BMWI: Energiekostenvergleich an Tankstellen startet

Energiekostenvergleich soll Transparenz zwischen Verbrennern und E-Autos schaffen.

Mehr Durchblick: Das BMWI hat den Energiekostenvergleich an Tankstellen initiiert, der zum Oktober startet. | Grafik: BMWI
Mehr Durchblick: Das BMWI hat den Energiekostenvergleich an Tankstellen initiiert, der zum Oktober startet. | Grafik: BMWI
Johannes Reichel

Ab dem ersten Oktober startet der vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte Energiekostenvergleich. Demnach sind Tankstellen mit mehr als sechs Mehrproduktzapfsäulen verpflichtet, einen Kostenvergleich verschiedener Energieträger (u.a. Benzin, Diesel, Strom, Erdgas, Wasserstoff) in Euro je 100 km für ausgewählte Fahrzeugsegmente im Straßenverkehr sichtbar an Zapfsäulen oder im Verkaufsraum auszuhängen. Die Kosten des vielfältigen Kraftstoff- bzw. Energieträgermarktes sollen so den Verbraucherinnen und Verbrauchern vergleichbar aufbereitet werden und für alternative Antriebe und Energieträger für Personenkraftwagen (PKW) sensibilisieren.

Eine Vergleichbarkeit aufgrund der unterschiedlichen Einheiten (Liter / Kilogramm / Kilowattstunden / Kubikmeter) war bisher schwierig. Im Jahr 2020 hat Deutschland an einem Pilotprojekt der Europäischen Kommission teilgenommen, um den Informationsbedarf und die Präferenzen der Verbraucherinnen und Verbraucher zu ermitteln und die Umsetzung an den Tankstellen zu erproben. Dazu wurden mehrere Verbraucherumfragen durchgeführt, 15 Tankstellen mit verschiedenen Informationsdisplays ausgestattet und mögliche Umsetzungsoptionen mit der betroffenen Branche und verschiedenen Verbraucherverbänden diskutiert. Die Ergebnisse der deutschen Pilotaktion wurden parallel mit den Ergebnissen aus anderen EU-Staaten diskutiert und flossen in die Empfehlung zur Umsetzung der EU-Kommission ein.

Die Verbraucherumfragen des Pilotprojektes zeigen deutlich, dass große Informationsdefizite bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu alternativen Antrieben und Kraftstoffen bestehen. Bspw. stufen mehr als 80 % der Befragten ihr Wissen zu alternativen Kraftstoffen und 50 % ihr Wissen zu batterieelektrischen Antrieben als nicht ausreichend ein, 55 % gaben an, dass zusätzliche Informationen zu den Kraftstoffkosten die nächste Fahrzeugwahl beeinflussen würden. Ziel des Energiekostenvergleiches für PKWs ist es, eine leicht verständliche Gegenüberstellung der durchschnittlichen Kraftstoff- und Energieverbräuche je 100 km transparent aufzubereiten. Die jeweiligen Daten basieren auf der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle in den Segmenten Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse und der jeweiligen benötigten Antriebsenergie nach WLTP (Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure).

Der Bundesverband der Mineralölwirtschaft moniert, der Vergleich setze den "durchschnittlichen Haushaltsstrompreis" an und nicht die tatsächlichen Ladekosten an der Säule. Der Bundesverband der Energiewirtschaft BDEW kontert, der Vergleich mache deutlich, dass schon heute E-Mobilität für viele Autofahrer umweltfreundlicher und auch günstiger sei.

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