Bundesrat billigt Ausbau des Schnelllade-Netzes

Nach dem Ratsvotum kann das Bundesverkehrsministerium jetzt die Ausschreibung von 1.000 Schnelllade-Hubs bis 2023 angehen.

Bislang stehen Schnellladesäulen vornehmlich entlang der Autobahn und bei Einkaufszentren. Das BMVI möchte deren Netz enger knüpfen. (Foto: Dietmar Fund)
Bislang stehen Schnellladesäulen vornehmlich entlang der Autobahn und bei Einkaufszentren. Das BMVI möchte deren Netz enger knüpfen. (Foto: Dietmar Fund)
Johannes Reichel
von Dietmar Fund

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 28. Mai 2021 dem „Gesetz zur Bereitstellung flächendeckender Schnellladeinfrastruktur für reine Batterieelektrofahrzeuge“, kurz Schnellladegesetz (SchnellLG) zugestimmt. Damit kann das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Sommer die Errichtung von 1.000 zusätzlichen Schnelllade-Hubs im gesamten Bundesgebiet ausschreiben, die bis 2023 zur Verfügung stehen sollen. Es soll zu Spitzenzeiten auch Standorte abdecken, die bislang als wirtschaftlich galten. Damit dürften die Stationen auch für Taxi- und Mietwagenbetriebe interessant sein, die auf batterieelektrisch angetriebene Fahrzeuge umstellen möchten, die sich auch zum Schnellladen eignen sollten.

Koordiniert wird der Netzausbau durch die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur, die dafür seit 2020 unter dem Dach der NOW GmbH zuständig ist. Sie ist in der mobilen Branche vornehmlich durch die Abwicklung der Förderanträge für die Ladeinfrastruktur bekanntgeworden. Das Ausschreibungsverfahren solle noch vor der Sommerpause gestartet werden, hat das BMVI verkündet. Es geht dabei um Gleichstrom-Ladestationen, an denen Elektrofahrzeuge mit mindestens 150 kW Leistung an den Ladepunkten geladen werden können. Ausgeschrieben wird in mindestens 18 regionalen Losen.

Die Lose würden unterschiedlich groß ausfallen, schreibt das Ministerium. Die Belange mittelständischer Unternehmer würden bei der Losbildung berücksichtigt. Die Bieter müssten sich vertraglich zum Aufbau und zum Betrieb der Ladepunkte verpflichten und dabei darüber hinaus vom Bund festgelegte Versorgungs- und Qualitäts-Standards einhalten. Zusätzlich werde es bundesweite Lose an Rastanlagen entlang der Autobahnen geben, schreibt das BMVI. Für den Aufbau und den Betrieb der Schnellladeinfrastruktur seien zwei Milliarden Euro vorgesehen. Auf welchen Zeitraum sich die Betriebskosten beziehen, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

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