CES 2020: Rivian am Amazon-Stand

Auch Rivian kam erstmals zur CES, um den Prototypen des E-Pickup RT-1 zu zeigen, der im Detail überraschte.

Immer dicht umlagert: Der Rivian-Stand. Pressesprecherin Amy Mast (ganz links) und ihre Kollegen hatten viel zu tun. | Foto: G. Soller
Immer dicht umlagert: Der Rivian-Stand. Pressesprecherin Amy Mast (ganz links) und ihre Kollegen hatten viel zu tun. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Was Marktmacht ausmacht, konnte man am Rivian- respektive Amazon-Stand sehen. Denn der war immer rappelvoll, zumal Amazon seine Geschäfte ebenfalls in Richtung Automotive, Services und KI ausweitet und das Ganze unter anderem rund um Alexa strickt, in dem Fall am Alexa Auto Booth, Tech East in der North Hall. Warum stellt Rivian seinen Pickup nun bei Amazon aus und Amazon wiederum in der Fahrzeughalle? Weil der Online-Retailer seine künftige E-Van-Flotte bei Rivian bestellt und größter Investor ist.

Auf dem Stand haben wir uns das Vorserienmodell angesehen und waren überrascht von der hohen Qualität. Die sei laut Pressesprecherin Amy Mast wiederum dem zweiten großen Investor, Ford, zu verdanken. Denn hier kennt man sich mit großen Stückzahlen und sauberen Vorserienmodellen aus. Auch bei Rivian gibt es noch keine exakten Angaben zu Stückzahlen und Produktionsdetails, doch wie bei Fisker lässt sich alles ganz gut an. Bis zum Produktionsstart seien laut Mast „noch einige Details“ zu klären, was sich zwischen den Zeilen aber entspannt klingt. Überrascht waren wir neben der Qualität auch von vielen Details, wie dem großen „Frunk“, dem Front-Kofferraum, der sauber verkleidet war. Sauber eingepasst waren auch alle Schalter und Taster, auch die zur Bedienung der Bordklappe am Heck.

Und das Kundeninteresse scheint ebenfalls da zu sein – entgegen landläufiger Vermutungen in Europa gibt es auch US-Amerikaner, die wegen ihrer durstigen Pickups schlechtes Gewissen haben, sie aber eben brauchen: „Endlich ein sauberer Pickup – darauf habe ich schon so lange gewartet“, war ein Kommentar aus dem mittleren Westen.

Im Gegensatz zu Fisker hat Rivian aber keine konkreten Exportabsichten – denn Pickups dieses Formates bleiben dann doch eher den USA respektive Kanada vorbehalten. Die Produktion soll Ende des Jahres langsam anlaufen in Normal, Illionis, wo man ein Werk von Mitsubishi übernahm und knapp zwei Autostunden von Chicago entfernt ist – und damit relativ nah an den Hauptabsatzgebieten in den Great Plains und dem Mittleren Westen.  

Was bedeutet das?

Auch Rivian befindet sich auf Kurs: Das Interesse ist groß, die Produktionsvorbereitungen laufen nach Plan und die CES dürfte die Bekanntheit des Pickup weiter beflügelt haben. Was angesichts der starken Partner im Rücken dann auch keine Überraschung ist.

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