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BMW XM: Sitzprobe im bösesten BMW ever

XM-Produktmanagerin Sarah Lessmann macht keinen Hehl aus der Bestimmung des XL-SUV – tatsächlich ist er als expressive Alternative für diejenigen gedacht, denen iX oder X5 zu brav sind.

Bewusst als Dr. Jekyll und Mr. Hyde geplant: Der BMW XM. | Foto: Fabian Kirchbauer
Bewusst als Dr. Jekyll und Mr. Hyde geplant: Der BMW XM. | Foto: Fabian Kirchbauer
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Gregor Soller

Mit dem XM pflegt die M GmbH ihr Bad Boy-Image, ähnlich wie es Lamorghini mit dem Urus oder Dodge mit dem Challenger tun. Folglich dürfte der XM eher in Garagen US-Amerikanischer Rapper oder bei Fußballstars stehen als in Grün- oder Grunewald. Das sollte man wissen, bevor man sich dem optisch exzentrisch gestylten XM nähert.

Über die wilde Front, welche mit den auf zwei Ebenen angeordneten Leuchten innerhalb BMWs die Zugehörigkeit zu 7er und X7 demonstriert kann man ebenso streiten wie die bronzegoldenen aufgesetzten Applikationen, die an die schwarze Seitenleiste beim M1 hinweisen sollen. Drei LED-Streifen in den Rückleuchten zitieren die Lamellen am Heck des Urahn (man kennt sie aber prominenter auch von Peugeot wo sie an kratzende Löwenkrallen erinnern sollen) und last but not least hat auch der XM zwei Logos am Heck – in der Heckscheibe –das wohl stärkste und stimmigste M1-Zitat.

Die E-Maschine boostet den V8 zusätzlich

Unter der Haube bleibt es beim frisch überarbeiteten 4,4-Liter-Twin-Turbo-V8, der hier mit einer E-Maschine auf 653 PS und 800 Nm Drehmoment gehoben wird. Später soll eine noch bösere Version mit 750 PS und 1.000 Nm folgen, womit man laut Lessmann das stärkste Plug-in-Hybrid-SUV der Oberklasse im Markt hätte. Kleiner hatten sie es bei der M GmbH einfach nicht. Aber da sie auch einen 25,7-kWh-Akku ins Heck packten, gehen 82 bis 87 Kilometer rein elektrisch, danach dürfte der Bad Boy eher nach 15 Liter Super plus minus x verlangen. Dr. Jekyll and Mr. Hyde sozusagen…

Fahren kommt später, jetzt heißt es erstmal Platz nehmen und da müssen wir sagen – tut der Expressionismus der Marke BMW mal richtig gut! Wer traut sich, ein Interieur in braun-türkis-violett? Eben! Aber diese Farben passen perfekt zueinander: Das braune Leder ist naturgegerbt und –belassen und darf laut Lessmann auch mal eine Narbe oder einen Insektenstich aufweisen. Dazu kommen die dezent türkisen Akzente und der optional violett beleuchtete Dachhimmel und all das passt wunderbar zusammen.

Danke für diesen Dachhimmel!

A propos Dachhimmel: Hier haben die BMW-Gestalter ein dreidimensionales Kunstwerk rausgehauen, über das man als designaffine Person gar nicht oft genug drüberstreifen kann. Und dieses technische Muster aus Dreiecken, erstmals ausgerechnet beim iCircular gezeigt, haben sie auch innen in die Heckklappe appliziert!

Vorn passt alles wie angegossen und im Gegensatz zum X7, dessen Radstand der XM übernahm, durfte er den Schaltprügel auf der Mittelkonsole behalten. „Unsere Kunden wollen was zum Anpacken und nicht zum Rumschnippen“ kennt Lessmann das Klientel. Und nachdem sich schon er X7 vergleichsweise kompakt fährt, dürfte das für Mr. Hyde umso mehr zutreffen.

Wir steigen um in den Fond, wo extrem viel Platz ist und die Rückbank um die Ecken herumgezogen wurde – womit eine wunderbare Lümmellounge entsteht. Klar, der XM muss sich hier nicht mit einer dritten Sitzreihe beschäftigen wie Family-Friend X7. Dahinter bleiben 527 Liter Kofferraum (ohne Unterfach, das belegt der Akku), die sich bis auf 1.820 Liter erweitern lassen. Womit Dr. Jekyll auch mal zum Baumarkt kann – nur aufpassen, dass man dabei den tollen Dachhimmel nicht verkratzt – Himmel hilf!

Was bedeutet das?

Hakt man bei Sarah Lessmann genauer nach, könnte der XM tatsächlich ein bisschen der letzte Tanz auf der Titanic sein. Als Plug-in könne der V8 nochmal in die Verlängerung gehen und viele Kunden wollen ihn genau deshalb, weil sie ahnen, dass es eines der letzten Soundkonzerte sein könnte. Denn auch die M GmbH beschäftigt sich - wie Dodge – mit bösen Stromern. Und auch die Amis sch… sich hier nichts: Der Challenger-Nachfolger soll trotz E-Antrieb so laut werden wie der Hellcat und eine Handschaltung haben - damit aus dem leise strömenden Dr. Jekyll eben Mr. Hyde werden kann.

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