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BMW plant keinen i3-Nachfolger

BMW wird seinen Kompakt-Stromer auf unbestimmte Zeit weiterverkaufen, ihn aber nicht direkt ersetzen.

Der i3 ist produktionstechnisch ein Solitär im Programm und wird auf unbestimmte Zeit weitergebaut - erhält aber keinen direkten Nachfolger. | Foto: BMW
Der i3 ist produktionstechnisch ein Solitär im Programm und wird auf unbestimmte Zeit weitergebaut - erhält aber keinen direkten Nachfolger. | Foto: BMW
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Gregor Soller

BMW-Vertriebsvorstand Pieter Nota sprach Klartext gegenüber der „Financial Times“: Der i3 werde zwar auf unbestimmte Zeit weitergebaut, aber keinen direkten Nachfolger erhalten. Hauptgrund dafür ist die teure Carbon-Karosserie, die zwar massiv Gewicht spart, aber komplett aus dem übrigen BMW.-Programm ausschert und nicht wirklich günstig großserientechnisch gefertigt werden kann – wobei „Großserie“ in dem Fall sechsstellige Stückzahlen pro Jahr meint. Vom i3 wurden seit 2013 bisher rund 150.000 Einheiten gefertigt, was für sich gesehen auch schon ein „Erfolg“ ist – aber eben nur relativ gesehen.

Noch härter fällt der Cut beim i8 aus, der 2020 „planmäßig“ eingestellt wird – aber einen Nachfolger mit stärkerem PHEV-Antriebsstrang erhalten dürfte – womit BMW das Thema Sportwagen weiter besetzt.

Die „Financial Times“ berichtet weiter, dass BMW stattdessen die Elektrifizierung anderer Modelle vorantreiben wolle. Im Zentrum des neuen Programms steht dabei der iNext, ein SUV der Mittelklasse auf X3-Niveau und der i4, der das E-Pendant zur Dreier-Reihe wird. Womit BMW seinen populärsten Baureihen je einen Stromer zur Seite stellt.

Dabei agiert man ähnlich wie PSA: Man nutzt eine Verbrenner-Plattform, die bei BMW allerdings stärker modifiziert wird, um beide Modelle auf dem gleichen Band fertigen zu können. Ab 2023 könnten dann i5 auf Basis der dann neuen 5er Baureihe und später der iX5 auf X5-Basis folgen. Und nachdem Jaguar den XJ zum Stromer macht und Daimler mit der Vision EQS eine elektrisches S-Klasse-Pendant vorgestellt hat, wird auch der Siebener einen i7 zur Seite gestellt bekommen, der dann auf der siebten Generation der 7er Baureihe (intern G70 genannt) aufbauen wird. Bis 2023 will BMW insgesamt 13 vollelektrische Fahrzeuge anbieten.

Auch die Brennstoffzelle entwickelt man weiter, greif hier allerdings teils auf die Allianzpartner zurück, mit denen man bei Ionity kooperiert: Unter anderem Ford und Daimler. Der auf der IAA gezeigte Brennstoffzellen-X5 bleibt allerdings nur eine (weitere) Studie zum Thema. Man könne wohl eine dreistellige Versuchsserie auflegen, doch eine relevante Nachfrage erwarte man erst in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre.

Was bedeutet das?

BMW befindet sich mitten im Umbruch: Stark und (zu) visionär gestartet, geriet man über die Jahre ins Hintertreffen, was E-Mobilität angeht. So dass man jetzt das gesamte Programm umstricken und neu auflegen muss. Fest steht schon jetzt: i3 und i8 dürften beliebte Klassiker werden. Ersterer muss mindestens noch so lange durchhalten, bis ein rein elektrischer Nachfolger fertig ist.

 

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