Werbung
Werbung

Breites Bündnis appelliert an Regierung: Forschung zur E-Mobilität fortsetzen

Ein breites Bündnis von Unternehmen und Wissenschaft appelliert an die Regierung, Forschungsprojekte zur E-Mobilität weiter zu unterstützen. Berlin will die Maßnahmen drastisch kürzen und dann auslaufen lassen. Die Kürzung sei "klima- und industriepolitisch fatal". Wissen für nachhaltige Mobilität sichern.

Know-How zur Transformation sammeln: Auch VW Group Innovation unterzeichnete den Appell. 2021 startete eine Pilotanlage für Batterierecycling in Salzgitter. | Foto: VW
Know-How zur Transformation sammeln: Auch VW Group Innovation unterzeichnete den Appell. 2021 startete eine Pilotanlage für Batterierecycling in Salzgitter. | Foto: VW
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Ein breites Bündnis aus Forschung und Industrie, darunter das Öko-Institut, das ifeu-Institut, Daimler Truck, die Volkswagen Group Innovation, die RWTH Aachen, die TU Berlin oder die SWM fordert die Bundesregierung auf, Bundesmittel für die anwendungsorientierte Forschung zur Elektromobilität auch im Haushalt 2024 und darüber hinaus bereitzustellen. Mit einem Offenen Brief wenden sich die Unterzeichner an die Bundesregierung, die plant, Finanzmittel für „Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Elektromobilität“ im Klima- und Transformationsfonds ab dem Haushaltsjahr 2024 massiv zu kürzen und danach auslaufen zu lassen. Eine solche Entscheidung wäre aus klima- und industriepolitischen Gründen fatal, kritisieren die mehr als 25 Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Unternehmensnetzwerke, darunter das Öko-Institut. Das Bündnis appelliert an die Bundesregierung, die Haushaltsplanungen zu korrigieren. Nur so könnten langfristige Schäden für die Transformation des Verkehrssektors, die Erreichung der Klimaziele und die damit verbundene Wertschöpfung einer Schlüsselindustrie in Deutschland abgewendet werden.

Wissen für die nachhaltige Transformation sichern

Die deutsche Automobilindustrie befindet sich in einer entscheidenden Phase der Transformation hin zu elektrischen Fahrzeugen. Um eine zukunftsfähige Position im internationalen Wettbewerb zu sichern und die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, sei die Entwicklung eines robusten heimischen Marktes für Elektromobilität unerlässlich, so die Unterzeichner. Das gelte auch für das Ziel der Bundesregierung von 15 Millionen Elektroautos und einem Drittel elektrischer Fahrleistung von Lkw bis 2030. Die Bedeutung einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur, stabiler Wertschöpfungsketten und innovativer Industrien wie der Batterieproduktion und deren Recycling dürfe nicht unterschätzt werden.

"In diesem Zusammenhang kommt praxisorientierter Forschung, insbesondere staatlich geförderten Forschungsprojekten im Bereich Elektromobilität, eine entscheidende Rolle zu. Diese Projekte liefern unabhängiges Wissen, das für die Umsetzung der Transformation in Politik, Verwaltung und Industrie essenziell ist", so der Appell weiter.

Wertschöpfung und Resilienz für kritische Rohstoffe

Die Elektrifizierung von Lkw, die Integration von Ladepunkten in das Stromnetz und die Veränderungen in den industriellen Wertschöpfungsketten, insbesondere im Hinblick auf Lithium-Ionen-Batterien und Elektromotoren, stellen zentrale Herausforderungen dar. Die EU hat mit dem Critical Raw Materials Act ehrgeizige Ziele für strategische Rohstoffe gesetzt, in dessen Rahmen Deutschland eine sichere Versorgung und effektives Recycling sicherstellen muss, um seine Wettbewerbsposition zu erhalten. Die jüngsten Kürzungen im Forschungsbudget, so der Appell, gefährden die zukünftige industrielle Kompetenz und Leistungsfähigkeit Deutschlands in einem strategischen, eminent wichtigen Zukunftsfeld. Der Verlust von jahrelang aufgebautem Wissen und die damit verbundene Einschränkung der politischen sowie wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit wird gravierende Auswirkungen auf den Standort Deutschland haben. Daher ist es von größter Wichtigkeit, dass in den kommenden Jahren weiterhin ausreichende Bundesmittel für Forschungsprojekte in der Elektromobilität bereitgestellt werden, um die ökologische und industriepolitische Transformation im Verkehrssektor erfolgreich voranzutreiben.

    Mitunterzeichner des offenen Briefs „Praxisorientierte Forschung zur Elektromobilität weiterführen!“ sind:

    • Accurec Recycling GmbH
    • CONTARGO trimodal network
    • Daimler Truck AG
    • Deutsche GVZ-Gesellschaft mbH
    • Entega AG
    • Fachhochschule Erfurt
    • Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE)
    • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
    • Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI
    • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    • Hertie School Centre for Sustainability
    • Hochschule Darmstadt
    • Hochschule Pforzheim
    • hySOLUTIONS GmbH
    • ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH
    • IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V.
    • Nuts One GmbH
    • Öko-Institut e.V.
    • Dr. Patrick Plötz
    • Reiner Lemoine Institut gGmbH
    • REWIMET e.V.
    • RWTH Aachen University
    • SWM – Stadtwerke München GmbH
    • Technische Universität Berlin
    • TU Bergakademie Freiberg
    • Volkswagen Group Innovation
    Werbung
    Werbung