BMW Plug&Charge: Ab 2023 erkennt das Auto den Ladepunkt

Ein Vorteil von Tesla: Man fährt einfach an die Ladesäule, die das Auto (und damit das hinterlegte Ladekonto erkennt), lädt und fährt wieder weiter. Ab Mitte 2023 soll diese Funktion auch in ersten Stromern von BMW eingeführt werden.

Ab 2023 sollen erste BMW-Modelle Plug&Charge-fähig sein - mit bis zu fünf verschiedenen Ladetarifen! | Foto: BMW
Ab 2023 sollen erste BMW-Modelle Plug&Charge-fähig sein - mit bis zu fünf verschiedenen Ladetarifen! | Foto: BMW
Gregor Soller

Das neue Zauberwort heißt „Plug&Charge“. Dabei identifizieren sich Ladesäule und Fahrzeug gegenseitig, was eine manuelle Authentifizierung zum Start des Ladevorgangs überflüssig macht. Nachdem Tesla, Audi, Porsche und Mercedes-Benz die Technologie bereits ausgerollt haben oder sie gerade ausrollen, will BMW ab 2023 auch folgen – mit mehr Flexibilität. Denn BMW möchte gleich mehrere Fahrstromverträge integrieren können. Mit dieser sogenannten „Multi Contract“-Funktion können Kunden bis zu fünf unterschiedlichen Anbieter digital im Fahrzeug speichern. Dazu greift BMW auf die Standards ISO-15118-2 und ISO 15118-20 zurück. Die Idee: Auto und Säule wählen jeweils den günstigsten Tarif aus.

Voll flexibel: BMW Charging Account, Privat- und Firmenverträge werden digital gespeichert

Bisherige Plug&Charge Lösungen waren laut BMW stets an einen einzigen, fest definierten Stromanbieter gebunden. Die künftig für BMW-Modelle verfügbare Lösung bietet dagegen Flexibilität. Der Kunde kann die individuellen Zugangsdaten für mehrere Fahrstromverträge digital in seinem Fahrzeug speichern. Damit hat er die Möglichkeit, unterwegs sowohl auf seinen BMW Charging Account als auch auf andere individuelle Verträge zuzugreifen. Einzige Voraussetzung dafür: Die entsprechenden Anbieter müssen an das europaweite eRoaming-Netzwerk von Hubject angeschlossen sein.

Diese erstmals im Bereich der Elektromobilität realisierte Flexibilität erleichtert vor allem den Nutzern von Dienst- und Firmenfahrzeugen mit elektrifiziertem Antrieb das Laden des Hochvoltspeichers. Sie können nicht nur das flächendeckende Ladenetzwerk von BMW Charging nutzen, sondern auf ebenso komfortable Weise auch Strom von Anbietern beziehen, mit denen ihr Arbeitgeber einen gesonderten Ladevertrag – etwa für Ladesäulen auf dem Firmengelände – geschlossen hat.

Leider noch manuell: Vertrag wählen und starten

In beiden Fällen muss der Kunde nach dem Anschluss des Ladekabels im entsprechenden Menü des Fahrzeug-Bediensystems lediglich den entsprechenden Vertrag auswählen und bestätigen, um den Ladevorgang zu starten.

Hubject hatte im Februar 2022 bereits angekündigt, über ein Open Plug&Charge-Protokoll (OPCP) den Weg zu unter anderem einem „Multi-Contract-Handling“ frei zu machen. Welche BMW-Modelle die Funktion als Erstes beherrschen werden, blieb noch offen.

Was bedeutet das?

Mit der Einbindung mehrerer Stromanbieter geht BMW bei Plug&Charge einen interessanten Schritt weiter, der das laden noch einfacher und günstiger machen könnte.

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