Cargobike of the Year 2021: Breite Beteiligung, hohe Innovation

Mit einer Fülle an Neuheiten geht der Lastenrad-Award des HUSS-VERLAG in die zweite Runde, diesmal im Rahmen der 2. Nationalen Radlogistik-Konferenz. Seit 2019 hat sich viel getan, das Bewerberfeld bildet das Marktgeschehen zum Gutteil ab. Die Bikes werden immer professioneller.

Auf die Räder, fertig los! Der Cargobike-Award geht in die zweite Runde und will den neuen Rädern eine Bühne bieten - im Rahmen der RLVD-Konferenz. | Foto: HUSS-VERLAG
Auf die Räder, fertig los! Der Cargobike-Award geht in die zweite Runde und will den neuen Rädern eine Bühne bieten - im Rahmen der RLVD-Konferenz. | Foto: HUSS-VERLAG
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Mit einer Rekordbeteiligung startet der "International Cargobike of the Year"-Award (CABOTY) in eine neue Runde. Nachdem die für das International Cargo Bike Festival in Nijmegen geplante Veranstaltung im vergangenen Jahr Pandemie-bedingt ausfallen musste, nutzt die Redaktion des HUSS-VERLAG jetzt die Bühne der 2. Nationalen Radlogistikkonferenz vom 28.-29. September in Frankfurt, um die Neuheiten der boomenden Branche unter die Lupe zu nehmen und zu begutachten. Die Veranstaltung des Radlogistikverbands Deutschland RLVD, zu der 150 Teilnehmer und 30 Aussteller erwartet werden, gilt als das Treffen der Szene in diesem Jahr schlechthin. Sie wird begleitet von einem intensiven Programm aus Praxis mit Exkursionen und Vorträgen sowie Diskussionen. Unter anderem wird etwa das Gütertram-Projekt der Stadt Frankfurt mit dem Cargobikehersteller ONOMOTION vorgestellt, die Mikrodepots von Citylogistikern wie DHL, UPS, SaR und CityLog besichtigt und eine Stromtankstelle von Swobbee speziell für die Radlogistik besucht.

„Mit modernen E-Lastenrädern und dem richtigen Logistik-System können wir sehr viele Diesel-Transporter in der urbanen Logistik ersetzen. Dafür brauchen wir innenstadtnahe Mikrodepots für den Warenumschlag und Radverkehrsinfrastruktur auch für große gewerbliche Lastenräder“, erklärt RLVD-Vorsitzender Tom Assmann.

Parallel läuft der Wettbewerb zum CABOTY, der dann am Abend der Radlogistik am 28.9. feierlich verliehen werden soll. In den Kategorien "Light", "Heavy" sowie "Trailer" werden die neuen Produkte von der Jury begutachtet und bewertet in einem kurzen Testprozedere. Gegenüber der ersten Veranstaltung im Jahr 2019 in Groningen konstatiert Jury-Vorsitzender Johannes Reichel eine deutliche Professionalisierung der Produkte, insbesondere im Bereich der schweren Lastenräder habe sich hier viel getan und es enstehe ein fruchtbarer Wettbewerb um die besten Lösungen.

Diese müssten vor allem auch ökonomisch, sprich robust und weniger reparaturanfällig für die Radlogistiker sein, die Ökologie werde in diesem Bereich sowieso vorausgesetzt, so der Jury-Chef weiter. Damit die Cargobikes ihre Wirkung entfalten könnten, bedürfe es aber auch eines angepassten Rahmens in der Verkehrsinfrastruktur und der Straßenverkehrsordnung. Viele der Bikes seien auf den Radwegen, wie sie bisher sind, in höherer Frequenz kaum vermittelbar, meint Reichel. Das neue Transportmittel ergebe auch nur in Kombination mit Mikrodepots wirklich Sinn. Diese müssen von den Städten unbürokratisch und ohne hohe Kosten zur Verfügung gestellt werden.

„Die immer dringlicher werdende ‚Verkehrswende‘ ist ohne eine ‚Logistikwende‘ nicht denkbar. Ich freue mich daher sehr, dass wir die Nationale Radlogistik-Konferenz als Marktplatz für Information, Innovation und Vernetzung in diesem Jahr hier in Frankfurt am Main begrüßen können", befindet auch Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer, der die 2. Nationale Radlogistik-Konferenz Konferenz am 28. September auf dem Betriebshof Gutleut der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) eröffnet.

Am eigentlichen Konferenztag 29. September startet dann ein Panel unter dem RLVD-Vorsitzenden Tom Assmann den Tag, den Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen eröffnet. Für ein Grußwort schaltet sich auch Steffen Bilger, Staatssekretär Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zu. Die Keynote „Status quo und Perspektiven der Radlogistik“ hält Prof. Kai-Oliver Schocke von der Frankfurt University of Applied Science, die auch der Schauplatz für den Cargobike-Award ist. In den Vorträgen geht es dann um Mikrodepotkonzepte, Containerisierung, Pharmalogistik mit Lastenrädern, Frauen in der Cargobikebranche, das KI-basierte Bike-Routing, intermodale Kombinationen mit Cargobikes und vor allem die Beantwortung der Frage: "Warum Radlogistik die Innenstädte rettet".

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