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CES Las Vegas: Conti will mit BEE neue Wege in der City-Mobilität gehen

Konzeptfahrzeug für die Stadt fährt autonom und vernetzt und kommuniziert mit intelligenten Kreuzungen. Es soll sich per App anfordern lassen und bündelt das Technologie-Knowhow des Hannoveraner Zulieferkonzerns über das Fahrzeug hinaus.

Summt herum: Die Conti BEE fährt elektrisch und vollautonom und soll mit der intelligenten Kreuzung kommunizieren. | Foto: Conti
Summt herum: Die Conti BEE fährt elektrisch und vollautonom und soll mit der intelligenten Kreuzung kommunizieren. | Foto: Conti
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Johannes Reichel

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zeigt das Hannoveraner Technologieunternehmen Conti neue Produkte und Technologien aus den drei zentralen Bereichen Vernetzung, automatisiertes Fahren sowie Elektrifizierung. Der Anbieter will dabei mit dem Transfer von bewährter Fahrzeugtechnologie in die städtische Infrastruktur einen Beitrag zu den sogenannten Smart Cities leisten, um zum Beispiel Kreuzungen sicherer zu machen, das Finden eines Parkplatzes zu erleichtern und den Verkehrsfluss zu verbessern und nebenbei die Fahrzeugemissionen senken.

Zu den CES-Höhepunkten gehört die neueste Version des selbstfahrenden Continental-Konzeptfahrzeugs BEE („Balanced Economy and Ecology“ Mobilitätskonzept). Es will einen neuen Zugang zur individuellen Mobilität in Städten eröffnen. Zudem unterstütze es die Technologie der intelligenten Kreuzung (Intelligent Intersection), die in der Smart City of Columbus (Ohio, USA) installiert werden soll. „Unser BEE-Konzept ist das vollständig vernetzte autonome Fahrzeug. Es wird einfach per App angefordert. Es enthält die komplette Vielfalt wegbereitender Continental-Technologien – von den Reifen über den Antriebsstrang zur Automation bis hin zum Interaktionskonzept“, skizzierte Continental Corporate Technology Officer Kurt Lehmann. Das elektrische und autonome Gefährt könne etwa Teil einer zentral verwalteten städtischen Flotte sein, um eine flexible und sichere Beförderung von Tür zu Tür für jedermann zu ermöglichen.

Unabhängig davon, ob ein Fahrzeug konventionell gefahren wird, automatisiert oder autonom, sobald es sich einer Kreuzung nähert, soll es von einer Continental-Innovation auf dem Feld der partnerschaftlichen Fahrsicherheit profitieren- Die Technologie könne heutige unübersichtliche Kreuzungen in sicherere und intelligente Knotenpunkte verwandeln,. verspricht der Technologieanbieter. Mit Hilfe von Objekterkennung, Sensorfusion und Funkübermittlung soll so nahezu in Echtzeit eine sogenannte V2X (also Vehicle to Everything) Sicherheitskommunikation etabliert werden. Die Hannoveraner wollen dafür die kompletten Bestandteile liefern: das Sensorpaket für eine Kreuzung, die leistungsfähigen Sensor-Fusionsalgorithmen, die das Umgebungsmodell erzeugen und die Dedicated Short-Range Communication (DSRC) Einheit, sowohl an der Kreuzung als auch im Fahrzeug. Das Konzept erkennt alle Verkehrsteilnehmer im 360°-Umfeld der Kreuzung und kommuniziert Position und Bewegung dieser Objekte an alle sich nähernden Fahrzeuge mit V2X-Technologie. Continental plant, in diesem Jahr mit der Installation der Intelligent Intersection Technology als Weltpremiere in Columbus (Ohio) zu beginnen – dem Gewinner der U.S. DOT Smart City Challenge 2016.

„Der Stadtverkehr ist vermutlich eine der größten Herausforderungen der Mobilität der Zukunft. Wir alle wollen sicheren, fließenden Stadtverkehr mit sauberer Luft und bequemen Parkmöglichkeiten. Um das zu erreichen, müssen Städte ihre Verkehrsfluss- und Beförderungssysteme überdenken", erklärte Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, eine neue und leistungsfähigere Balance zwischen Individualverkehr und gemeinschaftlich nutzbaren Fahrzeugen zu finden, so der Vorstand. „Nachhaltige Mobilität erfordert die Entwicklung von Lösungen, die weit über das einzelne Fahrzeug hinausreichen“, erklärte er.

Zudem zeigt das Technologieunternehmen auf der CES:

· Ein System für das automatisierte Ankuppeln von Anhängern für mehr Komfort und Sicherheit.

· Das preisgekrönte Continental-3D-Surface-Touch-Display leistet einen Beitrag dazu, die Ablenkung des Fahrers während Eingabetätigkeiten zu reduzieren.

· Neue Sensortechnologien wie das HFL 3D Flash LiDAR und die fünfte Kamera-Generation werden die Leistung eines Sensorpakets für die Fahrzeugautomation steigern.

· Hochgradig alltagstaugliche Ladetechnologien wie das AllCharge-System und die induktive Ladelösung von Continental werden die Nutzbarkeit von Elektrofahrzeugen erhöhen. Das AllCharge-System ist nicht nur ein „Universalwerkzeug“, mit dem ein Fahrzeug an jedem Typ von kabelgebundener Ladestation aufgeladen werden kann – es kann auch Strom für Elektrowerkzeuge oder sogar ein ganzes Haus während eines Stromausfalls bereitstellen.

Was bedeutet das?

Continental stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie weit ein einstiger Zulieferer sich schon verselbständigt hat und zum Anbieter kompletter Digitaltechnologie für Fahrzeug und vor allem auch das Umfeld geworden ist. Das könnte eine Schlüsselposition für die Umsetzung der vielzitierten "Smart Cities" sein, bei denen man weit über das Auto hinaus denken muss. Das wird immer mehr zum vernetzten Objekt statt zum individuellen Verkehrsmittel. 

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