CES 2022: Volvo kündigt Ride Pilot an - für nächsten E-SUV

Ein autonomes Fahrsystem im nächsten E-SUV-Flaggschiff, vorerst in Kalifornien, eifert Mercedes nach. Nach Vorstellung des Modells soll das Paket nach ausgiebigen Tests als Option buchbar sein. 

Coming up soon: Für sein nächstes E-SUV-Flaggschiff kündigte der Hersteller schon mal ein autonomes Fahrpaket nach dem Vorbild von Mercedes an. | Foto: Volvo Cars
Coming up soon: Für sein nächstes E-SUV-Flaggschiff kündigte der Hersteller schon mal ein autonomes Fahrpaket nach dem Vorbild von Mercedes an. | Foto: Volvo Cars
Johannes Reichel

Die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns Volvo Cars hat zur CES 2022 in Las Vegas ein ganzes Bündel an Neuheiten vorgestellt. Allem voran kündigte man für den US-Bundesstaat Kalifornien erstmals den Einsatz der sogenannte Ride Pilot zum Einsatz, der weitgehend automatisiertes Fahren auf den Autobahnen ermöglichen soll, allerdings erst in der nächsten Generation des dann vollelektrischen SUV-Flaggschiffs.

Die Schweden wollen bei der nächsten Fahrzeuggeneration einen neuen Sicherheitsstandard setzen, der auf moderner Sensortechnik und Software inklusive drahtloser Over-the-Air-Updates basiert. Die Software wird von dem auf autonomes Fahren (AD) spezialisierten Unternehmen Zenseact in Zusammenarbeit mit dem internen Volvo Team und den Entwicklern des Technologiepartners Luminar entwickelt. Die Sensorik besteht aus mehr als zwei Dutzend Sensoren, die mit der neuentwickelten Software zusammenarbeiten – darunter ein hochmoderner Iris-LiDAR-Sensor von Luminar.

„Wir sind stolz, die geplante Markteinführung unseres ersten wirklich unüberwacht, autonom fahrenden Modells in den USA ankündigen zu dürfen. Wir wollen einen neuen Industriestandard setzen, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen“, wirbt Mats Moberg, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Volvo Cars.

Der Einsatz der neuen AD-Software von Zenseact und des LiDAR-Standards von Luminar in neuen vollelektrischen SUV sei ein entscheidender Schritt für Volvo Cars, aber auch für die Fahrzeugsicherheit und das autonome Fahren generell, meint Moberg.

Technik von Anfang an, Paket später buchbar

Während die Software-Sensor-Kombination und das damit verbundene hohe Sicherheitsniveau vom ersten Tag an serienmäßig im kommenden vollelektrischen SUV zum Einsatz kommt und im Laufe der Zeit kontinuierlich verbessert werde, durchläuft der Ride Pilot ein strenges Prüf- und Testprotokoll. Die Technik soll auf Autobahnen unter unterschiedlichsten Bedingungen getestet. Erst wenn die Nutzung jederzeit als sicher eingestuft gilt, wolle man das System als Zusatzabonnement für das im weiteren Jahresverlauf vorgestellte SUV-Flaggschiff anbieten. 

Im Rahmen des Verifizierungsprozesses testen die Partner das autonome Fahren bereits auf schwedischen Straßen. Darüber hinaus werden Daten in ganz Europa und in den USA gesammelt. Vorbehaltlich der Genehmigung beginnen bis Mitte dieses Jahres auch Tests auf kalifornischen Straßen, wo Klima, Verkehrsbedingungen und rechtliche Rahmenbedingungen ein günstiges Umfeld für die Einführung des autonomen Fahrens bieten.

Auto fährt selbst, Volvo übernimmt Verantwortung

Gemäß der Bezeichnung "Ride Pilot" fährt das Auto selbstständig, der Hersteller übernimmt die Verantwortung für das Fahren. Der Fahrer kann während der Fahrt Aktivitäten wie Lesen, Schreiben, Arbeiten oder die Pflege sozialer Kontakte vornehmen. Die Funktion reduziere auch die mit dem Fahren einhergehenden Belastungen, insbesondere bei Staus oder dichtem Verkehr, und trägt so zur Entspannung und zum Komfort des Fahrers bei, glauben die Schweden. 

Den LiDAR-Sensor von Luminar ergänzen im kommenden vollelektrischen Volvo SUV fünf Radare, acht Kameras und sechzehn Ultraschallsensoren. Dieses umfassende Standardrepertoire garantiert eine hervorragende Umsicht und zuverlässige Wahrnehmung von Gefahren und Hindernissen. Zusammen mit kontinuierlichen Software-Verbesserungen bietet das System volle Redundanz und ermöglicht ein sicheres autonomes Fahren.

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