CES 2020: Audi will Auto zum „dritten Lebensraum“ machen

Der AI:ME ist Basis für Audis Ideen zur künstlichen Intelligenz.

Auf der CES steht der AI:ME hinter Vorhangsstreifen versteckt und öffnet die Türen zu neuen Ideen. | Foto: Audi
Auf der CES steht der AI:ME hinter Vorhangsstreifen versteckt und öffnet die Türen zu neuen Ideen. | Foto: Audi
Gregor Soller

Audi fährt zur CES den AI:ME nochmal groß auf – diesmal mit VR-Brille zum testen. Sie lässt die Insassen virtuell durch eine Berglandschaft fliegen. Die Technologie passt die virtuellen Inhalte in Echtzeit an die Fahrbewegungen des Autos an. Entspannt sollen die Fahrzeuginsassen so am Ziel ankommen, wohin bereits ein vorher ebenfalls über den AI:ME ein bestelltes Essen geliefert wurde. Dieses Konzept konnten Journalisten auf der CES 2020 während einer automatisierten Fahrt live testen.

Ebenfalls näher an den Nutzer heran möchte Audi mit dem „mitfühlenden“ Auto, das ähnlich wie der „AI:ME“ agiert: Es kennt seinen Nutzer und dessen Gewohnheiten – und soll durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die Sicherheit, das Wohlbefinden und den Komfort erhöhen. Nach kurzer Zeit soll der empathische Audi alle bevorzugten Einstellungen kennen und selbstständig einstellen. Wenn gewünscht, orientiert er sich dabei auch noch am Befinden des Nutzers, in dem er Fahrstil und Vitalfunktionen beobachtet. Das alles fasst Audi in der „Audi Intelligence Experience“ in einem Prototyp zusammen.

Realitätsnäher ist dagegen das 3-D-mixed-reality-Head-up-Display, das noch 2020 in Serie kommen soll. Die Technik wurde mit Samsung entwickelt. Die Technik dahinter: Wie bei einem 3-D-Fernseher werden von jedem Bild zwei Ansichten erzeugt: ein Pixel fürs linke und der benachbarte fürs rechte Auge. Für den Fahrer scheinen die Bilder des Head-up-Displays dann in acht bis zehn Metern Entfernung zu schweben und können damit direkt in die Straße zeigen, in die abgebogen werden muss. Durch eine geschickte Darstellung soll die scheinbare Distanz sogar auf über 70 Meter wachsen können, was vor allem fürs Navi hochinteressant ist. Weiterer Vorteil: Die Augen, die im Auto in der Regel auf Fernsicht fokussiert sind, müssen sich nicht umstellen. Hierzu passt wiederum das „Display-on-Demand-transparent“: Der Bildschirm ist 15 Zentimeter hoch, 1,22 Meter breit und liegt teils versenkt in der Instrumententafel. Er bietet zwei Ebenen – ein transparentes OLED-Display und einen Black-Layer für besonders tiefes Schwarz. Abschnitte des Displays, die nicht für die Anzeige von Informationen benötigt werden, bleiben durchsichtig. Sie vermitteln den Eindruck einer Glasscheibe und gewähren freien Blick auf die Straße.


 

Zu guter Letzt zeigt Audi noch das Projekt „Human Centric Lighting“: Damit nutzt man gezielt ändernde Innenraumlichtfarben, um das  Wohlbefinden der Passagiere zu beeinflussen. Auf die Art möchte man auch die Konzentrations- und Merkfähigkeit der Passagiere erhöhen.

Was bedeutet das?

Audi bäckt auf der CES vergleichsweise kleine, dafür aber sehr realistische Brötchen: Sämtliche Technologien könnten schon bald in Serie gehen, was vor allem die Navigation erheblich verbessern könnte.

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