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CES 2020: ZF wird zum Software-Anbieter

Optisch änderte sich am ZF-Stand nicht viel, doch der Konzern vollzieht einen Wandel vom reinen Hardware- zum Softwareanbieter.

ZF verpackte sein Know-How abermals in gläserne Hüllen. | Foto: G. Soller
ZF verpackte sein Know-How abermals in gläserne Hüllen. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Auf der CES 2019 zeigte ZF seinen „Superrechner“ in diversen Ausbaustufen, jetzt folgt auch die Software dazu, die man zusammen mit Microsoft entwickelt. Akteull ist ZF bereits bei der sensorik und mit Mobilitätsdienstleistungen aktiv, wobei CEO Wolf Henning Scheider auf der Pressekonferenz schon durchblicken lies, dass das vollautonome Fahren noch Zeit brauche. Trotzdem ist man auch in Sachen KI aktiv und gründete in Saarbrücken ein neues KI-Zentrum. So möchte man im Nebenzug auch die Entwicklung der anderen Bereiche beschleunigen und die Effizienz steigern. Dafür nutzt ZF auch die Microsoft-Cloud-Services namens Azure. In der Praxis sollen schneller mehr Updates für die Software der Hersteller bereitgestellt werden. Außerdem möchte man softwarebasierte Mobilitätslösungen weiter vorantreiben. In Las Vegas zeigte man unter anderem cubiX, ein Steuerungssystem für Aktuatoren und Komponenten von Drittanbietern. Mittels Software erfolgt eine Vernetzung dieser Systeme und soll so das Fahrverhalten optimieren. Es handelt sich dabei um eine zentrale Software-Komponente, die auf Sensor-Informationen des gesamten Fahrzeugs zugreift und sie für eine optimierte Steuerung aktiver Systeme in Fahrwerk, Lenkung, Bremse und Antriebsstrang nutzt.

Dr. Dirk Walliser, bei ZF für die zentrale Forschung und Entwicklung verantwortlich, erklärt dazu:

„Software wird in Zukunft einer der größten Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Fahrzeugsystemen sein. Gerade wenn es darum geht, höhere Automatisierungsgrade zu realisieren, wird Software eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sein. Diesen Trend wollen wir mit vorantreiben. Die Zusammenarbeit mit Microsoft wird es uns ermöglichen, die Softwareimplementierung und -bereitstellung deutlich zu beschleunigen. Dies ist wichtig für unsere Kunden, die eine flexible Zusammenarbeit schätzen und kurze Lieferzeiten für Software-Updates benötigen. Außerdem werden wir bereits Software entwickeln können, obgleich die Hardware noch nicht verfügbar ist.“

Das Safe Human Interaction Cockpit soll dagegen noch mehr Sicherheit bieten und den Fahrer weiter unterstützen, doch: Komplett selbstfahrende Autos sieht ZF noch in weiter Ferne, weshalb man ganz realistisch auf intelligente und bezahlbare Fahrerassistenzsysteme für die breite Masse setzt. Beim Pkw sehe man in teilautomatisierten Systemen aktuell das größte Potenzial, erklärte Vorstandschef Wolf-Henning Scheider auf der Pressekonferenz in Las Vegas.

Auch hier konnte ZF wieder einen Großauftrag eines Autoherstellers vermelden, diesmal aus Asien.  Der Preis für ein solches System, das verschiedene Assistenzfunktionen miteinander vernetzt, starte bei unter 1000 US-Dollar (knapp 900 Euro), erklärte ZF. Gegen die höheren Automatisierungslevel sprechen laut ZF aktuell die hohen Kosten sowie immer noch nicht geklärte rechtliche Rahmenbedingungen, was ZF-Insider bestätigten. Ganz anders sehe es bei Lkw und Bussen aus: Hier könne man schon heute in geschlossenen Arealen oder auf abgegrenzten Spuren vollautomatisiert fahren. Dann würden sich auch die hohen Kosten für die Systeme rasch amortisieren.

Was bedeutet das?

ZF geht einen großen Schritt nach dem anderen, jeden aber mit Bedacht und Realitätsbezug! Insofern legen die Friedrichshafener auch auf der CES jährlich dezent, aber zielgerichtet nach. Dass dem Superrechner fürs Auto nun Software folgen würde ist hier auch ein logischer Schritt.

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