Changan Shenlan SL03: Stromer mit Benziner, E-Maschine oder Brennstoffzelle.

Den neuen Shenlan SL03 bietet Changan mit drei verschiedenen Antrieben an: Mit Verbrenner, E-Maschine oder Brennstoffzelle. Deshalb reichen seine Preise von umgerechnet rund 25.000 bis gut 100.000 Euro.

Kantiger Charakter: Zwar fährt der SL03 grundsätzlich immer elektrisch per Akku, doch Energie und Power werden auf drei Arten erzeugt. | Foto: Changan
Kantiger Charakter: Zwar fährt der SL03 grundsätzlich immer elektrisch per Akku, doch Energie und Power werden auf drei Arten erzeugt. | Foto: Changan
Gregor Soller

Auch Shenlan ist ein Joint-Venture von Changan, CATL und Huawei, das immer mit E-Maschine an der Hinterachse kommt, der je nach Version 160 oder 190 kW leistet. Im Basismodell rumort aber ein 1,5-Liter-Saugbenziner mit 95 PS, der nur dazu da ist, den vergleichsweise kompakten 28,4 kWh großen Lithium-Eisenphosphat-Akku zu laden. Rein elektrisch soll der SL03 EREV bis zu 200 Kilometer weit kommen, dank „Range-Extender“ sollen bis zu 1.200 Kilometer möglich sein.

Etwas teurer ist die reine E-Version mit190 kW starker E-Maschine und einem 58-kWh-Nickel-Mangan-Kobalt-Akku, mit dem die Limousine bis zu 515 Kilometer weit kommen kann. Für umgerechnet gut 31.000 Euro gibt es einen großen 80-kWh-Akku, den Shenlan aber seltsamerweise an die schwächere 160-kW-E-Maschine koppelt – aber der soll nach eher optimistischem chinesischen CLTC-Zyklus bis zu 705 Kilometer weit kommen, real darf man eher von 500 minus x ausgehen… 

Extrem viel teurer ist dann die Version mit Brennstoffzelle, die man mit dem 160-kW-Motor und der Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 28,4 kWh koppelt. Dafür erscheinen die umgerechnet gut 100.000 dann schon sehr happig. Doch hier rechnen die Shenlan-Leute optimistisch gegen: Jeder gefahrene Kilometer soll nur drei Cent an Energie kosten. Den Wasserstoff-Verbrauch gibt man mit optimistischen sehr sparsamen 0,65 kg pro 100 Kilometer an. So soll die Reichweite bis zu 730 Kilometer betragen, doch einmal mehr dürfte es sich hier eher um ein „Leuchtturm-Projekt“ handeln als um einen Stückzahlenbringer.

Optisch bleibt die 4,82 Meter mal 1,89 Meter mal 1,48 Meter messende Limousine unauffällig und bietet üppige 2,9 Meter Radstand. Innen dominiert ein 14,6 Zoll Zentralscreen, der sich um 15 Grad nach rechts oder links neigen lässt. Hinter dem abgeflachten Lenkrad blickt man auf digitale Instrumente samt Augmented-Reality-Head-up-Display. Für Sound sorgen 14 Sony-Speaker, für Sicherheit 34 Sensoren inklusive Lidar.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Verkauft werden rund 15.000 Einheiten pro Monat, das sind 180.000 Autos pro Jahr. Angeblich sollen bereits nach einer halben Stunde 10.000 SL03 abgesetzt worden sein. Ob und wann man in den Export geht, ist noch nicht entschieden.

Was bedeutet das?

Ein Auto mit Verbrenner als Range-Extender, Akku oder Brennstoffzelle anzubieten, ist mutig. Aber schon jetzt scheint auch hier festzustehen, dass die Fuel Cell-Version eher zur Demonstration des Könnens als für Stückzahlen gedacht ist, was die Technik nicht aus der Nische holen wird, zumal das Auto dann in China für Chinesen mehr kostet als hier ein Toyota Mirai oder Hyundai Nexo.  

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