BYD plant neue Premiummarke

Auch BYD strebt massiv nach oben. Obwohl das „Standardprogramm“ schon nicht als Billigmarke positioniert ist, soll künftig noch eine Premiummarke gegen Audi, BMW und Mercedes-Benz in Stellung gebracht werden.

In Paris präsentierte BYD sein Portfolio - 2023 will man darüber noch eine Premiummarke etablieren. | Foto: BYD
In Paris präsentierte BYD sein Portfolio - 2023 will man darüber noch eine Premiummarke etablieren. | Foto: BYD
Gregor Soller

BYD baut immer schneller: Vom ersten zum einmillionsten elektrifizierten Auto brauchte der chinesische Autobauer noch 13 Jahre. Die nächste Million von elektrifizierten Autos benötigte nur noch ein Jahr und der Schritt von zwei zu drei Millionen wurde in gerade einmal sechs Monaten geschafft. Wang Chuanfu, Chairman und Präsident von BYD erklärt dazu:

„Ich hoffe, dass jeder die nachhaltige Mobilität unterstützen kann, um mitzuhelfen, die Erde um ein Grad Celsius zu kühlen und der Welt unsere Stärke zu zeigen.“ 

Nun soll ein weiteres Label in der Premiumklasse dazukommen und aus dem Markenquintett aus BYD, Dynasty, Ocean, Denza und Yangwang ab 2023 ein Sextett machen.

Dazu kommen neue Märkte: Nach Märkten in Europa streckt man seine Fühler auch nach Japan, Thailand oder Brasilien aus. Weitere sollen folgen – mit Produktionsstätten vor Ort. Auf dem Heimatmarkt gehört BYD außerdem zu den Marktanteilsgewinnern – trotz pandemisch bedingter Probleme – China fährt weiter eine sehr restriktive Covid-Politik. Auch, weil BYD viele Fäden selbst in der Hand hält: Chairman Wang Chuanfu kündigte an, dass BYD neben dem bestehenden Versorgungssystem für Rohstoffe, Batteriezellen, Akkus und Fahrzeugen eine neue Sicherheitstechnologie einführen wird:

 „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere Kunden in Sachen Sicherheit zu beruhigen, und damit werden wir niemals aufhören.“

Die vertikale Integration aller Bauteile und Abläufe macht BYD derzeit so erfolgreich, denn man fertigt Akkus, Motoren, die Elektronik und die Chips selbst. Ende 2021 beschäftigte BYD nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Ingenieure und Techniker. Zum Juni 2022 hatte das Unternehmen laut Pressemitteilung mehr als 37.000 Patente angemeldet und hält mehr als 25.000 Patente. Auch für Partnerschaften ist man offen. Seit 2010 kooperiert man mit Daimler New Technology, in den aktuellen Fahrzeugen nutzt man auch Zulieferer wie Bosch oder Brembo.

Den Europa-Start möchte man mit einem klassischen Händlernetz bestreiten: BYD will europaweit mit etablierten Groß- und Einzelhändlern kooperieren. Dazu soll es in der ersten Phase strategische Partnerschaften geben mit Firmen wie Louwman (Niederlande), der Hedin Mobility Group (Schweden und Deutschland), Nic. Christiansen Group (Dänemark), RSA (Norwegen) und Shlomo Motors (Israel). Der Schwerpunkt in Europa sind anfangs die Benelux-Staaten und die nordischen Märkte – die bis auf Schweden auch keine eigenen Pkw-Marken haben. Auf dass die nächste Million noch schneller erreicht wird.

Was bedeutet das?

BYD hat zwar schon mehrere Marken und ist grundsätzlich nicht als Billigbrand positioniert, doch der bisherige Erfolg will ausgebaut werden, weshalb man 2023 auch im Premiumsegment angreifen will. Wo man neben den europäischen Marken auch auf Nio und Geely sowie Cadillac, Lexus, Acura und Infinity sowie Genesis trifft. Man darf gespannt sein.

 

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