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BMW und Jaguar Land Rover rücken noch enger zusammen

Bei der Eröffnung des Kompetenzzentrums Batteriezelle in München ließ eine Frage eines britischen Journalisten aufhorchen.

Bei der Eröffnung des Kompetenzzentrums Batteriezelle in München äußerte sich Zipse ungewöhnlich dezent zu JLR. | Foto: G. Soller
Bei der Eröffnung des Kompetenzzentrums Batteriezelle in München äußerte sich Zipse ungewöhnlich dezent zu JLR. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

Bei der Vorstellung des Batteriezellen-Kompetenzzentrums fragte ein Journalist des britischen Daily Telegraph den BMW-CEO Oliver Zipse nach der Kooperation mit Jaguar Land Rover, worauf der BMW-CEO vielschichtig antwortete: „Zusammenarbeit ist die neue Norm in der Branche. Wir arbeiten nicht nur an elektrischen Antrieben und Verbrennungsmotoren zusammen mit JLR, sondern auch an anderen Komponenten." Als dann nachgefragt würde, ob BMW sich eine noch tiefere Kooperation mit Jaguar Land Rover oder gar eine Übernahme vorstellen konnte, antwortete Zipse:

„Wir haben keine Entscheidung getroffen. Ich kann nichts kommentieren, was nicht entschieden ist.“

Hintergrund für die Kooperation könnte sein, dass beide Marken global gesehen immer noch klein sind, JLR vielleicht sogar zu klein, um allein zu überleben. Dafür zielen sie in die gleiche Richtung. Dem Vertrag zur Entwicklung neuer elektrischer Antriebseinheiten auf BMW-Basis folgte die Ankündigung, dass Jaguar Land Rover und BMW auch bei Verbrennern zusammenarbeiten. Dabei geht es um BMW- Achtzylindermotoren und Antriebsmodule von BMW für JLR. Vorteil für BMW: Auch bei den Bayern haben es die hubraumstarken großen Verbrenner immer schwerer, auf hohe rentable Stückzahlen zu kommen. Im Gespräch sei außerdem, dass JLR die kompakte Plattform von BMW für eigene Modelle nutzen könnte. Das Kompetenzzentrum Batteriezellen soll aber aktuell nicht von Jaguar Land Rover genutzt werden, wie eine Nachfrage bei Andreas Raith, Head of Project Battery, ergab.

Hintergrund: Jaguar Land Rover wächst aktuell nicht mehr so stark wie vor einigen Jahren und sieht sich mit den gleichen Problemen hinsichtlich Elektromobilität, Abgasnormen und autonomem Fahren konfrontiert wie BMW. Die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern Tata Motors, der vor allem den indischen Markt mit ganz anderen Thematiken im Blick hat, beschränkt sich auf (zu) wenige Projekte, da beide Marken in völlig unterschiedlichen Marktsegmenten agieren.

Was bedeutet das?

Die Fusionitis geht wieder um: Nachdem VW mit Ford paktiert, FCA und PSA einen ganz großen Player formen wollen und Daimler sich mit dem Smart an Geely anlehnt, wird BMW auf einmal wieder zu einem kleinen, Jaguar Land Rover zu einem sehr kleinen Hersteller. Insofern macht eine Kooperation beider Unternehmen auf jeden Fall Sinn.

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