Carwow: Neue E-Prämie bringt Klarheit - birgt aber Risiken

Licht und Schatten sieht das Neuwagenportal in der geplanten Neuregelung der E-Auto-Prämie. Die bringe vorerst Klarheit, durch die Deckelung der Gesamtsumme aber bald wieder Unsicherheit. Immerhin stieg spontan das Interesse an E-Autos in der Suche.

Durchblick: Zumindest herrscht jetzt Klarheit über die Förderung - bis wegen der Deckelung vielleicht wieder Unsicherheit einzieht, bei E-Auto-Interessent*innen. | Foto: DCS
Durchblick: Zumindest herrscht jetzt Klarheit über die Förderung - bis wegen der Deckelung vielleicht wieder Unsicherheit einzieht, bei E-Auto-Interessent*innen. | Foto: DCS
Johannes Reichel

Laut Daten von carwow, dem Neuwagen-Vergleichsportal hat mit Bekanntwerden der neuen Regelungen das Interesse an Elektrofahrzeugen enorm angezogen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hatte nach zähem Ringen mit dem Bundesfinanzministerium, dessen Chef Christian Lindner (FDP) den Bonus komplett streichen wollte, nun zwar drastisch gekürzt, auf Privatkäufer fokussiert und in auf 3,4 Milliarden Euro gedeckelt, aber immerhin für die kommenden beiden Jahre 2023/24 neu aufgesetzt, urteilt das Portal.

„Endlich hat das Wirtschaftsministerium die Käufer:innen für dieses Jahr aus der Unsicherheit befreit. Die neue Regelung gibt über das Jahr 2022 eine klare Perspektive und die Folge ist ein wieder steigendes Interesse an E-Autos“, meint Philipp Sayler von Amende, CEO und Co-Founder von carwow Deutschland.

Für Kund:innen sei damit ein entscheidender Bremsklotz aus dem Weg geräumt, was auch die Zahlen von des Portals fast in Echtzeit zeigten: Im Vergleich zur letzten Woche ist das Interesse an Stromern um 100 Prozent gestiegen. Vorher waren sich viele Menschen unsicher, was die Anschaffung eines E-Autos betrifft, meinen die Analysten.

Unklare Prämie war Blocker für Kaufentscheidung

Das zeige auch eine Umfrage, die carwow im April durchführte. Demnach sprachen ein Drittel der Befragten davon, mit einem Kauf eines E-Autos zu warten, aufgrund der unklaren BAFA-Prämie. 20 Prozent warteten mit dem Kauf, aufgrund von langen Lieferzeiten, satte 33 Prozent aufgrund von unklarer BAFA-Prämie ab 2023. Dabei wollten 49 Prozent sobald wie möglich kaufen während nur 14 Prozent aufgrund von persönlicher Situation zögerten.

Dennoch sieht auch das Portal im Einklang mit Automobil- und Branchenverbänden durch den Förderdeckel die Gefahrt erneuter Verunsicherung für nächstes Jahr. Für Plug-in-Hybride wird die Förderung definitiv zum Ende des Jahres auslaufen. Bei reinen Elektroautos (batterie- oder brennstoffzellenbetrieben) wird der Kauf ab Januar 2023 mit 3.000 Euro (Nettolistenpreis zwischen 40.000 und bis zu 65.000 Euro) beziehungsweise 4.500 Euro (Nettolistenpreis bis 40.000 Euro) bezuschusst.

Ab Januar 2024 werden nur noch E-Autos bis zu 45.000 Euro mit 3.000 Euro gefördert. Zudem plant das Wirtschaftsministerium einen Förderdeckel. Laut den Angaben stünden für die Förderung reiner E-Autos insgesamt 3,4 Milliarden Euro zur Verfügung. 2,1 Milliarden Euro für 2023 und 1,3 Milliarden Euro für 2024.

“Mit dem Förderdeckel für 2023 und 2024 könnte erneut Unsicherheit in den Markt einziehen. Doch jetzt wissen Käufer:innen zumindest den Rahmen und können sich darauf einstellen. Das war vor der Regelung nicht der Fall. Zudem gehen wir davon aus, dass durch den Wegfall der Förderung PlugIns für Privatkunden uninteressanter werden und daher der Plugin-Anteil weiter fallen wird", Sayler von Amende.

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