BMW vertieft Kooperation mit Solid Power für Feststoffakkus und gibt Strom

Mit dem Technologieschub der Festkörperakkus, aber auch schon mit der neuen Generation Lithium-Ionen-Batterien hofft der Hersteller, den Verkauf von E-Modellen deutlich zu beschleunigen. Schon vor 2030 könnte über die Hälfte an BMW-Modellen elektrisch fahren.

Übernächstes Level: Noch vor der Feststoffzelle sollen die neuen Li-Io-Rundzellen die BMW-Elektro-Verkäufe deutlich beflügeln. | Foto: BMW
Übernächstes Level: Noch vor der Feststoffzelle sollen die neuen Li-Io-Rundzellen die BMW-Elektro-Verkäufe deutlich beflügeln. | Foto: BMW
Johannes Reichel

Die BMW Group und Solid Power haben sich jüngst auf eine Erweiterung der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit verständigt. Eine Forschungs- und Entwicklungslizenz soll es dem Autohersteller ermöglichen, in seinem Cell Manufacturing Competence Center (CMCC) in Parsdorf bei München eine Festkörperzellen-Prototypenlinie basierend auf den Erfahrungen von Solid Power aufzubauen. Die neue Phase der Zusammenarbeit biete beiden Unternehmen "erhebliche Vorteile", argumentieren die Münchner, darunter die Durchführung ergänzender Zellentwicklungs- und Fertigungsaktivitäten sowohl bei Solid Power als auch bei der BMW Group, um das Know-how für das Design und den Fertigungsprozess von Festkörperzellen weiter auszubauen.

„BMW arbeitet weiterhin intensiv an der Entwicklung der Feststoff-Batteriezelltechnologie - einer Technologie, von der wir glauben, dass sie ein erhebliches Zukunftspotential hat“, erklärte Frank Weber, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Entwicklung.

Mit der Kooperation könne man Festkörperzellen auf der Grundlage der Designs von Solid Power in der eigenen Pilotanlage herstellen. Die neue Festkörperzellen-Prototypenlinie  werde die Marktreife der Zelltechnologie beschleunigen.

„Der Ausbau unserer Beziehung zu BMW ist ein weiterer Beweis dafür, dass beide Unternehmen an die Technologieentwicklung von Solid Power und der Bedeutung von Festkörperbatterien glauben“, freut sich David Jansen, Interims-CEO, Präsident und Vorsitzender von Solid Power.

Als nächsten Schritt auf dem Weg zur langfristigen Industrialisierung plant Solid Power im Jahr 2023 Zellen in Originalgröße zu automotive Testzwecken an die BMW Group zu liefern. Ein erstes Demonstrationsfahrzeug mit der Technologie ist vor 2025 geplant.

Ab 2022 kommt erstmal eine neue Li-Io-Generation

Die Münchner kündigten bereits 2022 die nächste Generation der Li-Ionen-Technologie an Blick in die nähere Zukunft und abseits der Zusammenarbeit mit Solid Power: Im September 2022 hat die BMW Group ihre Gen6 Li-Ionen-Zelle angekündigt. Für die dann sechste Generation der BMW eDrive-Technologie, die in der sogenannten Neuen Klasse zum Einsatz kommen wird, hat das Unternehmen das Zellformat und die Zellchemie grundlegend weiterentwickelt. Mit der neuen Rundzelle soll es möglich sein, die Reichweite des reichweitenstärksten Modells um bis zu 30 Prozent (nach WLTP) zu erhöhen. Die Zellen verfügen über einen Durchmesser von 46 Millimetern und zwei verschiedene Höhen von 95 mm und 120 mm. Im Vergleich zu den prismatischen Zellen der fünften Batteriezellgeneration werde sich die volumetrische Energiedichte der Zelle um mehr als 20 Prozent verbessern.

Das soll auch das Verkaufsvolumen steigern: Der Hersteller verspricht eine schnell wachsende Produktpalette und will bis Ende 2025 mehr als zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf den Straßen haben. Die Münchner schätzen durch den Technologiesprung, dass 50 Prozent des weltweiten Absatzes der BMW Group bereits vor 2030 mit vollelektrischen Fahrzeugen erzielt werden könnten. Die Marke MINI werde bis Anfang der 2030er Jahre eine ausschließlich vollelektrische Produktpalette anbieten, während Rolls-Royce ab 2030 ebenfalls eine vollelektrische Marke sein soll. Alle zukünftigen neuen Modelle von BMW Motorrad im Bereich der urbanen Mobilität werden ebenfalls vollelektrisch sein, kündigte man weiter an.

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