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CES 2024: Virtuelles Cockpit von Stellantis, BlackBerry und AWS

Die branchenweit erste Lösung ihrer Art soll die Entwicklungszyklen von Infotainmenttechnologien um das bis zu Hundertfache beschleunigen und so die Auslieferung an die Kunden verkürzen.

Stellantis will zusammen mit BlackBerry und AWS ein virtuelles Cockpit schaffen. (Foto: Stellantis)
Stellantis will zusammen mit BlackBerry und AWS ein virtuelles Cockpit schaffen. (Foto: Stellantis)
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Claus Bünnagel

Die Stellantis Virtual Engineering Workbench (VEW) als weltweit erste virtuelle Cockpitplattform ermöglicht es laut Hersteller, Infotainmenttechnologien bis zu hundertmal schneller bereitzustellen. Die neue Plattform nutzt den QNX Hypervisor in der Cloud von BlackBerry, der ab sofort über den AWS Marketplace im Rahmen des QNX Accelerate Portfolios cloudbasierter Tools als Early Access Release verfügbar ist. Sie wird aktuell auf der CES 2024 in Las Vegas vorgestellt.

Stellantis ist nun in der Lage, realistische Versionen von Fahrzeugsteuerungen und -systemen, die sich wie in einem realen Fahrzeug verhalten, virtuell zu erzeugen. Dabei ist es nicht mehr erforderlich, ihre Hauptsoftware zu verändern. Dadurch verkürzt sich die Entwicklungszeit laut Stellantis von mehreren Monaten auf bis zu 24 Stunden.

Branchenweit erste Plattform für die Entwicklung eingebetteter Anwendungen

Der Zugang zu QNX Hypervisor über den AWS Marketplace versetzt Stellantis in die Lage, eine High-Performance-Compute-(HPC)-Simulation für ein virtuelles Cockpit in ihre digitale Zwillings-Cloud-Umgebung einzubinden, und zwar mit einem frühzeitigen Zugang zu QNX Hypervisor über AWS Marketplace. Diese branchenweit erste Plattform für die Entwicklung eingebetteter Anwendungen mit unterschiedlichen funktionalen Sicherheitsanforderungen und mehreren Betriebssystemen umfasst QNX Hypervisor Amazon Machine Images (AMI) und Hardware-Schnittstellen nach Industriestandard, wie sie im VirtIO-Standard Trout v1.2 definiert sind. Mit Tools zur Virtualisierung von Grafik, Audio und Touchscreen- oder Maus- bzw. Tastatureingaben lässt sich kaum ein Unterschied zwischen der Ausführung von QNX-Hypervisor-basierten Systemen in der Cloud und auf physischer Hardware ausmachen.

Software ist ein zentraler Faktor für die Bereitstellung guter, sicherer und erschwinglicher Mobilität durch Stellantis, wie im Strategieplan Dare Forward 2030 dargelegt – und die treibende Kraft hinter den KI-gestützten Technologieplattformen STLA Brain, STLA SmartCockpit und STLA AutoDrive. Im Jahr 2022 wählte Stellantis AWS als bevorzugten Cloud-Anbieter für Fahrzeugplattformen aus, und die Unternehmen begannen mit der Arbeit an der eigens von Stellantis entwickelten VEW.

Änderungen zur Optimierung in Echtzeit

Mit einem softwaregesteuerten Ansatz und dem Einsatz des QNX Hypervisors in der Cloud können Feedbackzyklen beschleunigt und mit minimalem Aufwand das Cockpit eines bestimmten Fahrzeugs und einer bestimmten Marke nachgebildet werden. Änderungen zur Optimierung des Fahrerlebnisses können in Echtzeit vorgenommen werden. Dieses Echtzeit-Feedback, unterstützt durch den latenzarmen Zugriff auf die Cloud, ermöglicht es Stellantis, für die Entwicklung zukünftiger Infotainmentfunktionen und -anwendungen Rückmeldungen von seiner Kunden- und Entwicklerbasis einzuholen.

„Da Software in Fahrzeugen zunehmend an Bedeutung gewinnt, müssen wir die Art und Weise, wie wir sie entwickeln und testen, innovativ gestalten“, so Yves Bonnefont, Chief Software Officer bei Stellantis. „Mit unserem virtuellen Cockpit verändern wir nicht nur unseren Arbeitsansatz, sondern auch den unserer Zulieferer und Partner in der Branche. Die Technologie versetzt uns in die Lage, näher an die Bedürfnisse unserer Kunden zu rücken, mit kürzeren Entwicklungszyklen, schnelleren Feedbackschleifen und einer schnelleren Bereitstellung der Technologie, die sie nutzen und schätzen. Das ist ein großer Schritt in Richtung kundenorientierte Innovation und Effizienz in der Automobilbranche.“

„Innovationen beschleunigen, Kosten senken“

„Wir freuen uns, unsere bewährte QNX-Hypervisor-Plattform frühzeitig in der Cloud verfügbar zu machen und dabei den hersteller- und plattformneutralen VirtIO-Standard zu nutzen, den QNX seit Langem wegen seiner Bedeutung für eine praxisorientierte virtuelle Entwicklungsumgebung für eingebettete Software unterstützt“, betont Mattias Eriksson, Präsident von BlackBerry IoT. „Die Zusammenarbeit mit Stellantis dient dem Ziel, den weltweit ersten kommerziellen Hypervisor in der AWS-Cloud auf den Markt zu bringen, und trägt dazu bei, Komplexität zu reduzieren, Innovationen zu beschleunigen und die Kosten für die Entwicklung von In-Car-Software während des gesamten Produktlebenszyklus zu senken.“

„Leistung der Cloud nutzen“

„Software-Virtualisierung und Abstraktion in der Cloud sind entscheidend, um Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und sicherzustellen, dass die Funktionsbereitstellung mit der Kundennachfrage Schritt hält“, erklärt Wendy Bauer, Vice President und General Manager Automotive and Manufacturing bei AWS. „Mit dem QNX Hypervisor von BlackBerry auf dem AWS Marketplace kann Stellantis auf effiziente Weise die Leistung der Cloud nutzen, um Forschungs- und Entwicklungsprozesse neu zu gestalten, aufschlussreichere Wege zur Einholung und Integration von Feedback zu entwickeln und Funktionen schneller als bisher bereitzustellen, die Fahrer begeistern und die Branche voranbringen.“

Plug-and-Play ermöglichen

Standard-VirtIO-Schnittstellen werden bereits von zahlreichen Partnern in der Automobilindustrie eingesetzt, um ihre Angebote über OEM‘s hinweg zu skalieren und Plug-and-Play in der OEM-Landschaft zu ermöglichen. AWS erkennt die Vorteile und unterstützt den VirtIO-Branchenstandard für die Cloud-Simulation von Cockpit-HPCs vollständig.

BlackBerry QNX präsentierte QNX Accelerate erstmals im Januar 2023. Das Portfolio umfasst zunächst QNX Neutrino RTOS 7.1 und das QNX OS for Safety 2.2.3, die jeweils als Amazon Machine Images bereitgestellt werden. Damit können Kunden QNX OS nativ auf AWS-Cloud-Hardware betreiben. Die Early-Access-Version von QNX Hypervisor in der Cloud ist ab sofort verfügbar. Die allgemeine Verfügbarkeit wird im Laufe des Jahres 2024 bekannt gegeben.

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