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bp pulse kauft Supercharger bei Tesla für 100 Mio. Dollar

Erstmals vertreibt der E-Pionier seine Ladetechnik an extern. Der Mineralölkonzern investiert bis 2030 in den USA bis 1 Milliarde Dollar in Ladestationen. Start mit Superchargern bei bp pulse schon 2024.

Super chargen bei bp pulse: Der Mineralölkonzern und seine Ladesparte wollen sich bei Tesla bedienen und setzen in den USA auf die Ladetechnik der Kalifornier. | Foto: bp
Super chargen bei bp pulse: Der Mineralölkonzern und seine Ladesparte wollen sich bei Tesla bedienen und setzen in den USA auf die Ladetechnik der Kalifornier. | Foto: bp
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Johannes Reichel

Der Mineralölkonzern bp und seine E-Mobility-Sparte bp pulse wollen als erster externer Anbieter auch Tesla-Supercharger für den Aufbau seines Ultraschnellladenetztes nutzen. Im Rahmen einer Vereinbarung über 100 Millionen US-Dollar kauft der Konzern Ladegeräte von Tesla und will damit den Ausbau des öffentlichen Netzes von bp pulse in den USA forcieren. Zugleich will man EV-Flottenkunden durch den Einsatz von Ladegeräten an deren privaten Depots unterstützen.

Die Einführung von Teslas Ladegeräten in das bp pulse-Netz ist das erste Mal, dass die Hardware für ein unabhängiges EV-Ladenetz gekauft wird. Die Einführung ist für 2024 geplant und wird an wichtigen Standorten der Markenfamilie, darunter TravelCenters of America, Thorntons, ampm und Amoco, sowie an den groß angelegten Gigahub-Ladestationen der Marke bp pulse in großen Ballungsräumen und an Standorten Dritter, wie Hertz, im Rahmen von bereits angekündigten Kooperationen erfolgen

Die ersten Installationsorte wurden in Houston, Phoenix, Los Angeles, Chicago und Washington D.C. identifiziert. Die Tesla-Ladegeräte werden auch an ausgewählten Depots von Flottenkunden eingesetzt. Durch die Kombination der eigenen Lademanagement-Software Omega mit den schnellen und zuverlässigen Ladegeräten von Tesla soll sich der gesamten Ladeprozess für EV-Flotten überwachen lassen.

Bis 250 kW Ladeleistung, künftig vielleicht noch mehr

Die ultraschnellen Tesla-Ladegeräte, die eine Leistung von 250 kW haben sollen, sprich der Supercharger V4-Generation entsprechen, werden von bp pulse gebrandet, installiert und betrieben. Über mehr Leistung bis 615 kW wird bereits spekuliert. Unklar ist auch, ob die Supercharger auch bei bp pulse in Europa eingesetzt werden, wo man bisher auf die weit verbreiteten Alpitronic Hypercharger des Südtiroler Marktführers setzt.

Die Ladegeräte sollen mit dem "Magic Dock" von Tesla ausgestattet sein, das sowohl mit dem North American Charging Standard (NACS) als auch mit dem Combined Charging System (CCS) kompatibel ist. Dies ermögliche es den Elektrofahrzeugen anderer großer Fahrzeughersteller, die Tesla-Ladestationen im pulse-Netz zu nutzen, unabhängig davon, ob sie CCS- oder NACS-Anschlüsse verwenden, so der Anbieter.

Um die Benutzerfreundlichkeit weiter zu verbessern, werden die Tesla-Ladegeräte die Verwendung des Plug-and-Charge-Protokolls unterstützen, das die Zahlungen vereinfacht und automatisiert. Wie bei den Kaliforniern üblich, werden ultraschnelle Ladegeräte von Drittanbietern, die die Anforderungen von Tesla an Zuverlässigkeit und Funktionalität erfüllen, in der Benutzeroberfläche und den Apps von Tesla angezeigt, und bp pulse erwartet, dass diese Anforderungen auch in seinem Netzwerk eingehalten werden, heißt es weiter.

Hoch frequentierte Standorte sollen folgen

Zusätzlich zu dieser Vereinbarung mit Tesla will der Mineralölkonzern über seine Tochter weitere schnelle und zuverlässige Ladestationen an stark nachgefragten Standorten wie Flughäfen, großen Ballungsgebieten und bp-eigenen Liegenschaften entlang alternativer Betankungskorridore einrichten. Darüber hinaus hat bp im Rahmen von Programmen wie National Electric Vehicle Infrastructure (NEVI) und California Energy Commission (CEC) Fördermittel erhalten, um Ladeinfrastruktur an Standorten in Kalifornien, Pennsylvania, Colorado und Kentucky bereitzustellen.

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