu Tesla wächst

Tesla kommt in der Juli-Statistik für China auf 64.285 Elektroautos, wovon allerdings rund die Hälfte (konkret 32.862 Model 3 und Model Y) in den Export gingen. In China selbst brachte GAC Aion den dritten Monat in Folge knapp über 45.000 Stromer zulassen, diesmal 45.025 Einheiten. Auch der chinesische Autobauer Great Wall konnte seine NEV-Verkäufe auf einen neuen Rekordwert heben, bei den 28.896 Einheiten sind aber auch Plug-in-Hybride enthalten.

Nio scheint in China endlich in Fahrt zu kommen

Unter den EV-Startups sticht laut Electrive Net im Juli 2023 Nio heraus: 20.462 Einheiten bedeuten sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch dem Juni 2023 quasi einer Verdopplung. Dass Nio zum ersten Mal auf mehr als 20.000 Fahrzeuge in einem Monat kam, lag vor allem am Lieferstart des neuen Mittelklasse-SUV ES6, das bald auch in Europa ausgeliefert werden soll.

VW schwimmt mit vielen Start-Ups um die 10.000er-Marke mit

Hinter Nio reihen sich mit Respektabstand viele Startups und neue Marken (die in China immer noch gern als BEV- oder Premium-Ableger gegründet werden) ein: Leapmotor setzte 14.335 New Energy Vehicles (das Unternehmen verkauft auch Fahrzeuge mit Range Extender), gefolgt von der Geely-Marke Zeekr mit 12.039 BEV, Xpeng mit 11.008 BEV (Beide wollen demnächst auch in der EU starten) und Neta mit 10.038 NEV. Hinter Leapmotor stünde Volkswagen: Mit 12.922 Elektroautos konnte der deutsche Hersteller sogar mehr Stromer als der neue China-Partner Xpeng absetzen, wobei dem ID.3 hier die massive Rabattaktion half: Mit 7.378 Einheiten war er der meistverkaufte Elektro-VW in China - umgerechnet ist der ID.3 dort ab 15.800 Euro zu haben. Der ID.4 kam auf 4.031 Einheiten, der ID.6 auf 1.513.

Smart kam auf gut 4.000 Einheiten – das muss perspektivisch viel mehr werden

Und die Mercedes-Benz- und Geely-Tochter Smart? Lieferte im Juli 4.292 Fahrzeuge in China aus, wobei hier auch schon der #3 mithalf, der ab 20.6.2023 in China geliefert wird.

Was bedeutet das?

Der chinesische Markt ist noch lange kein reiner „New Electric Vehicle Markt“ – aber auf dem Weg dorthin. Und er dreht sich massiv zu Gunsten der einheimischen Hersteller. VW gehört hier mittlerweile zu den kleinen Anbietern, in bester Gesellschaft vieler Start-Ups. Kein gutes Zeichen.

Werbung
Werbung