CES 2021: Conti, Here und Leica wollen per 3D-Navigation Sicherheit erhöhen

Ablenkung minimieren, Information maximieren: Die 3D-Navigations-Inhalte, die die drei Anbieter gemeinsam entwickeln, sollen die Aufmerksamkeit des Fahrers erhöhen und die Unfallzahlen so senken.

Mehr Durchblick im Großstadtdschungel: Drei Partner wollen die 3D-Navigation mit "Wow-Effekt" für mehr Sicherheit nutzen. | Foto: Conti
Mehr Durchblick im Großstadtdschungel: Drei Partner wollen die 3D-Navigation mit "Wow-Effekt" für mehr Sicherheit nutzen. | Foto: Conti
Johannes Reichel

Die Unternehmen Continental, HERE und Leia Inc. haben zur virtuellen CES 2021 die gemeinsame Entwicklung von 3D-Navigationsinhalten für Fahrzeugdisplays bekanntgegeben. Damit glaubt man, einen wichtigen Baustein für ein sicheres und intuitives Nutzererlebnis im Fahrzeug realisieren zu können. Die dreidimensionale Darstellung von Gebäuden und Topografie von HERE werde dabei mit der Lichtfeld-Technologie von Leia Inc. animiert. So ermögliche die Lösung eine Visualisierung von 3D-Navigationskarten ohne Spezialbrille oder Blickbewegungssensor. Die Lichtfeld-Technologie soll den 3D-Effekt sogar aus mehreren Winkeln sichtbar machen. Fahrer und Passagiere könnten die 3D-Inhalte damit gleichermaßen betrachten.

„3D-Displaytechnologie bringt nicht nur einen Wow-Faktor ins Fahrzeugcockpit, mit den richtigen Inhalten erzeugt sie auch eine intuitivere Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug und erhöht die Fahrsicherheit“, wirbt Ulrich Lüders, Leiter Strategie und Portfolio im Geschäftsbereich Human Machine Interface bei Continental.

3D-Navigation soll für mehr Fahrsicherheit sorgen

Verschiedene Studien zu Verkehrssicherheit hätten gezeigt, dass Fahrerablenkung weltweit zu einer der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle gehörten, skizziert der Anbieter den Hintergrund. Allein in den USA habe es gemäß der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Association 2018 über 2.800 Verkehrstote gegeben, deren Tod auf Fahrerablenkung zurückzuführen gewesen seien. Die Hannoveraner betrachten Lösungen für ein intuitives Nutzererlebnis als ein wichtiges Element für mehr Fahrsicherheit. Sie sollen Fahrern die gewünschten Inhalte und Funktionen bieten, gleichzeitig aber die Ablenkung minimieren.

„Gerade in komplexen Fahrsituationen wie im Stadtverkehr kann es für viele Fahrer zu einer großen Herausforderung werden, den Navigationsanweisungen zu folgen und gleichzeitig sicher zu manövrieren“, meint Lüders.

Die korrekte räumliche Darstellung der realen Umgebung in der 3D-Lösung von Continental, HERE und Leia Inc. helfe nach dem Dafürhalten des Ingenieurs Fahrern dabei, die notwendigen Informationen schneller zu erfassen, sich besser zu orientieren und aufmerksamer bei der Fahraufgabe zu bleiben.

Hochgenaue 3D-Inhalte als Basis

Die Inhalte für die gemeinsame Lösung stammen von HEREs Premier 3D Cities. Sie bestehen aus hochwertigen Karteninhalten, hochgenauen 3D-Abbildungen von 75 Stadtzentren weltweit, die komplett interaktiv und anpassbar sind. Jedes Gebäude sei indiziert und akkurat hinsichtlich des physischen Standorts, des Volumens, der Höhe und der Fassadenfarbe. Die 3D-Umfeldmodelle geben die Topografie für eine genaue Darstellung des Erscheinungsbilds einer Stadt wieder. Zudem seien detaillierte dreidimensionale Wahrzeichen und die verschiedenen Stilrichtungen der umgebenden Gebäude für jede Stadt in das Terrain integriert. Auf Basis des natürlichen 3D-Displays von Conti, der Lichtfeldtechnologie von Leia und den 3D-Karteninhalten von HERE haben die Unternehmen nun schon mal einen Demonstrator entwickelt und arbeiten daran, die Lösung für die nächste Fahrzeuggeneration zu industrialisieren, kündigt man zur CES an.

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