BYD: 100.000 Han gebaut - Europastart geplant

Der Han ist das erste Pkw, den BYD mit der neuen Blade-Batterie ausstattet. Als Plug-in und reiner Stromer hat er sich jetzt bereits über 100.000 mal verkauft. BYD plant jetzt auch, in die EU zu kommen.

Seit Sommer 2020 bis Juli 2021 konnte der Han 100.000 mal gebaut und gut 92.000 mal verkauft werden. | Foto: BYD
Seit Sommer 2020 bis Juli 2021 konnte der Han 100.000 mal gebaut und gut 92.000 mal verkauft werden. | Foto: BYD
Gregor Soller

In Europa und den USA kennt man BYD vor allem aus dem Nutzfahrzeugbereich. Doch auch bei en Pkw legt der chinesische Mischkonzern nach, aktuell vor allem im Heimatmarkt: Seit Sommer 2020 konnte der Han, der als erstes die neue Blade-batterie nutzt, 100.000 Mal verkauft werden, wobei der BEV den Hauptanteil ausmacht. Laut BYD konnten 2021 bisher 52.231 Einheiten abgesetzt werden, darunter 38.679 BEV und 13.552 PHEV. Beide Typen nutzen die Blade-Batterien (LFP, Cell-to-Pack-System), die starke Leistung und Reichweite zu wettbewerbsfähigen Preisen bieten sollen.

Brandsicher: Die neue Blade Battery

Kurzer Technik-Exkurs: Die „Blade Battery“ auf Lithium-Eisenphosphat-Basis (LFP) soll sich laut BYD vor allem durch eine geringe Hitzeentwicklung auszeichnen: Das primäre Ziel bei der Entwicklung sei Sicherheit gewesen. Deshalb soll die Blade Battery im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Eisenphosphat-Akkus weniger anfällig für Brände sein. Außerdem konnte BYD die Raumnutzung innerhalb der neuen LFP-Batterie nach eigenen Angaben um 50 Prozent verbessern, was zu einer höheren Energiedichte und mehr Reichweite führt. Getestet hat BYD die neue Technik auch: Beim Nageldurchdringungstest habe die Blade Battery nur Oberflächentemperaturen von 30 bis 60 Grad erreicht. Eine herkömmlicher Li-Io-Akku habe sich dagegen beim gleichen Test auf 500 Grad erhitzt, eine herkömmliche LFP-Blockbatterie immer noch auf 200 bis 400 Grad. Auch bei einem Überladungstest um 260 Prozent sei die neue Batterie weder explodiert noch in Brand geraten. Damit sinkt bei Elektroautos, in denen die Blade Battery verbaut ist, bei einem Unfall mit Beschädigung der Batterie das Brandrisiko.

Günstige Preise, elegante Optik

Aktuell ist das Unternehmen dabei, alle Modelle mit Blade-Akkus auszustatten. Gleichzeitig steigt das Unternehmen in den europäischen Elektroautomarkt ein und entwickelt eine völlig neue EV-Plattform: die E-Plattform 3.0.

Ein Grund für den Erfolg dürften auch die Preise des 4,98 Meter langen Han sein, der üppige 2,92 Meter Radstand aufweist und sich innen dezent an Daimler orientiert und damit sehr wertig rüberkommt: Nach Abzug der Subventionen kostet der Han in China als BEV noch 35.460 bis 43.130 Dollar, der Plug-in liegt bei 33.920 bis 37.010 Dollar. Die Reichweite beträgt laut BYD bis zu 605 Kilometer nach NEFZ mit dem 77-kWh-Akku und bis zu 506 km mit dem 65-kWh-Akku – das dürften im Sommer reale 450 respektive 350 Kilometer sein. Auch hier gibt es zwei Antriebsarten: Einen 163-kW-Fronttriebler und einen 363 kW-Allradler. Am Schnelllader soll der Han in 10 Minuten bis zu 135 km Reichweite ziehen können. Auch die Aerodynamik orientiert sich an den guten Werten der Schwaben: BYD meldet einen cW-Wert von 0,23.

Mittlerweile plant BYD auch in Europa den Markteintritt mit den Pkw-Modellen, die dann alle auf der neuen E-Plattform 3.0 stehen sollen und zumindest nach en kolportierten Werten für einen Achtungserfolg auch im Fleetsegment taugen könnten, sofern der Vertrieb stimmt. Die Absatzzahlen tun es jedenfalls.

Was bedeutet das?

Auch BYD scheint nach langem Zögern bereit zu sein für den Markteintritt in Europa. Der Han macht einen guten Eindruck – und da auch China immer mehr Wert auf Qualität legt, scheint er die mitzubringen – sonst hätte BYD von dem doch eher großen Modell der oberen Mittelklasse nicht binnen 100.000 Modelle absetzen können

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