CES 2021: Die erste digitale Version der Messe ist erfolgreich gestartet

Auch die Consumer Technology Association (CTA), Veranstalter der CES mussten sich Covid 19 beugen und die CES 2021 digital abhalten. Trotzdem ist der erste Messetag erfolgreich zu Ende gegangen.

Auch die CES-Ausgabe 2021 bietet extrem viel Neues samt spannender Podiums- und Diskussionsrunden. | Foto: CES
Auch die CES-Ausgabe 2021 bietet extrem viel Neues samt spannender Podiums- und Diskussionsrunden. | Foto: CES
Gregor Soller

Die CES 2021kann wieder mehr als 1900 Aussteller zählen, die das gesamte Technologiespektrum repräsentieren. Dazu kommen mehr als 100 Konferenzsitzungen, in denen Branchenführer ihre Visionen für eine bessere Zukunft vorstellen. General Motors (GM) Chairman und CEO Mary Barra hält die offizielle Eröffnungs-Keynote am 12. Januar, in der sie die transformative Strategie von GM zur Förderung der Mobilität präsentiert. Ihr voraus ging am „inoffiziellen Pressetag“ die Keynote von Hans Vestberg, Chairman und CEO von Verizon, in der er das Thema 5G ausbreitete.

Gary Shapiro, Präsident und CEO der CTA, erklärte in seiner typisch lockeren Art:

„Die Pandemie hat uns gezwungen, einen Schritt zurück von der traditionellen CES zu machen, das Drehbuch wegzuwerfen und zu transformieren, um die Tech-Community zusammenzubringen."

Klar sehe die CES 2021 ganz anders aus, aber das Fundament der Messe - Innovation, Verbindung, Zusammenarbeit – bliebe „stark und beständig“. Er ergänzte:

„Die digitale Transformation wird sich über die Jahre fortsetzen, auch wenn wir 2022 nach Las Vegas zurückkehren. Wir haben gesehen, wie wertvoll es ist, sich digital zu verbinden, und wir können noch mehr Menschen aus der ganzen Welt begrüßen.“

Tatsächlich erleichtert die digitale Messe so manchen Aufwand – auch wenn der direkte und der enge, persönliche Austausch nicht ganz zu ersetzen sein werden. Denn die Stimmung und das Licht im Homeoffice variieren nur soweit wie das Wetter…

Trotzdem hat die CES auch 2021 wieder geschafft, als weltweite „Auftaktmesse“ wahrgenommen zu werden und auch aus dem Automotive-Bereich sind die allermeisten wiedergekehrt: Die Innovationen und Produkte der CES 2021 umfassen die gesamte Tech-Branche, von Automotive über Digital Health, 5G bis hin zu Smart Cities und darüber hinaus. Der Media Day mit seinen 20 Konferenzen bot einen Vorgeschmack auf die erwarteten Themen und Trends für die CES 2021, darunter ein intelligenteres Zuhause, das ein Zuhause, ein Büro und einen Workout-Raum schafft; nachhaltige Produkte für eine längere, sicherere Zukunft sowie Innovationen im Bereich Transport und Mobilität.

Im Anschluss an den Medientag hielt der Chairman und CEO von Verizon, Hans Vestberg, seine eingangs erwähnte Keynote zum Thema 5G. Die Vorteile von 5G gipfeln seiner Meinung nach in beispiellosen Up- und Download-Geschwindigkeiten, enormen Datenkapazitäten mit fast nicht mehr vorhandenen Verzögerung. Außerdem unterstütze 5G noch mehr vernetzte Geräten und mobile Verbindungen und biete eine schnellere, reaktionsschnellere Servicebereitstellung. Außerdem solle es einen neuen Standard für Energieeffizienz und Zuverlässigkeit setzen. Vor allem Letzteres wäre in Deutschland extrem wünschenswert. In der Praxis setzt Verizon das unter anderem in der „5G Super Stadium Experience“ in der NFL-App um, die den Sport noch unmittelbarer erlebbar macht. Eine andere Anwendung ist eine immersive Kunsterfahrung mit dem Metropolitan Museum of Art. Aber auch in Transport und Logistik ist Verizon „unterwegs“: Hier hat man eine Partnerschaft mit UPS und Skyward zur Unterstützung eines landesweiten Drohnen-Liefernetzwerks; und der Bereitstellung von 15 Live Nation Veranstaltungsorten, die durch 5G Ultra Wideband ermöglicht werden. Außerdem bot Verizon dem Publikum ein immersives, 5G-fähiges Unterhaltungserlebnis mit den „Black Pumas“. Das die CES das Wort „immersiv“ so gern verwendet, liegt in ihrer Natur: Denn es leitet sich vom englischen Begriff „immersion“ her, was so viel wie „Eintauchen“ oder „Vertiefung in eine Sache“ bedeutet. Das Wort ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts und beschreibt den Effekt, den virtuelle oder fiktionale Welten auf den Betrachter haben. Passt: Denn die CES startete zu einem nicht unerheblichen Anteil auch als Gaming-Messe, auf der virtuelle Spiele und Welten einen großen Anteil der aussteller ausmachten. Die Wahrnehmung in der realen Welt vermindert sich dort entsprechend und der Betrachter identifiziert sich zunehmend mit der fiktiven Welt, er taucht sozusagen in die Scheinwelt ein. Und 2021 zwingt die CES erstmals selbst, immersiv aufzutreten...

Was bedeutet das?

Die CES schafft es auch, 2021 das Messejahr zu eröffnen – auch in reindigitaler Form, was eigentlich schon immer ihre Bestimmung gewesen wäre. Und so fehlen dem virtuellen Besucher kaum Informationen, aber doch viel Flair: Denn vor Ort entdeckt man immer wieder neues und neue Kontakte, die man digital natürlich nicht extra aufsucht. Trotzdem: das Messejahr 2021 hat begonnen!

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