Bundesregierung unterstützt Northvolt-Akkufertigung in Schweden

Northvolt baut im nordschwedischen Skellefteå eine Fabrik für Elektroauto-Akkuzellen. An den Plänen des Startups sind auch BMW und Volkswagen beteiligt. Die Bundesregierung unterstützt jetzt die Finanzierung des Vorhabens mit einer staatlichen Garantie von mehreren Hundert Millionen Euro.

Auch die Bundesregierung unterstützt den bau der Northvolt-Akkufertigung in Schweden. | Foto: Northvolt
Auch die Bundesregierung unterstützt den bau der Northvolt-Akkufertigung in Schweden. | Foto: Northvolt
Gregor Soller

Die jährliche Produktionskapazität der schwedischen Anlage soll in der finalen Ausbaustufe einmal bei 40 GWh liegen. Die Northvolt-Anlage wäre damit eine der größten europäischen Fertigungsanlagen für Batteriezellen. Neben Deutschland beteiligen sich auch Frankreich, Japan, Korea und die Europäische Investitionsbank an der Gesamtfinanzierung. Kunden gibt es auch schon: BMW und Volkswagen wollen künftig auch von Northvolt Akkus beziehen und treiben deshalb gemeinsam Forschung und Entwicklung mit den Schweden voran.

Das begrüßt auch die Bundesregierung: Das Startup sei ein weiterer wichtiger Baustein zum Aufbau einer breiten und stabilen Wertschöpfungskette für die E-Mobilität in Deutschland und Europa, so das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). Die deutschen Unternehmen könnten sich über die Kooperation mit Northvolt den langfristigen Bezug leistungsfähiger Lithium-Ionen-Akkus sichern, die für die künftigen Flotten von Elektrofahrzeugen dringend benötigt werden. Damit sinkt auch die Abhängigkeit von asiatischen Zellherstellern, die ihrerseits Fabriken in Europa errichten, um die EU-Autowerke mit ihren Zellen (und Akkus) zu versorgen.

Die Northvolt-Fabrik in Schweden diene zudem als Referenz- und Pilotprojekt für die Batteriezellfertigung „Northvolt Zwei“, die als Joint Venture zwischen Northvolt und Volkswagen am Standort Sakzgitter ab 2024 in Betrieb gehen soll. Das BMWi erklärt dazu:

„Die produzierten Batteriezellen werden aufgrund der überwiegend europäisch ausgelegten Liefer- und Versorgungsketten, der vorgesehenen firmeneigenen Produktion von Kathodenmaterial und der ausschließlichen Energieversorgung aus Wasserkraft einen vergleichsweise geringen CO2-Ausstoß aufweisen. Auf diese Weise trägt das Projekt auch zur Erreichung der Pariser Klimaziele bei.“

Die Garantie des Bundes wird im Rahmen der Außenwirtschaftsförderung übernommen. Mit sogenannten UFK-Garantien können Vorhaben im Ausland unterstützt werden, an denen ein besonderes staatliches Interesse besteht – das sei in diesem Fall wegen der Bedeutung für den deutschen Automobil- und E-Mobilitäts-Sektor gegeben. Die UFK-Garantie sichert im Rahmen der Gesamtfinanzierung einen von Banken gewährten Kredit in Höhe von 525 Millionen US-Dollar (ca. 440 Mio. Euro) gegen den Ausfall von politischen und wirtschaftlichen Risiken bis zu einer Höhe von 80 Prozent ab.

Bereits Ende Juli 2020 hatte Northvolt bekanntgegeben, sich für den Bau und Betrieb von Großfabriken Kredite in Höhe von insgesamt 1,6 Milliarden US-Dollar (1,34 Mrd. Euro) gesichert zu haben. Das Projekt wurde 2016 von zwei ehemaligen Top-Managern von Tesla ins Leben gerufen, um nach dem Vorbild ihres früheren Arbeitgebers auch in Europa „Gigafactories“ für Elektroauto-Akkus zu errichten.

Was bedeutet das?

Northvolt wird für Europa ein wichtiger Baustein, um aus eigener Kraft Akkus entwickeln und herstellen zu können. Wichtig sind hierbei auch die Fortschritte bei der Zelltechnik und -fertigung, an die sich Europa erst langsam herantraut. 

 

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