ChargeUp Europe: Allego, ChargePoint und EVBox Group gründen Allianz

Allego, ChargePoint und EVBox – die zusammen mehr als 150.000 Ladepunkte in ihren Netzwerken in der gesamten EU haben – kündigten den Start von ChargeUp Europe auf einer Online-Veranstaltung an.

ChargeUp Europa will vor allem politisch und hinsichtlich einheitlicher Verordnungen aktiv werden. | Foto: ChargeUp Europe
ChargeUp Europa will vor allem politisch und hinsichtlich einheitlicher Verordnungen aktiv werden. | Foto: ChargeUp Europe
Gregor Soller

Mit den drei Unternehmen haben sich führende Akteure der Branche im Bereich der Ladeinfrastruktur zu einer neuen Allianz zusammengeschlossen, die die Einführung verbraucherorientierter EV-Politiken in Europa unterstützen wird. Dabei legen alle drei größten Wert darauf, dass sich die Allianz vor allem auf politische Aspekte beziehen wird, zu denen gemeinsame Normen und Gesetze gehören, um das Ladeerlebnis erheblich zu vereinfachen. Außerdem ist man offen für weitere Mitglieder. Ziel von ChargeUp Europe ist es, einen schnellen und effizienten Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Europa zu ermöglichen. Die Allianz will auch darauf hinarbeiten, dass die Politik Investitionen in die Ladeinfrastruktur unterstützt. Außerdem sollen Marktbarrieren beseitigt werden, um international die reibungslose Nutzung von Elektrofahrzeugen zu erleichtern und ein „nahtloses Erlebnis“ für EV-Fahrer zu schaffen. 

ChargeUp Europe bildet sich zu einer Zeit, in der die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen stark ansteigt und die EU sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2050 durch den Green Deal die CO2-Neutralität zu erreichen – bis 2030 sollen voraussichtlich 44 Millionen Elektrofahrzeuge auf europäischen Straßen unterwegs sein. Um sicherzustellen, dass die Infrastrukturentwicklung mit der zunehmenden Nutzung von Elektrofahrzeugen Schritt hält und bei der Umstellung auf den Elektrotransport helfen kann, wird ChargeUp Europe darauf hinarbeiten, die richtigen Marktbedingungen für Anreize für Investitionen zu schaffen – und gleichzeitig ein verbraucherorientiertes, offenes Marktmodell für Ladeinfrastrukturen in Europa.

ChargeUp Europe hat seine Auftaktveranstaltung für den Sommer in Brüssel geplant. Angesichts der aktuellen Umstände des Coronavirus (COVID-19) kann sich dies ändern. Aktuell soll sie am 8.9. in Amsterdam stattfinden.

Die Gründungsmitglieder äußerten sich bereits. So sagte Kristof Vereenooghe, der CEO von EVBox und Everon:  

„Es ist das erste Mal, dass der gesamte Bereich der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge mit einer klaren Stimme sprechen kann. Wir müssen uns äußern und die Interessen der EV-Fahrer überall verteidigen, anstatt andere für uns reden zu lassen. ChargeUp Europe wird daran arbeiten, zu bewerten, was erforderlich ist, um einen offenen Markt mit einem verbraucherorientierten Modell für die Nutzung von Elektrofahrzeugen in Europa zu schaffen. Der Schlüssel wird die Entwicklung, Bereitstellung und der Betrieb einer qualitativ hochwertigen Ladeinfrastruktur sein, die den praktischen Bedürfnissen der EV-Fahrer gerecht wird."

Mathieu Bonnet, der CEO von Allego ergänzt:  

„Wir starten in unsicheren Zeiten, und natürlich konzentrieren sich die Gedanken der Menschen auf COVID-19. Aber da wir alle unseren Beitrag zur Bewältigung dieser Krise leisten wollen, halten wir es für wichtig, dass wir uns auch weiterhin auf große Herausforderungen wie den Klimawandel konzentrieren. ChargeUp Europe stellt eine einzigartige Gelegenheit für den Sektor dar, zusammenzukommen und die Entwicklung und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in ganz Europa zu beschleunigen. Wir rufen alle anderen gleichgesinnten Partner auf, sich dieser Initiative anzuschließen."

Christopher Burghardt, der Geschäftsführer Europa von ChargePoint, erklärte schließlich:

„Trotz der relevanten politischen Themen glauben wir, dass es der richtige Zeitpunkt ist, mit einer engagierten Stimme für die Ladeinfrastruktur in Europa zu sprechen. Wir sind entschlossen, mit den Entscheidungsträgern und Interessenträgern der EU zusammenzuarbeiten, um die Politik und Investitionen zu ermitteln, die erforderlich sind, um eine größere Zahl von Elektrofahrzeugen auf den EU-Markt zu bringen. Der Übergang zur Elektromobilität ist entscheidend für das Erreichen von Null- Emissionen, und diese Allianz hat sich der Unterstützung der EV-Infrastruktur verschrieben, die sich positiv auf die EV-Einführung auswirkt."

Was bedeutet das?

Die Branche ist in den letzten Jahren stark gewachsen und hat viele Erfahrungen gesammelt. Die drei Gründungsmitglieder stimmen darin überein, dass jetzt an diesem „Tipping Point“ trotz Corona-Krise der ideale Zeitpunkt für die Einführung einer gemeinsamen Plattform gekommen ist, um der Elektromobilität in Europa tatsächlich zum Durchbruch verhelfen zu können.  

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