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Bundesregierung glaubt an E-Fuels als alternativen Treibstoff

E-Fuels könnten bei einer globalen Energiewende eine wichtige Rolle spielen, meint die Einschätzung der Bundesregierung. Sie will daher die Entwicklung dieser Treibstoffe fördern und ihren Markthochlauf unterstützen.

Top oder flop: Kritiker von e-Fuels monieren den hohen Energieeinsatz bei der Erzeugung und dass skalierbare Industrialisierung fehlt. | Foto: Conti
Top oder flop: Kritiker von e-Fuels monieren den hohen Energieeinsatz bei der Erzeugung und dass skalierbare Industrialisierung fehlt. | Foto: Conti
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Johannes Reichel
von Christine Harttmann

Die Bundesregierung glaubt an das Potenzial sogenannter E-Fuels für die Energiewende. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Darin schrieb die Fraktion, dass E-Fuels – mittels regenerativ erzeugtem Strom aus Wasser und CO2 hergestellt – etwa im Verkehrssektor weltweit Anwendung finden könnten. Ein Vorteil sei, „dass die bestehenden Verbrennungsmotoren den synthetischen Kraftstoff tanken können und dafür auch das bereits existierende Tankstellennetz genutzt werden könnte“.

Nach Auffassung der Bundesregierung werden E-Fuels bei der globalen Energiewende und damit auch in Schwellen- und Entwicklungsländern eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Daher unterstütze sie durch die Aktivitäten verschiedener Ressorts diese Entwicklung, führt die Bundesregierung in ihrer Antwort aus. Derzeit prüfe sie „verschiedene Instrumente, um den Markthochlauf von synthetischen Kraft-, Treib und Grundstoffen auf der Basis erneuerbarer Energien (PtX) zu unterstützen“. Diese Instrumente umfassten neben Quoten für den Einsatz von PtX-Produkten auch die direkte Förderung ihrer Produktion sowie entsprechende Regulierung auf europäischer Ebene.

Im Bereich der Gewinnung von E-Fuels habe sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Unternehmen eine Referenzanlage zur CO2-neutralen Produktion von Wasserstoff und entsprechenden PtX-Folgeprodukten aufzubauen, heißt es in der Antwort weiter. Erste Markt- und Machbarkeitsstudien seien bereits in Durchführung und es würden konkrete Gespräche mit Partnern in Marokko geführt, das als Standort für die Referenzanlage in Frage komme.

Zweifelhafte Bilanz: Hoher Energieeinsatz in der Erzeugung

Kritiker monieren, die Erzeugung von e-Fuels sei viel zu energieaufwändig und bisher nicht in größerem Maßstab industrialisiert. Fachleute kalkulieren derzeit mit einem Energieaufwand von rund 20 Kilowattstunden Strom für die Herstellung von einem Liter E-Diesel. Sogar ein effizienter Diesel-Pkw würde damit knapp 100 kWh Energie auf 100 Kilometern verbrauchen. Elektro-Pkw fahren mit 15 bis 20 kWh/100 km. 

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