BMW iX startet ab 65.000 Euro netto

Der iX steht kurz vor dem Marktstart: Jetzt hat BMW erste Preise und technische Eckdaten bekannt gegeben.

BMW hat neue Details zum iX bekanntgegeben. Er startet in zwei Versionen als iX 40 und iX 50. | Foto: BMW
BMW hat neue Details zum iX bekanntgegeben. Er startet in zwei Versionen als iX 40 und iX 50. | Foto: BMW
Gregor Soller

Den iX will BMW zwischen X3 und X5 platzieren, schlägt mit ihm aber ein ganz neues Kapitel in Sachen Design und Infotainment auf. Die technischen Daten stehen weitestgehend und die Preise reichen von 77.300 Euro brutto, das sind knapp 64.960 Euro netto für den iX xDrive40, bis zu 98.000 Euro brutto, das sind gut 82.350 Euro netto, für den iX xDriv50. Die Zahlen legen auch die Leistungen fest, die in etwa den Sechs- und Achtzylindern des X5 entsprechen. In kW ausgedrückt sind es 240 respektive 370 kW, also 326 respektive 503 PS – also mehr als genug. Einst war auch noch von einem 455 kW-(619 PS)Topmodell die Rede, das als iX xDrive60 M starten könnte. Doch schon der iX xDrive40 soll in weniger als sechs Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und sich mit 20,0 kWh/100 km nach WLTP begnügen. Das wäre ein ordentlicher, wenn auch kein überragender Wert. Doch hier fordern Allrad und Stirnfläche ihr Tribut.

Leichtbau ist relativ: Unter 2,5 Tonnen ist trotz Alu und Kohlefaser nicht viel zu wollen

Die Physik kann auch BMW nicht überlisten. Unsere Kollegen des Magazins Auto Motor und Sport, die bereits probesitzen durften, fanden vorn wie hinten sehr viel Platz: Klar, bei exakt drei Metern Radstand. Das sind 2,5 Zentimeter mehr als beim X5, mit dem der iX in etwa die Länge (gut 4,90 Meter) teilt, dafür baut er flacher und liegt mit rund 1,7 Meter Höhe eher auf X6-Niveau. Bei den großen Rädern (21 und 22 Zoll, letzteres entspricht fast dem Lkw-Standardformat von 22,5 Zoll) gleicht der iX dagegen dem X7. Seine Größe hat der iX gut kaschiert und BMW setzt auch hier wieder auf Kohlefaser an Seitenrahmen, Wasserrinne, Dachrahmen, Windlauf und Heckfensterrahmen, um das Gewicht zu drücken. So entsteht ein stabiler Karbon-Alu-Käfig, der das Leergewicht auf rund 2,5 Tonnen drücken soll. Die Größe und Ausstattung fordern hier ihr Tribut.

Günstig: Der cW-Wert von 0,25

Das gilt auch für den per se günstigen cW-Wert von 0,25. Auch hier treibt BMW erheblichen Aufwand und verkleidet den kompletten Unterbau soweit wie möglich, was laut Aussage der Auto Motor und Sport gut 65 Kilometer Reichweite bringen soll. Interessant: Allein 15 Kilometer davon entfallen auf die so genannten Air Performance Räder. Rund 25 Kilometer trägt eine aktive Luftklappensteuerung bei und zusätzlich hielt man die Fugen so schmal wie möglich. Interessant: Die vordere Haube, lässt sich nicht öffnen, es gibt also leider auch keinen „Frunk“. Man kann nur das Logo durch Draufdrücken aufschnappen lassen, um in die Öffnung darunter dann Scheibenwaschwasser nachzufüllen. Den „Deckel“ selbst kann nur die Werkstatt, was Mechanik und Haubenscharniere spart – und damit auch wieder ein paar Cent und ein paar Gramm Gewicht.

Den iX 50 kann man mit bis zu 200 kW laden

Spannend: Die iX-Plattform, die auf reine E-Modelle ausgelegt ist, bleibt ein Solitär, während die Komponenten in vielen neuen Modellen der neuen CLAR-Architektur verendet werden. Bei der Batterie gibt BMW bisher an, dass der Speicher einen Brutto-Energiegehalt von mehr als 70 kWh bieten soll, was für gut 400 Kilometer Reichweite sorgen soll. Die „kleinere“ Batterie kann man mit bis zu 150 kW DC laden, so das in zehn Minuten Strom für rund 90 Kilometer nachgeladen werden können. Der „komplette“ Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll in weniger als 40 Minuten erledigt sein. Im iX xDrive50 soll der Akku auf einen Brutto-Energiegehalt von mehr als 100 kWh kommen. Nach Informationen von electrive.net wird aber auch der nutzbare Energiegehalt dreistellig sein: Wie Electrive.net von BMW-Insidern erfahren haben will, soll das Serienmodell 106 kWh brutto bieten, was für Reichweiten um die 600 Kilometer sorgen soll. Die DC-Ladeleistung soll hier bei bis zu 200 kW liegen, so dass binnen zehn Minuten Strom für 120 Kilometer geladen werden kann. Auch hier sollen 10 bis 80 Prozent in weniger als 40 Minuten nachgeladen sein.

Auch BMW plant für den iX künftig „Functions on Demand“, also nachbuchbare Fahrzeugfunktionen. Und er führt die neue Generation des iDrive-Bediensystems ein, das auf dem neuen Betriebssystem, intern „BMW Operating System 8“ basiert.

Auch bei der Fertigung will BMW neue Maßstäbe setzen: Die neue Generation der Elektromotoren verzichtet zudem auf Seltene Erden. Die Fertigung der Zellen bei den Partner-Unternehmen und auch die Produktion des iX selbst im Werk Dingolfing soll ausschließlich mit Öko-Strom erfolgen.

Was bedeutet das?

BMW macht zwar schon lange Elektromobilität, schlägt mit dem iX aber ein ganz neues Kapitel auf. Das reicht von der Plattform über das Infotainment bis hin zur Produktion. Man darf gespannt sein, wie sich der neue iX zwischen X3 und X5 etabliert.

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