Castrol-Studie: Deutsche würden für E-Autos mehr zahlen

Eine aktuelle Studie des Herstellers von Industrie- und Fahrzeugschmierstoffen Castrol zum Thema der Einführung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb ergab, dass deutsche Fahrer bereit sind, mehr für E-Autos zu bezahlen als der weltweite Durchschnitt. Dafür erwarten sie aber eine höhere Reichweite.

Die Deutschen sind durchaus dazu bereit mehr für ein Elektrofahrzeug zu zahlen als der weltweite Durchschnitt, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. | Bild: Castrol
Die Deutschen sind durchaus dazu bereit mehr für ein Elektrofahrzeug zu zahlen als der weltweite Durchschnitt, solange das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. | Bild: Castrol

Die Studie namens „Accelerating the EVolution“ („Beschleunigung der Evolution“) zeigt, dass im Durchschnitt für deutsche Verbraucher ein Preis von 33.000 Euro, eine Ladezeit von 29 Minuten und eine Reichweite von 472 Kilometern mit einer einzelnen Aufladung die entscheidenden Punkte sind, um eine breite Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zu erreichen. Die Studie schätzt, dass der jährliche Markt für Elektrofahrzeuge in Deutschland bis 2025 einen Wert von knapp 23 Milliarden Euro erreichen könnte, wenn alle drei maßgeblichen Faktoren erfüllt werden. Mehrheitlich gaben die deutschen Verbraucher an, dass sie den Kauf eines Elektrofahrzeugs bis 2025 in Erwägung ziehen würden.

Allerdings gaben fast zwei Drittel der Verbraucher (65 Prozent) an, dass sie eine „abwartende Haltung“ einnehmen. Drei von fünf Fuhrparkmanagern (61 Prozent) gaben an, dass sie auf den Umstieg der Wettbewerber warten, bevor sie selbst umsteigen. Basierend auf der Untersuchung von acht der weltweit wichtigsten Elektro-Fahrzeugmärkte, beleuchtet die Studie fünf maßgebliche Herausforderungen, die zu einem weiteren Wachstum im EV-Markt beitragen und hebt die unterschiedlichen Prioritäten von Kunden und Flottenmanagern hervor. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Meinungsumfrage, die im Dezember 2019 bis Januar 2020 durchgeführt wurde, zählen:

Der Preis steht im Vordergrund

Der Preis hat für die Verbraucher in Deutschland oberste Priorität. 64 Prozent sagen, dass E-Autos derzeit ihr Budget überschreiten. Die Studie kommt zusätzlich zu dem Ergebnis, dass falsche Vorstellungen bezüglich der Wartungskosten die Verbraucher davon abhalten könnten umzusteigen: Ebenfalls 64 Prozent sagen, dass diese Kosten sie davon abhalten, ein vollelektrisches Fahrzeug zu kaufen. Im Durchschnitt sind Verbraucher in Deutschland gewillt 33.000 Euro für ein Elektrofahrzeug zu bezahlen, dies liegt etwas über dem weltweiten Durchschnitt von 32.000 Euro. Laut Studie sind Kunden in Japan mit 38.000 Euro bereit den höchsten Betrag für ein Elektrofahrzeug auszugeben. Die Verbraucher in Großbritannien hingegen sind mit 26.000 Euro deutlich preisbewusster.

Nachfrage nach kürzeren Ladezeiten

Als zweitgrößte Hürde wurde die Ladezeit für die allgemeine Verbreitung von Elektrofahrzeugen identifiziert. Verbraucher in Deutschland gaben an, dass sie eine durchschnittliche Ladezeit von 29 Minuten erwarten, bevor sie den Kauf eines Elektrofahrzeugs in Erwägung ziehen. Zwei von drei Verbrauchern gaben in der Studie zudem an, dass sich ihrer Meinung nach Elektroautos nur dann im Straßenbild durchsetzen werden, wenn die Dauer des Ladevorgangs ähnlich kurz ist wie die Zeitspanne, in der ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aufgetankt wird.

„Reichweitenangst“ ist real

Die Reichweite von Elektroautos steht an dritter Stelle der Prioritätenliste der deutschen Verbraucher. Drei von fünf Befragten sind der Meinung, dass die Reichweite eine erhebliche Hürde für die allgemeine Verbreitung von Elektrofahrzeugen darstellt. Im Durchschnitt erwarten sie eine Reichweite von 472 km ohne nachzuladen. Das entspricht in etwa der Entfernung von Düsseldorf nach Leipzig. Dieser Wert liegt leicht über dem allgemeinen Studien-Durchschnitt von 469 km. Allerdings ist im Zusammenhang mit dem Begriff „Reichweitenangst“ anzumerken, dass gleichzeitig fast drei Viertel der Verbraucher in der Studie (74 Prozent) angeben ihr Fahrzeug hauptsächlich für Pendel- oder Kurzstreckenfahrten nutzen.

Dazu sagt Mandhir Singh, Chief Executive Officer bei Castrol: „Die Senkung der Preise und der Ladezeit von Elektrofahrzeugen bei gleichzeitigem Ausbau der Reichweite, der Ladeinfrastruktur sowie der Fahrzeugauswahl wird entscheidend sein, um die Verbraucher zum Umstieg zu bewegen.“

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