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Brown to Green Report: Emissionen der G20-Länder mit Kurs auf drei Grad

Analyse der Klimaschutzfortschritte der Industrienationen sieht keinen Paradigmenwechsel. Energiebedingte Emissionen steigen um 1,8 Prozent. In Deutschland schwächeln Verkehr und E-Mobilität.

Die Uhr läuft (ab): Laut Analyse von Climate Transparency unternehmen die G20-Staaten zu wenig, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. | Foto: ZukunftErdgas/Thomas Meinicke
Die Uhr läuft (ab): Laut Analyse von Climate Transparency unternehmen die G20-Staaten zu wenig, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. | Foto: ZukunftErdgas/Thomas Meinicke
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Johannes Reichel

Es braucht nicht weniger als einen Paradigmenwechsel bei den energiebedingten Emissionen - das ist die Forderung und Schlussfolgerung eines Reports eines Netzwerks von 14 Analysehäusern über die Klimaschutzbemühungen der G20-Nationen. Statt zu sinken, seien die Treibhausgasemissionen der wichtigsten Industrienationen im vergangenen Jahr weiter angewachsen, konstatiert der "Brown-to-Green"-Report der Organisation Climate Transparency, die von der Weltbank und auch dem Bundesumweltministerium unterstützt wird: Im Schlepptau eines Wirtschaftswachstums von 3,3 Prozent legte auch der CO2-Ausstoß um 1,8 Prozent zu.

Allen voran in den USA und Kanada, aber auch in China, Indien, Indonesien, Russland, Südafrika und Südkorea, die neun größten der G20-Länder, sei mehr Energie verbraucht worden. Gemeinsam stehen die G20-Länder für 80 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen aus Kohle, Öl und Gas. Damit reiche es bei keinem der Länder für ein Einhalten des im Pariser Klimavertrag verabredeten 1,5-Grad-Ziels, so die nüchterne Bilanz. Nach drei Jahren Stagnation nehmen damit die CO2-Emmissionen wieder zu.

Allerdings sieht der Bericht auch Lichtblicke, etwa weil in Indien oder sogar Brasilien die erneuerbaren Energien ausgebaut würden oder China, Indien und Japan scharfe Regeln für Energieeffizienz aufgelegt hätten. Sogar Saudi-Arabien senkte seine Emissionen im Verkehr, freilich von hohem Niveau ausgehend.

Schlechter sieht es in dieser Hinsicht in Deutschland aus, wo der Verkehr wie weltweit generell weiter das "Sorgenkind" bleibt. Bei den Pro-Kopf-Emissionen rangiert die Bundesrepublik hinter Flächenländern wie USA, Kanada oder Australien, mit 1,99 Tonnen CO2 pro Bürger, ohne Flugverkehr wohlgemerkt. Der Schnitt in den G20 liegt bei 1,13 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr.

Deutschland bei E-Mobilität nur im Mittelfeld

Mau ist auch der Marktanteil von Elektrofahrzeugen, der einer der 80 untersuchten Indikatoren war: Mit weniger als zwei Prozent fährt Deutschland hier nur im Mittelfeld mit, hinter den USA, Kanada, Frankreich oder auch Großbritannien. Top ist in dieser Kategorie das Reich der Mitte, China, das auf 4,5 Prozent E-Auto-Anteil kommt. Bei den Gebäudeemissionen kommt man hierzulande dagegen voran, rangiert aber immer noch nur im Mittelfeld.

Abschließend stellen die Studienautoren von Climate Transparency fest, dass rund die Hälfte der Staaten auf bestem Wege sei, die mäßig ambitionierten selbst gesetzten Klimaschutzziele sogar überzuerfüllen. Man könne im nächsten Jahr beim Klimagipfel im schottischen Glasgow also deutlich aufstocken, spornten die Autoren an. Klimaforscher warnen, dass bei Einhaltung der derzeitigen Klimaschutzziele sich die Temperatur auf der Erde bis Ende des Jahrhunderts um drei Grad erwärmen dürfte, mit katastrophalen Folgen im Hinblick auf Gletscher- und Polschmelze, Extremwetterlagen, Stürme und Dürren.

Hoffnungsschimmer: Kohleverbrauch in Deutschland sackt ein

Just wurde unabhängig von dem Report auch über die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen bekannt, dass die deutschen Kohleemissionen in den ersten neun Monaten des Jahres stark rückläufig sind und um fast 22 Prozent bei der Braunkohle sowie fast 30 Prozent bei der Steinkohle im Einsatz absackten. Wie überhaupt der Gesamtenergiebedarf um 2,3 Prozent rückläufig ist. Die erneuerbaren Energien legten dagegen um vier Prozent zu, die bei Zubau derzeit durch die politisch restriktiven Rahmenbedingungen stark behinderte Windkraft erzeugte 17 Prozent mehr Strom als im Vorjahr. Auch der Absatz des fossilen, aber sauberer verbrennenden Erdgas nahm zu. 
 

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