Byton: Zwischen Hoffen und Bangen - und vor Deal mit Shengten?

Bei Byton soll es weiter gehen, aber laut "Automobilwoche" hat CEO Daniel Kirchert die Firma verlassen. Statt gemutmaßter Kooperation mit XPeng scheint ein Entwicklungsdeal mit Shengten möglich.

Der M-Byte ist im Prinzip fertig für die Produktion. | Foto: Byton
Der M-Byte ist im Prinzip fertig für die Produktion. | Foto: Byton
Gregor Soller

Am 1. Juli 2020 gab Byton bekannt, seine Geschäfte für ein halbes Jahr einstellen, respektive „ruhen“ lassen zu wollen. Tatsächlich konnten bei einem Vor-Ort-Check der deutschen Niederlassung in Ismaning im August noch einige Mitarbeiter antreffen, welche den M-Byte weiterzuentwickeln schienen. Der Starttermin des M-Byte wurde derweil vom dritten Quartal 2020 auf 2021 verschoben.  

Sam Abuelsamid, Principal Auto Analyst bei Navigant Research, gab Anfang Juli noch zu verstehen, dass es möglich sei, dass ein großes chinesisches Unternehmen sich bei Byton einkauft und die Produktion doch noch startet, zumal Byton die Produktionsanlagen installiert hätte und die Serie starten könnte. Außerdem sollen potenzielle Investoren aktuell auch eine „Due Dilligence“-Prüfung durchführen, um die Chancen für einen Serienanlauf zu prüfen.

Dementi: Keine Gespräche mit XPeng

Hinter Byton stehen aktuell in erster Linie chinesische Anteilseigner, unter anderem auch „Schwergewichte“ wie der Fahrzeughersteller FAW, Nanjing Shengteng Automobile und nicht zuletzt der große Akkuzellenhersteller CATL. Angeblich sollte auch Xpeng interessiert sein, was mittlerweile aber dementiert wurde von Seiten Byton. Xpeng hat bereits zwei E-Fahrzeuge in Produktion und möchte 2021 auch nach Europa kommen. Allerdings mit einem Kompakt-SUV und einer Coupé-Limousine, wozu der M-Byte gut passen würde. Auch die Aussage, dass Nanjing Shengten Anteilseigner wäre, stimme nicht, so ein Byton-Sprecher. Shengten sei eine neu gegründete Firma, die als Entwickler des M-Byte zum Zug kommen und später in Byton integriert werden könnte, wie man vorsichtig formuliert. gs/jr

Was bedeutet das?

Dass ausgerechnet Byton in schiefes Fahrwasser geriet, verwundert immer noch: Denn das Produkt punktet mit Alleinstellungsmerkmalen und hohen Qualitätsansprüchen, sowie einer weltweiten Produktentwicklung – außerdem stehen die Produktionsanlagen, die bereit wären, die Vorserie zu starten. Umso mehr erstaunt in dem Zusammenhang, dass jetzt CEO Daniel Kirchert das Handtuch geworfen haben soll.

 

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