Bundesnetzagentur will Ladenetz für Wettbewerb öffnen

Mit einem Festlegungsverfahren sollen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, die Abrechnung und Tarifierung für Nutzer zu vereinfachen und auch an Fremdsäulen zum "Haustarif" zu laden.

Wherever I may roam: Zumindest technisch sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass man überall zum "Haustarif" laden kann. | Foto: J. Reichel
Wherever I may roam: Zumindest technisch sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass man überall zum "Haustarif" laden kann. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Die Bundesnetzagentur will das Tarifwirrwarr im Ladenetz für Elektroautos auflösen und Nutzern die Möglichkeit eröffnen, auch an Fremdsäulen zum Tarif des eigenen Providers laden zu können. Zu diesem Zweck wurde ein sogenanntes "Festlegungsverfahren zur Weiterentwicklung der Netzzugangsbedingungen Strom" eröffnet. Ziel ist es laut Netzagentur, "auf zahlreichen Themenfeldern im Gesamtkontext der Netznutzungsabwicklung die Automatisierung und Digitalisierung voranzutreiben und damit bei allen partizipierenden Akteuren die Effizienz und auch die Abwicklungsgeschwindigkeit zu erhöhen". Beabsichtigt sei darüber hinaus die Festlegung eines Netznutzungsvertrages Elektromobilität, der an Ladepunkten künftig die technische Möglichkeit eines bilanziellen Lieferantenwechsels schaffen soll. Damit will man den Nutzern mehr Flexibilität und Tariftransparenz ermöglichen, indem sie an jeder Säule den Stromanbieter selbst wählen, wie das jetzt schon beim Haushaltsstrom der Fall ist. Damit soll es einen "Wettbewerb direkt an der Säule" geben.

Umweg über Lade-Roaming

Für Ökostromanbieter wie etwa Lichtblick, die den "Tarifdschungel" beim Ladestrom immer wieder kritisiert hatten, stelle die Initiative einen "Meilenstein für die Elektromobilität" dar. Damit räume man den Weg frei für "echten Wettbewerb, faire Preise und Transparenz an der Ladesäule", erklärte der Anbieter. Bisher gibt es allerdings wie im Handymarkt schon die Möglichkeit über Laderoaming zum Tarif des eigenen Anbieters europaweit Strom zu beziehen. Mit dem Vorstoß der Netzagentur wird aber immerhin die technische Voraussetzung geschaffen, eine rechtlich freiwillige Vereinheitlichung der Tarife zu ermöglichen.

Bis dato besteht für Elektro-Autofahrer an einer Säule nur sehr bedingt Anbieterwahl. Man kann den Strom entweder direkt vom Betreiber oder über den Roaming-Partner beziehen, wobei der Preis davon abhängig ist, ob ein Vertrag mit einem der Anbieter besteht und welche Zahlungsar man wählt.

 

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