China produziert erste Festkörperakkus

Das chinesische Unternehmen Qing Tao Energy Development soll mit einer Kleinserienproduktion von Festkörperakkus begonnen haben.

Fisker möchte den Emotion von Beginn an mit Festkörperakkus ausrüsten. | Foto: Fisker
Fisker möchte den Emotion von Beginn an mit Festkörperakkus ausrüsten. | Foto: Fisker
Gregor Soller

Festkörperbatterien gelten als große Hoffnung für die Fahrzeugbranche. Ein Problem sind bisher vor allem Materialien und Ladezeiten. Dafür bieten sie eine höhere Energiedichte und sind nicht brandgefährdet. Wie die Plattform „Golem“ jetzt " berichtet, hat das chinesische Unternehmen Qing Tao Energy Development jetzt begonnen, in einer Fabrik in der ostchinesischen Provinz Jiangsu Festkörperakkus zu fertigen, allerdings nur in Kleinserie. Das Unternehmen Qing Tao Energy Development wurde aus der Tsinghua-Universität in Peking ausgegründet. Umgerechnet rund 126 Millionen Euro soll das Unternehmen in die Produktionslinie investiert haben, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

Die Energiedichte der Festkörperakkus soll mehr als 400 Wattstunden pro Kilogramm betragen, zum Vergleich: Lithium-Ionen-Akkus liegen in der Regel zwischen 90 und 250 Wattstunden pro Kilogramm. Die Festkörperakkus sollen zunächst in High-End-Geräten verbaut werden, ab 2020 könnten sie auch in Elektroautos zum Einsatz kommen. Allerdings startet man langsam: Die Produktionslinie bietet jährlich eine Kapazität von 0,1 Gigawattstunden (GWh) im Jahr, was für rund 2000 Elektroautos reichen würde. Auch zu den Preisen hat man sich noch nicht geäußert. Die dürften aber etwas sinken, wenn die Kapazität bis 2020 auf 0,7 GWh gesteigert werden soll. Zum Vergleich: Tesla produziert in der Gigafactory derzeit rund 20 GWh im Jahr und strebt 35 GWh an.

Aber auch in Deutschland und in den USA arbeitet man weiter am Thema: Ein Team des Forschungszentrums Jülich will nach eigenen Angaben eine Lösung gefunden haben, um zehnmal höhere Lade- und Entladeströme zu ermöglichen, was die Ladezeiten dramatisch verkürzen würde: Bisher brauchen Festkörperakkus je nach Größe mindestens 10 bis 12 Stunden benötigen, um geladen zu werden und tun sich schwer bei schneller Leistungsabgabe. Die Kunst besteht laut der Forscher in einer „cleveren Materialwahl“: Dabei setzen sie auf Phosphatverbindungen, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen. In den USA forscht neben diversen Instituten auch Henrik Fisker an Festkörperakkus: Zuletzt investierte Caterpillar Ventures in Fiskers Festkörperforschung, die einen Fertigungspreis von unter 100 Dollar pro Kilowattstunde erreichen will.

Was bedeutet das?

Es tut sich viel in Sachen Festkörperakku und tatsächlich ist die Fertigung jetzt gestartet. Das gibt Anlass zur Hoffnung, das bis 2020 bereits die ersten Serienakkus geliefert und vielleicht sogar auch schon in erste Autos verbaut werden könnten.

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