CES 2022: Mitsubishi Electric Emirai soll Sicherheit erhöhen

Japaner zeigen Versuchsträger, der die Fahrsicherheit verbessern soll und per Nahinfrarot die Mimik des Fahrers ausliest, die Anwesenheit von Insassen feststellt oder nach Blickrichtung ausleuchtet.

Auf Nummer sicher: Mitsubishi verbaut zahlreiche Sensoren, um das Fahren sicherer zu machen und bündelt die Technologie in einem Konzeptfahrzeug. | Foto: Mitsubishi Electric
Auf Nummer sicher: Mitsubishi verbaut zahlreiche Sensoren, um das Fahren sicherer zu machen und bündelt die Technologie in einem Konzeptfahrzeug. | Foto: Mitsubishi Electric
Johannes Reichel

Die Mitsubishi Electric Corporation hat ein neues Konzeptfahrzeug für sicheres Fahren entwickelt, das auf der CES in Las Vegas (5.-8.1.2022) Premiere feiert. Der sogenannte EMIRAI xS Drive ist mit Nahinfrarotkameras und Radiowellensensoren zur Überwachung von Fahrer und Beifahrern sowie einem fortschrittlichen Fahrerassistenzsystem (ADAS) zur adaptiven Steuerung der Scheinwerfer ausgestattet. Beide Systeme sollen zur Vermeidung von Verkehrsunfällen beitragen. Die Eigenschaften des Konzepts beschreibt der Hersteller in zwei Komponenten: Überwachung des Fahrers und anderer Personen mittels Nahinfrarotkamera und einem Radiowellensensor und Unterstützung des Fahrers bei Nacht.

Auslesen von Gesichtsausdrücken

Für ersteres nutzt das System nutzt eine eingebaute Nahinfrarotkamera, um Müdigkeit oder plötzliche Übelkeit des Fahrers anhand von Gesichtsausdrücken wie geschlossene Augen, offener Mund, etc. und anderen Körperinformationen, etwa Puls- und Atemfrequenz zu erkennen. Die Technologie zur Gesichtsverfolgung und Bildverarbeitung erkennt selbst bei Fahrzeugvibrationen und/oder verändertem Umgebungslicht leichte Schwankungen des Hauttons aufgrund von Veränderungen des Herzschlags. Werden abnormale körperliche Zustände festgestellt, kann das System dem Fahrer vorschlagen, eine Pause einzulegen, oder sogar eine automatische Notparkfunktion aktivieren, um mögliche Unfälle zu vermeiden.

Nahinfrarot erkennt Anwesenheit von Insassen

Das System nutzt auch die Nahinfrarotkamera, um die Anwesenheit von Insassen zu erkennen, und verwendet die Position des Gesichts eines Fahrgastes und die Skelettpunkte seines Oberkörpers, um die Körpergröße genau zu bestimmen. Die Radiowellen eines Sensors werden mit Hilfe der Reflexions- und Durchlässigkeitseigenschaften der Signale verarbeitet, um die Anwesenheit von Kindern im toten Winkel der Nahinfrarotkamera zu erkennen, etwa eingewickelt in eine Decke oder unten im Fußraum. Anhand dieser kombinierten Informationen erkennt das System mit hoher Genauigkeit, ob ein Kind im Fahrzeug zurückgelassen wurde. In diesem Fall benachrichtigt das System den Fahrer und andere Personen in der Nähe.

Adaptive Scheinwerfersteuerung lenkt Licht nach Blickrichtung

Zur Unterstützung des sicheren Fahren bei Nacht kommen adaptive Scheinwerfersteuerung mit internen und externen Sensoren zum Einsatz. Der High-Definition Locator (HDL) und das Driver Monitoring System (DMS) von Mitsubishi Electric ermöglichen eine Scheinwerfersteuerung, die sich an die Kurven und die Neigung der Straße vor dem Fahrzeug sowie an die Blickrichtung des Fahrers anpasst. Bereiche, auf die der Fahrer schaut, und auch potenziell gefährliche Gefahrenstellen werden hell beleuchtet, um das Fahren bei Nacht sicherer zu machen.

Die Scheinwerfersteuerung ist eine gemeinsame Entwicklung mit Stanley Electric Co, Ltd. Zur weiteren Unterstützung der intuitiven Risikoerkennung werden die externen Kameras des Fahrzeugs und das Millimeterwellen-Radar eingesetzt, um Warnungen über 3D-Ton und Straßenprojektion auszugeben, so dass der Fahrer potenzielle Gefahren vor ihm sowie sich von hinten nähernde Fahrzeuge erkennen kann, ohne hinschauen zu müssen.

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