Capgemini und Audi gründen Joint Venture XL2

Mit XL2 soll die digitale Transformation vorangetrieben werden.

Vertragsverhandlungen im Februar 2020: Henrik Ljungström (links), Leiter Automotive bei Capgemini in Deutschland, und Frank Loydl, Chief Information Officer bei Audi. | Foto: Audi
Vertragsverhandlungen im Februar 2020: Henrik Ljungström (links), Leiter Automotive bei Capgemini in Deutschland, und Frank Loydl, Chief Information Officer bei Audi. | Foto: Audi

Bereits Ende April gründeten Capgemini und Audi das Joint Venture XL2. Die rechtlich eigenständige Neugründung bietet Leistungen im Bereich digitale Technologie und Beratung mit Schwerpunkt SAP S/4HANA und Cloud Services an. Ziel des neuen Unternehmens ist, das Projektgeschäft auszuweiten und in den nächsten fünf Jahren eine kompetente Belegschaft aufzubauen. Vorrangige Schwerpunktbereiche sind SAP-Projekte für die Produktion, die Stammdatenverwaltung sowie die Entwicklung im Kontext cloud-basierter Anwendungen. Nach Angaben der beiden Partner soll XL2 die digitale Transformation in der Automobilindustrie unterstützen. Der Fokus des Joint Venture liegt auf Beratungs- und Technologiedienstleistungen für Cloud und SAP S/4HANA, einschließlich branchenspezifischer Lösungen wie SAP Leonardo. Das Joint Venture XL2 soll eine durchgängig digitale Entwicklung ermöglichen, die alle zentralen Prozesse, wie Produktionsplanung, Logistik, Finanzen, Instandhaltung, Qualität und Materialmanagement, abdeckt. Bei XL2 stehen dabei Projekte für Audi im Fokus. So möchte man den rasch wandelnden Anforderungen der digitalen Transformation in der Automobilbranche gerecht werden. Frank Loydl, Chief Information Officer der Audi AG erklärt dazu:

 „Die flexible und skalierbare Arbeitsweise von XL2 und der Fokus auf wichtige Schlüsseltechnologien sind Teil unserer Vision und unserer Bedürfnisse bei der weiteren Umsetzung der digitalen Transformation. Capgemini ist in Anbetracht unserer langjährigen Geschäftsbeziehung und seiner bewährten Automotive- und SAP-Kompetenzen der richtige Partner.“

Die Leitung des Joint Venture übernehmen Géraldine Aubert, bisher Vice President of Packaged Based Services bei Capgemini, und Felix Spitznagel, bisher Projektmanager SAP Acceleration Center bei Audi, in einer Doppelspitze. Um die anstehenden Projekte erfolgreich zu bewältigen, sucht das Unternehmen aktuell insbesondere SAP-Berater, Software-Entwickler sowie Datenanalytiker. XL2 wird in Heilbronn sitzen. Das macht Sinn, denn der nahe Audi-Standort Neckarsulm ist eine günstige Test- und Anwendungsumgebung für die neuen Projekte. Markus Winkler, globaler Leiter Automotive bei Capgemini, sagt dazu:

„XL2 ist eine spannende neue Marke, die sich durch die Kombination einer agilen Start-up-Kultur mit den Fähigkeiten und der Erfahrung von zwei internationalen Branchenführern vom Markt abhebt. Ihre Mitarbeiter werden mit modernsten Schlüsseltechnologien die digitale Transformation in der Automobilindustrie gestalten. Deshalb freuen wir uns, die Kräfte gemeinsam mit Audi zu bündeln, einem Technologieführer in seiner Branche.“

Was bedeutet das?

Sicher hätte man dieses Projekt auch ohne Gründung eines Joint Venture weiterverfolgen können. Aber auch das ist aufwendig und bedeutet, Prozesse immer wieder neu zu definieren. Mit der rechtlich unabhängigen Neugründung ist XL2 eine eigene Geschäftseinheit, die Kräfte und Kompetenzen bündeln und schneller agieren kann. Außerdem kann man auch Erfolge und Gewinne mit einer unabhängigen Unit viel klarer abgrenzen. 

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