CES 2021: Audi stellt (nochmal) den E-tron GT vor

Formel-E-Fahrer Lukas di Grassi, Chefdesigner Mark Lichte und der Chef der Antriebstrangentwicklung, Siegfried Pint, präsentierten virtuell den E-tron GT.

Große Bühne - aber in Neuburg statt Las Vegas: Der Audi E-Tron GT. | Foto: Audi
Große Bühne - aber in Neuburg statt Las Vegas: Der Audi E-Tron GT. | Foto: Audi
Gregor Soller

Laut Lichte ist er E-tron GT wohl „die wichtigste“ Neuheit im Audi-Programm 2021. Womit er Recht haben dürfte, denn er neuen Stromer dürfte in Sachen Dynamik und Power neue Maßstäbe setzen, basiert er doch auf dem Porsche Taycan, von dem er fast auf den Millimeter genau die Abmessungen übernimmt. Und di Grassi kann mittlerweile bestätigen, dass die Werte, die Pint vorgab, in der Praxis für viel Fahrspaß und Power sorgen.

Dass die CES digital bei Audi nicht ganz den Stellenwert hat wie 2020, merkt man trotzdem: Zeigte man bis dahin immer wieder neue Studien oder so abgefahrene Ideen wie das „empathische Auto“, beschränkt man sich jetzt auf ein Serienprodukt, denn die Produktion des E-tron GT ist im einstigen NSU-Werk in Neckarsulm bereits angelaufen, in „Böllinger Höfen – parallel zum R8“. Unter dem Blech sitzt auch hier richtig Power pro Achse in Form je einer E-Maschine, die zusammen 598 PS Systemleistung (im Overboost sogar 646 PS) und 830 Newtonmeter Drehmoment erzeugen. Genug Power, um den Allradler in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen, was di Grassi schon ausgiebig getestet hat. In Neuburg ließ er vor dem Publikum dann die Reifen rauchen.

Auch hier: Raumschiffsound und Katapult-Beschleunigung

Genau das sollte dank ausgeklügeltem Thermomanagement Akku und Antrieb erspart bleiben. Und: Solche Beschleunigungen sollen auch oft hintereinander möglich sein. Der Taycan brach im Test auch nach zehn Beschleunigungsversuchen nicht ein. Dazu koppelt man vier Wärmekreisläufe, die sich über Ventile koppeln lassen. Die sollen dann dafür sorgen, dass sowohl Technik, als auch Innenraum immer perfekt temperiert bleiben. Noch wichtiger ist das aber beim Laden: Dank 800-Volt-Taycan-Technik sollen beim Audi bis zu 270 kW Ladeleistung erlaubt sein. Die Reichweite soll dank der brutto 93,4-kWh bietenden Batterie (davon sind 83,7 kW netto nutzbar) bei rund 400 Kilometern liegen.

An manchen Details feilte Audi markenspezifisch nach: So soll die Allradlenkung und die eigene Luftfederung mit geregelter Dämpfung den 2,3 Tonner flott, aber auch komfortabel durch Kurven schicken. Ebenfalls etwas geändert wurde die Praktikabilität: Der E-tron GT erhält im Gegensatz zum Taycan eine große Heckklappe, darunter verbirgt sich ein Kofferraumvolumen von rund 400 Litern. Das Ladeequipment findet auch hier in einem separaten Staufach unter der Motorhaube Platz, womit auch der E-Tron GT einen Mini-Frunk hat.

Der Preis soll nach letzten Angaben bei knapp 140.000 Euro brutto starten, womit er leicht unter dem Taycan positioniert wäre. Dazu dürften auch beim E-tron günstigere und „schwächere“ Basismodelle kommen. Ganz zum Schluss der Session schob Pint dann noch nach, dass der E-Tron GT in Böllinger Höfen natürlich so grün wie möglich und CO2-neutral hergestellt wird. Was man auf keinen Fall wollte: einen Kompromiss.

Was bedeutet das?

Keine extra Pressemitteilung, keine echte Neuheit: Audi hat sein CES-Programm dezent zusammengestrichen und ins Studio nach Neuburg an der Donau verlegt. Die Message: Der E-tron GT wird grün produziert, macht aber keine Kompromisse in Sachen Power oder Spaß – und ist eine echte Alternative zu Teslas Model S!

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